Chronologie

Das waren die 18 Meistertitel auf dem Weg zum historischen 19.

Heute wurde der Meisterpokal gewonnen, am 29. Mai kehrt er an den Ort zurück, wo er am liebsten zu sein scheint: im Joggeli.

Heute wurde der Meisterpokal gewonnen, am 29. Mai kehrt er an den Ort zurück, wo er am liebsten zu sein scheint: im Joggeli.

Der FC Basel ist zum 19. Mal Schweizermeister. Die bz gratuliert ganz herzlich – und nutzt die Gelegenheit, um die letzten 18 Titel Revue passieren zu lassen und in meisterlichen Gedanken zu schwelgen.

18. So viele Meistertitel konnte der FC Basel bislang ausweisen – bis heute. Denn heute hat der FCB das gemacht, was er am besten kann: Geschichte geschrieben. Der 19. Meistertitel ist Tatsache. Der FCB mag noch nicht Schweizer Rekordsieger sein, aber er hat mit dem Gewinn des siebten Meistertitels in Folge einen ganz eigenen Rekord, den ihm so schnell niemand abjagen wird.

Basel ausser Rand und Band

Basel ausser Rand und Band.

Alleine 11 dieser 19 Triumphe konnte der FCB in diesem Jahrtausend feiern und blickt somit auf die erfolgreichste Zeit in der Vereinshistorie zurück. Welcher dieser zahlreichen Meistertitel und den damit verbundenen Feiern am schönsten war, das ist wohl für jeden Fan anders. Für viele war es der Titel der Saison 2001/2002 – der erste nach 22 Jahren. Doch auch der diesjährige Titel hat das Potential, ein ganz besonderer zu werden. Die Basler sind zum siebten Mal in Serie Meister und blicken auf eine der erfolgreichsten Saisons überhaupt zurück. Bis zum jetztigen Zeitpunkt sind sie noch ungeschlagen in der Rückrunde der Super League und haben sich mit dem Gewinn des Titels direkt für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert. 

Die bz blickt auf die 18 Meilensteine auf dem Weg zum 19. Meistertitel zurück und erzählt die eine oder andere Episode.

Die allererste Meisterschaft: 1953
60 lange Jahre musste der FCB darauf warten, bis er zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Schweizer Meistertitel gewinnen konnte. Dank einer starken Saison mit nur einer einzigen Niederlage in 26 Spielen konnte das Team von Spielertrainer René Bader den Pott nach Basel holen – mit vier Punkten Vorsprung auf die Berner Young Boys.

Titel Nummer 2: 1967
Der Titel im Jahr 1967 war der erste von vielen in der später oft als erfolgreichsten Zeit der Geschichte des Clubs bezeichneten «Ära Benthaus».  Zwei Jahre zuvor wurde der Deutsche Helmut Benthaus als Spielertrainer verpflichtet und war Teil eines legendären Mittelfeldes um Karli Odermatt. Ausserdem wurde in diesem Jahr erstmals das Double gewonnen.

Der 3. Titel: 1969
Mit nur einem Punkt Vorsprung auf Lausanne konnte sich der FCB im Jahr 1969 den zweiten Titel unter Benthaus und den dritten in der Vereinsgeschichte sichern.

4. Titel: 1970

Der FC Basel gewinnt den Meistertitel 1970 und wird Fussball-Schweizermeister. Unzählige Fans sind im Freudentaumel als Captain Odermatt den Meisterbecher in Empfang nimmt.

Der FC Basel gewinnt den Meistertitel 1970 und wird Fussball-Schweizermeister. Unzählige Fans sind im Freudentaumel als Captain Odermatt den Meisterbecher in Empfang nimmt.


Die erstmalige Titelverteidigung war die letzte Meisterschaft, die Benthaus als Spielertrainer erlebte. Wie im Jahr zuvor hatte der FCB nur einen Punkt Vorsprung und das auch auf den gleichen Verfolger: Lausanne.

Titel Nummer 5: 1972

Ottmar Hitzfeld (Mitte links) spielte damals als Stürmer für den FC Basel und gewann die Meisterschaft.

Ottmar Hitzfeld (Mitte links) spielte damals als Stürmer für den FC Basel und gewann die Meisterschaft.


Nach einjährigem Unterbruch konnte Benthaus erneut jubeln und seinen ersten Titel als vollberuflicher Trainer feiern. Im Kader des FC Basel stand damals auch ein gewisser Ottmar Hitzfeld.

Der 6. Titel: 1973

Die Basler Mannschaft vor dem entscheidenden Spiel im Wankdorf gegen YB.

Die Basler Mannschaft vor dem entscheidenden Spiel im Wankdorf gegen YB.


Hitzfeld und Benthaus – das passte. Doch sie waren nicht die einzigen klanghaften Namen, die den FCB zum sechsten Titel führten. Neben Klub-Legende Karli Odermatt spielte auch Urs Siegenthaler mit. Der Basler holte sich in seiner Funktion als Chef-Spielbeobachter der Deutschen Fussball-Nationalmannschaft im Jahr 2014 den WM-Titel in Brasilien.

