SMØRREPØGG
Kurze Wege und Extrawürste

Angelehnt an die dänische Spezialität Smørrebrød berichtet unser Eishockey-Experte in der Kolumne Smørrepøgg von der WM. Diesmal schreibt er über die kurzen Wege am WM-Spielort in Kopenhagen, über die Möglichkeit für die Fans die Eishockeyspieler hautnah zu erleben und über die Extrawürste für die russische Nationalmannschaft.

Marcel Kuchta
Marcel Kuchta
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Frohe Fans: Die Eishockey-Stars können an der WM auch ausserhalb der Stadien hautnah erlebt werden.

Frohe Fans: Die Eishockey-Stars können an der WM auch ausserhalb der Stadien hautnah erlebt werden.

Keystone

Die Wege sind am WM-Spielort in Kopenhagen kurz. Vor allem für die Spieler und deren Staff-Mitglieder. Das Teamhotel, in welchem – bis auf die Russen – alle Mannschaften untergebracht sind, liegt in Gehdistanz zur Royal-Arena. Keine 5 Minuten dauert der Marsch von A nach B.

Ja: Die Spieler marschieren. Und zwar mitten durch die Fans, die sich vor und zwischen den WM-Partien rund um das Stadion verlustieren. Ein Autogramm von oder ein Selfie mit Roman Josi und Co. gefällig?

Kein Problem. Die Eishockey-Cracks haben in der Regel keinerlei Starallüren, kritzeln geduldig ihre Unterschriften auf Leibchen, Sammelkarten oder andere Fan-Utensilien. Das Sicherheitspersonal schaut höchstens aus der Distanz zu.

Hier muss sich niemand Sorgen machen, dass irgendein fanatisiertes Individuum Schabernack treibt. Und darum gibt es auch noch die Stars zum Anfassen.

Auch im nahegelegenen Einkaufszentrum mit seinen 150 Shops läuft man immer mal wieder einem bekannten Eishockey-Gesicht über den Weg. Zum Beispiel dem russischen Altstar Pavel Datsjuk, der seine Gegner auch mit 39 immer noch uralt aussehen lassen kann mit seiner fantastischen Stocktechnik.

Apropos Russen. Die gelten punkto Hotelwahl an den Eishockey-Titelkämpfen als die anspruchsvollsten und kompliziertesten Kunden. Es erstaunt in der Tat, weshalb die «normale» Teamunterkunft in Kopenhagen, die jeden Komfort bietet, der russischen Delegation nicht genügt. Sie benötigt vermutlich aus Prinzip eine Extrawurst.

Gut für Schweizer, dass sich diese Extrawurst zumindest leistungsmässig positiv auswirkt. Dank des Siegs der Russen gegen die Slowaken am Montagnachmittag ist die Tür zum Viertelfinal für die Schweiz weiterhin weit offen. Der würde am Donnerstag in Herning stattfinden. Dort ist dann fertig mit den kurzen Wegen.

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