Eishockey NLA

Der Meister muss zuschauen: Die ZSC Lions verpassen die Playoffs

Die ZSC Lions verlieren das alles letzte Qualifikationsspiel gegen Genf mit 2:3 und verpassen damit erstmals seit 2006 die Playoffs. Arno del Curto gelingt das Kunststück, in einer Saison zwei Teams nicht in die Playoffs zu führen.

Arno Del Curto tigerte die Bande in seiner typischen Art und Weise auf und ab. Auf dem Eis bemühten sich seine Spieler mit allen Mitteln, doch noch den ersehnten Ausgleich zu erzielen. 2:3 lagen die ZSC Lions in der ausverkauften Les-Vernets-Halle im Hintertreffen.

Tim Bozon hatte die Genfer zu Beginn des letzten Drittels in Führung geschossen. Was folgte, war ein wildes Anrennen der Zürcher. Auf der einen Seite wurden die Servettiens immer müder und wehrten sich mit Händen und Füssen gegen das drohende Unheil. Auf der anderen Seite wurden die Angriffe der Lions immer ungestümer – und die Chancen immer zahlreicher.

Bereits vor Bozons Tor hatte Simon Bodenmann eine erste grosse Möglichkeit vergeben. Danach traf Kevin Klein nur den Pfosten (50.), schoss Roger Karrer am leeren Tor vorbei (51.). In der 58. Minute hatte Jerome Bachofner den Torschrei schon auf den Lippen, verfehlte sein Ziel aber ebenso wie wenige Sekunden später Roman Wick, der in Unterzahl durch die gegnerischen Verteidigungsreihen gewalzt war.

Verdiente Quittung

Das alles nutzte am Ende nichts mehr. Der Abschluss der Zürcher Bemühungen passte irgendwie zum ganzen Verlauf der Saison. 31 Sekunden vor der Schlusssirene fabrizierten die Lions, die zu jenem Zeitpunkt bereits längstens ohne Goalie und dafür mit einem sechsten Feldspieler agierten, einen Wechselfehler und beraubten sich so selber ihres letzten Vorteils.

Die ZSC Lions erhielten in diesem allerletzten Qualifikationsspiel unter dem Strich die verdiente Quittung für ihre zahlreichen, ungenügenden Auftritte der letzten Monate. Auch die Vorstellung gegen die kämpferisch einwandfreien, aber spielerisch unglaublich biederen Genfer war symptomatisch für den gescheiterten Meister. Das, was die Zürcher boten, hatte weder Hand noch Fuss und basierte zu oft auf dem Prinzip Zufall.

Nicht einmal der ideale Start mit dem frühen Führungstreffer durch Roman Cervenka (3.) verhalf der Mannschaft zur gewünschten Ruhe und Stabilität. Bis zum Ende des ersten Drittels hatten Arnaud Jacquemet (6.) und Johan Fransson (17.) das Spiel für Servette gewendet. Und selbst der günstige Lauf der Dinge im zweiten Abschnitt brachte für die Lions keine Besserung. Erst gelang Kevin Klein im Powerplay der Ausgleich (28.), dann überstanden sie eine über 100 Sekunden dauernde, doppelte Unterzahl. Allein – sie vermochten das Momentum nicht zu ihren Gunsten zu nutzen.

Bittere Pille für Del Curto

Besonders bitter ist das Verdikt letztlich natürlich auch für ZSC-Trainer Arno Del Curto. Er hat es nicht geschafft, die Mannschaft im erhofften Rahmen zu stabilisieren. Im Gegenteil: Sein Punkteschnitt ist tiefer als jener seines entlassenen Vorgängers Serge Aubin.

Wirft man noch die Tatsache in die Waagschale, dass er den HC Davos mit einer miserablen ersten Saisonhälfte entscheidend auf Playout-Kurs geführt hat, dann ist der Engadiner eigentlich der grosse Verlierer dieser Qualifikation.

Gleich zwei Mannschaften in derselben Saison nicht in die Playoffs zu führen, das hat vor ihm noch kein Trainer geschafft. Aber diese Diskussion wäre müssig, wenn nur einer seiner Spieler eine der zahlreichen Chancen an diesem dramatischen Abend in Genf verwertet hätte.

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