WM-Qualifikation

Das historische erste offizielle Fussballspiel führt die Kosovaren nach Finnland

Der albanische Doppelkopfadler am Bein von Valon Behrami zeigt die Verbundenheit mit dem Herkunftsland Kosovo, doch Behrami spielt auch in Zukunft für die Schweiz.

Der albanische Doppelkopfadler am Bein von Valon Behrami zeigt die Verbundenheit mit dem Herkunftsland Kosovo, doch Behrami spielt auch in Zukunft für die Schweiz.

Der junge Staat Kosovo wird zum ersten Mal in seiner Geschichte ein Qualifikationsspiel für ein grosses Fussballturnier bestreiten. In der WM-Quali heisst der erste Gegner Finnland.

Am kommenden Montag um 20:45 Uhr ist es soweit: Die kosovarische Fussballmannschaft tritt im finnischen Turku zum ersten offiziellen Fussballspiel seiner Geschichte an. Es geht um die Teilnahme an der WM 2018 in Russland.

Dies ist möglich geworden, weil der Weltfussballverband Fifa und der europäische Verband Uefa im letzten Mai Kosovo in ihrer Mitte aufgenommen hatten. Erst seit 2008 ist Kosovo ein unabhängiger Staat.

In der Schweiz, wo viele Nationalspieler kosovarischer Herkunft sind, löste dies eine grosse, bisweilen emotionale Diskussion aus. Werden Spieler wie Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka, Valon Behrami oder Shani Tarashaj, die allesamt Schweizerisch-Kosovarische Doppelbürger sind, wechseln, um für ihr Herkunftsland zu spielen?

Taulant und Granit spielen für Albanien und die Schweiz - doch sie sind Brüder:

So einfach möglich ist das nicht, denn es gilt: Wer einmal für eine Nation in einem Ernstkampf aufgelaufen ist, darf nie mehr für eine andere spielen. Erst gerade hatte Granit Xhaka mit einem offenen Brief für Wirbel gesorgt, in dem er mit Kosovo kokettierte.

Die Kosovaren bemühten sich in den letzten Wochen intensiv um Verstärkungen für ihre Mannschaft - die FIFA prüft angesichts der speziellen Umstände den Nationenwechsel pro Einzelfall. Das Interesse der arrivierten Ausland-Kosovaren beschränkte sich indes mehrheitlich auf Lippenbekenntnisse.

Die Nationalmannschaft Kosovos hatte bereits erste Auftritte:

Nicht gegen Serbien und Bosnien 

Kosovo spielt in der WM-Qualifikationsgruppe I und trifft dort weder auf die Schweiz noch auf Albanien, sondern auf Kroatien, Ukraine, Island, Türkei und eben Finnland.

Kosovo darf aus Sicherheitsgründen übrigens nicht auf Serbien treffen, das die Unabhängigkeit Kosovos nicht akzeptiert, aber auch nicht auf Bosnien, das in einen serbisch-dominierten Teilstaat gespalten ist. 

Im Juni traf die Schweizer Nationalmannschaft auf Albanien - es war auch ein Bruderduell: Taulant gegen Granit:

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