WM-Testspiel
Eine kleine Seelenmassage: Schweiz schlägt Panama 6:0 – wie viel ist dieser Sieg wert?

Vier Tage nach dem Sieg in Griechenland hat die Schweizer Nationalmannschaft auch das zweite Testspiel des Jahres gewonnen. In Luzern deklassierte sie den WM-Teilnehmer Panama 6:0. Obwohl die Schweizer mit einer verstärkten B-Mannschaft antraten.

Etienne Wuillemin (Text) und Claudio De Rosa (Liveticker)
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Impressionen aus dem Spiel
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Testspiel: Schweiz - Panama
Voller Einsatz von Mario Gavranovic
Granit Xhaka verwandelt den Elfmeter
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Keystone

Tor. Tor. Tor. Tor. Tor. Tor. Die Schweiz hat sich ein erstes Mal warm geschossen für die WM. 6:0 besiegt das Nationalteam Panama. Wobei die Frage erlaubt ist, wie genau sich diese Zentralamerikaner für die WM qualifiziert haben. Unabhängig davon, dass sie ein Phantomtor brauchten im letzten Qualifikationsspiel. Eine Partie Panama gegen den FC Aarau wäre am gestrigen Abend in Luzern wohl um Einiges spannender gewesen.

Den Schweizern darf es egal sein. Das 6:0 war der höchste Sieg seit Oktober 2015 (7:0 gegen San Marino). Es war eine wunderbare Seelenmassage zum Abschluss des ersten WM-Vorbereitungscamps. Auch für die Fans. 8600 fanden den Weg in die Luzerner Arena. Hatten sie Ende Jahr gegen Nordirland die Tore noch vermisst, so wurden sie gestern bestens unterhalten. Das Spiel taugte bestens, um die WM-Vorfreude wachsen zu lassen.

Innert einer Viertelstunde stellten Dzemaili, Xhaka per Penalty, Embolo und Zuber in der ersten Halbzeit auf 4:0. Der starke Gavranovic und Frei trafen nach der Pause auch noch. Und beinahe hätte es auch noch für einen Seferovic-Treffer gereicht. Doch sein Hammer prallte an den Pfosten. Niemandem hätte ein Tor wohl so gut getan wie ihm. Darum blieb es beim 6:0. Und dem Fazit: Der Sieg ist nicht einmal zu gering ausgefallen.

Nationaltrainer Vladimir Petkovic darf rundum zufrieden sein. «Es ist schön, sich ans Gewinnen zu gewöhnen», resümierte er nach dem Spiel, «aber nun müssen wir unsere Fahrt fortsetzen. So wie immer.»

Es war kaum falsch, dass er darauf hinwies, es sei nach so einem Spiel nicht angebracht, allzu grosse Ankündigungen zu machen. «Dafür sind wir noch nicht gut genug.» Gleichzeitig mochte Petkovic den gestrigen Gegner auch nicht kleinreden. «Panama hat in Dänemark mit einem ähnlichen Team nur 0:1 verloren. Manchmal darf man auch sagen, dass wir gut sind.»

Auch die Spieler schätzten den Abend nüchtern und realistisch ein. «Dieses Spiel ist mit Vorsicht zu geniessen», sagte Blerim Dzemaili, «unsere WM-Gegner werden stärker sein. Die gute Stimmung sollten wir aber natürlich behalten.»

Viertes Spiel in Serie ohne Gegentor

Auch wenn das Spiel nicht im Ansatz mit einem Endrunden-Kampf zu vergleichen war, schrieb es einige kleine interessante Geschichten. Dzemaili war eine davon. Er traf schon wieder und baut sein Selbstvertrauen kontinuierlich auf.

Die vielen Ergänzungsspieler, die ihre Chance nutzten, sind ein anderer erfreulicher Aspekt. Im Vergleich zum Griechenland-Spiel nominierte Petkovic gleich die gesamte Verteidigung neu. Bis auf einen kleinen Fehler von Djourou erledigte diese ihren Job souverän. Mittlerweile hat die Schweiz im vierten Spiel hintereinander kein Tor kassiert. Das ist erfreulich.

Auch Gelson Fernandes zeigte eine starke Partie. Er eroberte viele Bälle, spielte kluge Pässe und verlieh mit seiner Präsenz dem Team früh viel Ruhe.

Der Penalty gegen die Geschichte

Im Sturm deutete Mario Gavranovic an, mehr als eine Alternative sein zu können. Immer wieder gelang es ihm, für Gefahr zu sorgen. Er ist schnell, wendig und trickreich. Das Tor war der verdiente Lohn für eine tolle Leistung. Vier Jahre nach der WM in Brasilien, die für ihn mit einem Kreuzbandriss endete und der Anfang von schwierigen Jahren war, lechzt der Stürmer von Dinamo Zagreb darauf, sich auf grösster Bühne präsentieren zu können.

Auch Josip Drmic gefiel bei seiner Rückkehr nach schwerer Verletzung mit einigen tollen Aktionen. Und Breel Embolo bestätigte seinen Aufwärtstrend.

Bleibt eine kleine Randnotiz: Der Penalty von Granit Xhaka bedeutete mehr als nur ein Tor. Es war eine Aktion, um die eigene Vergangenheit zu bewältigen. Xhaka war es, der mit seinem Fehlschuss im EM-Achtelfinal gegen Polen die Schweiz ins Tal der Tränen führte.

Nun, ein Jahr und neun Monate später, trat er erstmals wieder einen Elfmeter für die Schweiz. Er verwertete souverän – und vertrieb damit vielleicht ja die bösen Geister. Die Seelenmassage darf an der WM gerne weitergehen.

Matchtelegramm

Schweiz - Panama 6:0 (4:0).

Swissporarena, Luzern. – 8600 Zuschauer. – SR Drachta (AUT). – Tore: 22. Dzemaili (Gavranovic) 1:0. 31. Xhaka (Foulpenalty/Foul an Dzemaili) 2:0. 33. Embolo 3:0. 39. Zuber (Gavranovic) 4:0. 49. Gavranovic (Zuber) 5:0. 68. Frei (Drmic) 6:0.

Schweiz: Bürki; Lang (69. Lichtsteiner), Elvedi, Djourou, Moubandje; Xhaka (69. Schär); Embolo (46. Freuler), Gelson Fernandes (58. Frei), Dzemaili (46. Drmic), Zuber; Gavranovic (58. Seferovic).

Panama: Penedo; Murillo (46. Quintero), Machado, Roman Torres, Cummings, Ovalle; Camargo (34. Barcenas), Gomez, Godoy, Avila (46. Cooper); Gabriel Torres.

Bemerkungen: Schweiz ohne Behrami, Shaqiri, Mehmedi, Zakaria, Derdiyok und Hitz (alle verletzt), Panama ohne Perez (gesperrt). 63. Pfostenschuss von Seferovic.

Lesen Sie die Partie hier im Liveticker nach: