Tränen der Freude. Endlich. Die Geschichte von WM-Bronze-Gewinnerin Corinne Suter war lange eine des Zweifelns. Enttäuschungen setzten ihr stärker zu als vielen ihrer Kolleginnen. Im Ziel war sie in diesen Momenten untröstlich. Doch auch lange nachdem die Tränen der Enttäuschung getrocknet waren, zerfrassen sie die Zweifel. Sie war eine Athletin, die sich damit immer wieder selbst bremste.

Die Trainer attestierten Suter schon lang grosses Talent. Schon vor drei Jahren, als sie erst 21 Jahre alt war, stiess sie erstmals in die Top 10 vor. Sie war in den Rennen oft die jüngste Athletin auf einem Spitzenrang. Aber eben, dann kamen auch immer wieder Rückschläge und der endgültige Durchbruch gelang ihr nicht. Bis heute Dienstag. Und das nicht ganz unerwartet.

Corinne Suter hat sich verändert. Sie wirkt lockerer. Und vor allem reifer. In drei Weltcuprennen im Januar 2019 war sie zweimal Vierte und einmal Sechste. Einmal verpasste sie ihr erstes Weltcuppodest nur um eine Hundertstelsekunde.

Vielleicht liegt ihre Veränderung darin, dass Suter im Herbst viel Glück hatte. Einen Bluterguss im Fuss ignorierte sie so lange, bis daraus eine Blutvergiftung entstand, die sie das Bein hätte kosten können. Suter aber kam ohne Folgeschäden davon. Und es veränderte ihren Blick ein wenig. Sie merkte, dass es Schlimmeres gibt als sportlichen Misserfolg. Und das führte am Ende zum Erfolg. Suter verkrampft nicht mehr, zweifelt weniger.

Heute war das Hundertstelsekunden-Glück auf ihrer Seite. Corinne Suter hat es sich verdient.

Die Bronze-Fahrt von Suter im Video.