SCB-Meistertrainer

Der stille Triumphzug des kleinen Lars

So freut sich ein Meistertrainer: Lars Leuenberger ballt die Siegerfaust.

So freut sich ein Meistertrainer: Lars Leuenberger ballt die Siegerfaust.

SC-Bern-Trainer Lars Leuenberger freute sich in der Art und Weise über den Meistertitel, wie er seine Mannschaft gecoacht hatte: ziemlich unaufgeregt.

Als sich die Berner Spieler nach der Schlusssirene auf dem Eis gegenseitig um den Hals fielen und ihre Freude in die Nacht hinausschrien, da bewegte sich auch SCB-Trainer Lars Leuenberger mitten im allgemeinen Freudentaumel. Da eine Umarmung, dort ein inniges Zwiegespräch mit den Spielern. Der gegenseitige Respekt und die Anerkennung für die vollbrachte Leistung des «Notnagels» an der Berner Bande war in diesem Moment deutlich spürbar.

«Lars hat einen super Job gemacht. Vor allem dann, als es im Januar schlecht gelaufen ist, hat er die Mannschaft zusammengehalten. Ich mag ihm diesem Titel von Herzen gönnen», freute sich SCB-Sportchef Alex Chatelain, der sich im Februar gegen die Widerstände der Teppichetage dafür stark gemacht hatte, dass Leuenberger im Amt bleibt. Und doch zeigte auch er sich verblüfft über den Lauf der Dinge: «Wir wussten, dass alles möglich ist mit dieser Mannschaft. Aber dass wir gleich so einen Lauf hinlegen in den Playoffs, das durfte man nicht erwarten.»

Wie Lars Leuenberger wird auch Timo Helbling den SC Bern verlassen. Auch beim Verteidiger, der zum EV Zug wechseln wird, schwang neben der Freude schon fast ein wenig Wehmut mit in der Analyse des Geschehenen: «Das, was passiert ist, ist surreal. Ich bin unglaublich stolz, dass ich ein Teil sein durfte von dieser Mannschaft. Das werde ich nie vergessen.» Und auch der Hägendorfer fand nur lobende Worte für die Arbeit des Headcoachs: «Sein Anteil am Titel ist riesig. Er hat uns das spielen lassen, was wir konnten. Von Guy Boucher hatten wir die Disziplin. Lars hat uns aber die Spielfreude zurückgebracht.»

Lars Leuenberger selber genoss die Ovationen der Fans mit sichtlichem Stolz, aber auch mit der Portion Unaufgeregtheit, die ihn während dieser Playoffs so ausgezeichnet haben und ihm ein Profil verliehen haben, das grosse Trainer auszeichnet. Am Ende gab er doch noch einen kurzen Einblick in seine Gefühlswelt: «Ich hab einfach riesige Freude. Ich freue mich, wenn ich die Fans sehe. Ich freue mich, wenn ich meine Spieler sehe. Und ich freue mich darauf, in den nächsten paar Tagen die Stadt unsicher zu machen. Was danach kommt, lasse ich auf mich zukommen.» Eigentlich müssten die Interessenten jetzt Schlange stehen.

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