7. Titel: 1977

Walter Mundschin, Captain vom FC Basel, präsentiert den 50'000 Zuschauern stolz den Meisterbecher.

Walter Mundschin, Captain vom FC Basel, präsentiert den 50'000 Zuschauern stolz den Meisterbecher.


Vor 50'000 Zuschauern gewann der FCB im Berner Wankdorf seinen siebten Titel. Ein 2:1 im Entscheidungsspiel gegen Servette bringt den Kübel nach vier Jahren Unterbruch wieder nach Basel. 

Titel Nummer 8: 1980
Der achte Titel der Vereinsgeschichte war gleichbedeutend mit dem 7. unter Benthaus – und dem letzten für sehr sehr lange Zeit ...

Der 9. Titel: 2002

George Koumantarakis, Timothee Atouba, Christian Gimenez und Herve Tum feiern den so lange ersehnten Meistertitel. Ist wird zur wohl emotionalsten und meist nacherzählten Meisterfeiern.

George Koumantarakis, Timothee Atouba, Christian Gimenez und Herve Tum feiern den so lange ersehnten Meistertitel. Ist wird zur wohl emotionalsten und meist nacherzählten Meisterfeiern.


... denn erst 22 Jahre später konnte der FCB endlich wieder triumphieren. Dazwischen lagen eine Rückkehr von Benthaus (er verliess den Klub 1982 in Richtung VfB Stuttgart, kehrte 1985 aber wieder zurück), der Abstieg aus der Nationalliga A (1988), das 100-Jahr-Jubiläum, der Wiederaufstieg 1994, die Verpflichtung von Christian Gross als Trainer (1999), Gigi Oeris Einstieg als Mäzenin (ebenfalls 1999) und die Eröffnung des neuen Joggeli (2001). Doch das grösste Highlight folgt am 25. April, als weit über 10'000 Fans ihren Helden auf dem Barfi zujubeln. Es ist der erste Titel des neuen Jahrtausends und der Start in eine neue, äusserst erfolgreiche Ära, die noch immer anhält. Es sei den Helden von 2002 gegönnt, hier namentlich erwähnt zu werden: Zuberbühler, Crevoisier, Kreuzer, Savic, Koumantarakis, Atouba, Chipperfield, Quennoz, Gimenez, Varela, Tum, M. Yakin, H. Yakin, Huggel, Ergic, Aziawonou, Cravero, Knez, Tchouga, Barberis, Cantaluppi und Ceccaroni.

Die 10 ist voll: 2004
Es ist jener Titel, an den das Wappen noch heute erinnert. Denn es ist der Titel, der es dem FCB erlaubt, einen goldenen Stern über seinem Vereinswappen zu platzieren. Bereits drei Runden vor Schluss stand der Meistertitel fest. Das Team von Christian Gross verlor nur drei seiner 36 Liga-Spiele.

Titel Nummer 11: 2005
In der Rückrunde ununterbrochen auf Platz 1 der Tabelle und keine einzige Heimniederlage: damit konnte der FCB 2005 den 11. Titel holen. Die Basler konnten in den nächsten zwei Jahren den Meisterpott zwar nicht mehr nach Basel holen, blieben aber noch lange unbesiegt Zuhause – bis zum 13. Mai 2006 und einem denkwürdigen Spiel gegen den FC Zürich, der sich in der 93. Minute den Sieg und die Meisterschaft sicherte. Es war der Auslöser der schlimmsten Ausschreitungen, die die Fussball-Schweiz je gesehen hat.

Vom 12. Titel und dem 12. Mann: 2008

FCB-Legende Karli Odermatt prostet an der Meisterfeier 2008 den wartenden Fans zu.

FCB-Legende Karli Odermatt prostet an der Meisterfeier 2008 den wartenden Fans zu.

Dass der FCB viele und treue Fans hat, ist bekannt. Doch die Verbundenheit scheint immer dann am stärksten zu werden, wenn der Erfolg für eine Zeit lang ausgeblieben ist. Drei Jahre nach dem letzten Meistertitel konnte der FCB am 10. Mai 2008 endlich wieder den begehrtesten Pokal der Schweiz nach Basel holen – vor einer Kulisse von 38'015 Zuschauern, Stadionrekord im neuen Joggeli. In einer Finalissima konnte YB besiegt und am Ende der Saison gar das Double perfekt gemacht werden.

