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Der Handball-Goalietrainer Peter Lang reizt den «Senior-Goalie» und zügelt das «junge Araberross»

Peter Lang (rechts)  im Gespräch mit HCKL-Goalie Paul Bar.

Peter Lang (rechts) im Gespräch mit HCKL-Goalie Paul Bar.

Peter Lang ist der Goalietrainer des HC Kriens-Luzern. Vor dem NLA-Heimspiel gegen Winterthur gewährt er Einblicke in seine Arbeit.

«Wir müssen für die schnellen Gegenstösse bereit sein. Die Flügelspieler sind trick- und variantenreich. Im Rückraum springt Adir Cohen sehr hoch, bleibt lange in der Luft, bei seinen Abschlüssen muss man lange mit einer Reaktion warten. Roman Sidorowicz und Kevin Jud sind bekannt für verdeckte Standwürfe.» Kurz: «Gegen Pfadi Winterthur muss man immer wach sein, es können stets Bälle aufs Tor geflogen kommen.»

So lautet die Einschätzung von Peter Lang vor dem Heimspiel des HC Kriens-Luzern am Samstag (18 Uhr, Krauerhalle). Der 51-jährige Horwer, der mit seiner Familie in Stans wohnt, ist in der vierten Saison Goalietrainer bei den Zentralschweizern. Paul Bar und Kayoum Eicher heissen seine Schützlinge, zweimal pro Woche steht er mit ihnen in der Halle. «Die Zusammenarbeit ist sehr angenehm», sagt Lang, «beide befinden sich auf verschiedenen Entwicklungsstufen. Paul ist der Senior-Goalie, ruhig und besonnen. Kayoum ist das Gegenteil, ihn vergleiche ich zuweilen mit einem jungen Araberross», sagt Lang und lacht.

Langs Karriere beginnt erfolgreich, endet aber früh

Peter Lang war selbst NLA-Goalie, bereits als 16-Jähriger debütierte er beim HC Emmenstrand und teilte sich den Job zwischen den Pfosten während zwei Jahren mit Andy Gasser. Nach dem Abstieg in die NLB zog es ihn weiter zu Borba Luzern, wo er erstmals auf Goran Perkovac, den heutigen Krienser Trainer, traf. Den Meistertitel mit Borba im Jahr 1993 erlebte er allerdings nicht als Aktiver mit, bereits im Alter von 22 Jahren zog sich Lang vom Leistungssport zurück. «Ich hatte vorerst genug vom Handball», erzählt er, Beruf und Sport seien schwierig zu kombinieren gewesen. «Sportschulen wie heute gab es noch nicht. Als gelernter Zimmermann ging es für mich direkt von der Baustelle ins Training.»

Goalietrainer Peter Lang.

Goalietrainer Peter Lang.

Und so verzichtete er auf die Fortsetzung einer Karriere, die mit Schweizer Meistertiteln bei den Junioren und Einsätzen im Nachwuchs-Nationalteam verheissungsvoll begonnen hatte. «Für mich stimmt es so, ich bereue nichts. NLA-Handball ist kein Hobby mehr, es ist ein Geschäft», erzählt Peter Lang, der heute als Unternehmensentwickler bei einer Versicherung arbeitet. Er selber entschied sich damals für eine Umschulung zum Kaufmann und für Hobbyhandball in Horw, der ihm mit dem Durchmarsch von der 2. Liga bis in die NLB auch einige Highlights bescherte.

LED-Leuchten fördern kognitive Fähigkeiten

Sein Engagement in Kriens ist nach jenem bei den Männern (1999 bis 2001) und den Frauen des BSV Stans (2015 bis 2017) das dritte auf höchster nationaler Stufe. Sein Credo: «Immer wieder neue Reize setzen.» Gerne orientiert er sich in anderen Sportarten, seit kurzem etwa steht er mit dem früheren NLA-Eishockeygoalie Thomas Bäumle in Kontakt. Ein fixer Bestandteil ist dabei das drahtlose Lichttrainingssystem «Fitlight». LED-Leuchten werden am Boden oder am Pfosten montiert, beim Aufblitzen einer Farbe muss der Goalie eine definierte Bewegung ausführen. «Neben der Reaktion, der Beweglichkeit und der Konzentration werden so auch die kognitiven Fähigkeiten geschult», erklärt Lang.

Gerade für Routinier Bar (30) sind solche Übungen wichtig. «Paul hat ein gutes Stellungsspiels, ein gutes Auge und ist mit wenig Aufwand sehr effizient. Um ihn weiterzuentwickeln, muss ich ihn reizen und aus der Komfortzone holen.» Beim 22-jährigen Eicher gehe es in erster Linie darum, dessen Energie zu kanalisieren, um sie zu einer Stärke zu machen. Am Samstag, im Spitzenkampf gegen Winterthur, wird es auf jeden Fall starke Keeper brauchen, um sich mit einem Sieg die Tabellenführung zurückzuerobern.

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