David: Waren es fünf oder sechs Wochen mit Stephan Rietiker als GC-Präsident?

Tobias: Nein, es waren immerhin fast zehn Wochen. Trotzdem wird er eher in Erinnerung bleiben als einige seiner vielen Vorgänger.

Pius: Wieso?

Tobias: Weil er sich in Luzern von GC-Hooligans erpressen liess. Aber vor allem wegen seines ersten und seines letzten Satzes, den er als GC-Präsident an Pressekonferenzen gesagt hat. Beide so was von flapsig. Der erste war: Sitzt die Frisur? Der letzte, nachdem Rietiker erklärte, wie es mit GC in der Challenge League weitergeht: So, jetzt müssen wir an die Arbeit Uli.

Flavio: Damals, Mitte Mai, war Uli Forte noch Rietikers Knecht. Jetzt ist er der Pächter des GC-Trümmerhaufens.

Pius: Wofür er offenbar sehr gut entlöhnt wird. Ich frage mich: Kann sich GC den Forte überhaupt noch leisten, wo man doch so knapp bei Kasse ist, bescheiden werden will, das Budget von 20 oder mehr auf 13,6 Millionen reduzieren will?

François: Die Frage ist berechtigt. Denn es drohen enorme Lohnunterschiede zwischen Trainer und Spielern, was sich als fatal erweisen kann. Aber den Vertrag mit Forte hat Rietiker gemacht. Es gehört wohl zum Mantra eines GC-Präsidenten, dass er ziemlich grobe Böcke schiesst. Sonst wäre dieser Klub nicht dort, wo er jetzt steht.

David: Richtig. Dass GC mit Rietiker einen bezahlten Präsidenten einstellt, kann man so knapp irgendwie nachvollziehen. Aber dass dieser Präsident noch externe Berater zuziehen muss, finde ich absurd. Stellt euch vor: Ein KMU mit 20 Millionen Umsatz. Wenn da ein neuer Chef kommt, ist er ein Fachmann. Keiner, der neben seinem Gehalt noch Kosten für Berater verursacht.

Flavio: Auch wenn er nun heftig kritisiert wird: Der Ansatz von Ex-Präsident und Hauptaktionär Stephan Anliker ist richtig, das Budget massiv zu kürzen, die Nase etwas tiefer und so einen Neuanfang zu initiieren. Aber dafür braucht es neue Köpfe, Bescheidenheit auf allen Ebenen. Es kann doch nicht sein, dass der Chefscout für seine unzähligen Fehlleistungen mit der Beförderung zum Schatten-Sportchef belohnt wird. Oder der Einflussbereich des Nachwuchs-Chefs, der den gloriosen Tipp für die Verpflichtung von Kurzzeit-Trainerclown Stipic gegeben hat, ausgedehnt wird. Mit dieser Besetzung in Kombination mit der Luxusvariante Uli Forte als Trainer und Galionsfigur sind die nächsten Rohrkrepierer vorprogrammiert.

Pius: Oh Wunder, dass GC seine Pokale und Trophäen noch nicht verramschen musste.

David: Das kommt vielleicht noch. Es gäbe weitere Ideen, wie GC zu Geld kommen könnte.

Tobias: Ich höre?

David: GC könnte – zumindest in Testspielen – unter den Hooligans Plätze in der 1. Mannschaft versteigern. Originaltrikots haben diese ja bereits.

François: GC könnte Volker Eckel fragen, ob er inzwischen flüssig ist.

Pius: GC könnte im Campus in Niederhasli spielen statt im Letzigrund. Das kommt günstiger und Fans kommen deswegen nicht weniger.

Tobias: Oder GC könnte – zumindest teilweise – den teuren Campus vermieten.

Flavio: Wer will schon nach Niederhasli?

David: Klagen nicht Gefängnisse über Platzmangel? Stellt euch vor: Direkt aus der Zelle GC gegen Kriens gucken. Dann müssten die Hoppers auch nicht mehr die leidigen Stadionverbote verhängen.