13. Titel und der Anfang der Serie: 2010
Der 13. Titel der Vereinsgeschichte ist gleichbedeutend mit dem Anfang einer Serie, die bis heute anhält. Und das, nachdem der FCB Anfang Saison 13 Punkte Rückstand auf den ersten Tabellenplatz hatte. Am Ende resultiert der erste der sieben Titel in Folge. Gewonnen wurde er – wen wundert es beim FCB überhaupt noch – dank einem neuen Schweizer Rekord: 90 erzielte Tore standen nach 36 Spielen auf dem Konto. Einen nicht zu verachtenden Anteil daran hatten der neue Trainer Thorsten Fink, der gewagten Angriffsfussball ins Joggeli brachte, und Rückkehrer Alex Frei. Ausserdem war dies der erste Titel eines damals erst 19-jährigen Xherdan Shaqiri.

Nummer 14: 2011

Thorsten Fink spricht zu den tausenden Fans auf dem Seibi.

Thorsten Fink spricht zu den tausenden Fans auf dem Seibi.


Der Titel im Jahr 2011 war wichtig. Der Gewinn des Meisterschaft am 25. Mai war gleichbedeutend mit dem Abschied von Captain und Publikumsliebling Franco Costanzo und – viel wichtiger – mit der erstmaligen direkten Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League. Mit Taulant Xhaka stand ein Spieler im Kader, der auch in diesem Jahr den Sieg in der Meisterschaft bejubel darf.

15. Titel: 2012

FCB-Coach Heiko Vogel feiert den Meistertitel mit den Fans – und einer Atrappe des Meisterpokals.

FCB-Coach Heiko Vogel feiert den Meistertitel mit den Fans – und einer Atrappe des Meisterpokals.


Nicht einmal ein Trainerwechsel von Fink zu Heiko Vogel, ein Wechsel im Präsidium von Oeri zu Bernhard Heusler oder die Doppelbelastung durch die Champions League können den FCB stoppen. Am 28. August 2011 beginnt für den FC Basel eine Serie der Ungeschlagenheit, die bis zum 12. Mai 2012 andauert. Damit bleibt der FCB in insgesamt 26 Ligaspielen ohne Niederlage und stellt einmal mehr einen Rekord auf: es ist dies die längste Serie der Ungeschlagenheit in der Geschichte des Schweizer Fussballs (zusammen mit GC 1981/1982). Der 15. Meistertitel ist die logische Konsequenz – und der letzte Titel für die beiden FCB-Legenden Scott Chipperfield und Beni Huggel.

Der 16. Titel: 2013
«Alli hän sie gseit dass die Saison nümme toppe kasch», singen Triple Nine, die bis zum letzten Jahr alljährlich den Soundtrack zu den Meistertiteln lieferten. Doch der FCB hat geschafft, was viele nicht für möglich hielten. Nach der starken Saison 2011/2012 schaffen es die Basler, sich selbst noch einmal zu übertreffen. 2013 sichern sie sich einmal mehr den Meistertitel und spielen nebenher eine sensationelle Kampagne in der Europa League, wo sie erst im Halbfinale an Chelsea scheitern. Dass Marco Streller die Chance auf den vorzeitigen Titelgewinn gegen GC vergibt – vergeben und vergessen, als der FCB eine Woche später den Titel klar macht. Im Jahr 2013 feiert der Mann, der seit seiner Rückkehr 2009 stets die Nummer 13 auf dem Rücken trug, ausserdem seinen letzten Titel: Alex Frei.

Der 17. Titel: 2014

Die Mannschaft feiert den fünften Meistersieg in Folge.

Die Mannschaft feiert den fünften Meistersieg in Folge.


Rekord. Einmal mehr. Der FCB hält den Pokal seit einem halben Jahrzehnt in Basel und egalisiert damit den Uralt-Rekord von YB. Errungen wird die Meisterschaft –  nachdem der erste Matchball einmal mehr vergeben wird – trotz nicht überzeugenden Leistungen, 15 (!) Niederlagen in der Saison, andauernden Unruhen rund um Trainer Murat Yakin und wechselwilligen Spielern. Am Ende gehen Yann Sommer und Valentin Stocker in die Bundesliga, aber der Pott bleibt in Basel. Und kehrte am 29. Mai und nach dem letzten Saisonspiel an seinen rechtmässigen Ort zurück: den Seibi.

Titel Nummer 18: 2015 


Der FC Basel ist Meister. Zum sechsten Mal in Folge. Zum 18. Mal insgesamt. Das Einzige, was aber interessiert, ist der Abschied des grössten FCB-Spielers der Neuzeit: Marco Streller. Der Captain, die Identifikationsfigur, der Publikumsliebling und absolute Sympathieträger verlässt die grosse Bühne - und hinterlässt damit eine Lücke, die nie gefüllt werden kann, so die Vereinsführung. Ihn das letzte Mal auf dem Meisterbalkon mit dem Kübel in der Hand zu sehen ist das emotionale Highlight der letzten Jahre schlechthin. Es ist das Ende einer Ära. Zu Ende ist nach einem Jahr auch bereits wieder das Engagement von Cheftrainer Paulo Sousa. Der Portugiese sicherte sich mit dem FCB drei Spieltage vor Schluss den Titelgewinn - die Zuneigung der Fans konnte er sich aber nie sichern.

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