Die Nashville Predators schieden mit einer 1:5-Niederlage gegen die Winnipeg Jets aus den NHL-Playoffs aus. Damit eröffneten sich auch für das Schweizer WM-Team in Kopenhagen neue Perspektiven. Mit Roman Josi, Kevin Fiala und Yannick Weber standen gleich drei Schweizer Spieler im Kader der Predatoren, was sie nach dem Out zu Kandidaten für die Nationalmannschaft werden liess.

Wenige Stunden nach der bitteren Niederlage erreichten Nashvilles General Manager David Poile bereits die Freigabe-Begehren des Schweizer Nationalmannschaftsdirektors Raeto Raffainer für die WM-Teilnahme des Schweizer Trios. Wie schnell solche Freigaben behandelt werden, ist von Organisation zu Organisation unterschiedlich. Die San Jose Sharks reagierten beispielsweise blitzschnell und sorgten dafür, dass Timo Meier das Flugzeug Richtung Europa schon am Tag nach dem Ausscheiden besteigen konnte.

Josis spezielle Rolle

Die Regel ist solch speditives Verhalten allerdings nicht. Obwohl das Einvernehmen und die Kooperation mit der Predators-Organisation sehr gut ist, muss man besonders im Fall von Roman Josi damit rechnen, dass der Prozess etwas länger dauern wird. Vor allem deshalb, weil Josi als Mannschafts-Captain auch noch gewisse Repräsentationspflichten hat und deshalb vermutlich auch beim «Garderoben-Räum-Tag», wenn die Medien letztmals vor dem Saisonschluss zugegen sind, anwesend sein muss.

Für die beiden Schweizer Spiele vom Wochenende (Samstagabend gegen Russland, Sonntagabend gegen Schweden) wird es knapp. Es ist also eher damit zu rechnen, dass die Verstärkungen aus Nashville erst am Dienstag im abschliessenden und möglicherweise entscheidenden Gruppenspiel gegen Frankreich zum Einsatz kommen. Welche zwei Spieler aus dem Predators-Trio die letzten beiden Schweizer WM-Kontingentplätze besetzen werden, ist ebenfalls noch offen, weil letztlich auch von taktischen und gesundheitlichen Faktoren abhängig.

Man darf – mit oder ohne zusätzliche Verstärkung – gespannt sein, wie sich die Schweizer gegen die beiden stärksten Teams der Gruppe A in Kopenhagen schlagen werden. Zumal sie erstmals klar in der Rolle des Aussenseiters antreten können. Im Tor wird gegen Russland Reto Berra stehen. Er wird viel zu tun kriegen.