Kommentar

Doch nicht Trainer von Hannover 96: Alex Frei hat den Ausweg gerade noch gefunden

François Schmid-Bechtel
Wird doch nicht Trainer von Hannover 96 in der 2. Bundesliga: Alex Frei.

Wird doch nicht Trainer von Hannover 96 in der 2. Bundesliga: Alex Frei.

Der traditionsreiche deutsche Fussball-Zweitligist Hannover 96 wollte Alex Frei als neuen Trainer verpflichten. Doch der Nati-Rekordtorschütze bleibt lieber Coach der Basler U18. Der Kommentar von Autor François Schmid-Bechtel.

Am Freitag in der Früh schrieben diverse Online-Foren: Alex Frei, derzeit U18-Trainer beim FC Basel, wird neuer Trainer beim deutschen Zweitligisten Hannover. Aber schon am frühen Nachmittag meldete Hannover: «Alexander Frei hat uns nach Abstimmung mit den Verantwortlichen des FC Basel mitgeteilt, dass er seinen Vertrag bei dem Schweizer Klub erfüllt. Hannover 96 bedankt sich für die guten Gespräche.»

Alex Frei wählt den Exit. Und macht damit vieles richtig. Gewiss wäre Hannover für jeden U18-Trainer der Welt ein Aufstieg auf der Karriereleiter. Aber die Gefahr ist gross, nach Hannover tiefer zu fallen, als man vor Hannover war. Der Klub steht im Ruf, konzeptlos und unstrukturiert zu agieren. Doch mit Chaos hat Alex Frei so seine Erfahrungen gemacht. Als Sportchef-Neueinsteiger beim FC Luzern. Was in burnoutähnlichen Zuständen gipfelte.

Auch damals, vor fünf Jahren, als er von den Grabenkämpfen zermürbt und energielos in Luzern demissionierte, reagierte Frei richtig. Er nahm sich eine Auszeit, reflektierte, kam zum Schluss, dass der Trainerjob etwas für ihn sei und stieg behutsam im Basler Nachwuchs ins Metier ein. Nun aber scheint es ihn auf die grosse Bühne zu drängen. Darauf deuten die Gespräche mit Hannover, aber auch der Kontakt einen Monat zuvor mit Holstein Kiel.

Der nächste Schritt ist entscheidend für Frei. Doch beliebig viele Optionen hat er nicht. In der Schweiz ist er eigentlich nur in der Romandie oder beim FC Basel vermittelbar. Doch der FCB wäre zum Einstieg wohl eine zu grosse Kiste. Ein Klub aus der zweiten oder dritten Bundesliga. Das wärs. So gesehen war er schon mal auf der richtigen Fährte.

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