Champions League
Die Königsklasse kann kommen für YB: Fassnacht führt den Meister mit seinem entscheidenden Tor in die Champions League

In einem verrückten Duell setzen sich die Young Boys gegen Ferencváros Budapest durch und qualifizieren sich für die Champions League. Sie gewinnen auch das Rückspiel mit 3:2.

Raphael Gutzwiller
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Christian Fassnacht (mitte) bejubelt mit seinen Teamkollegen den wichtigen Ausgleich zum 2:2.

Christian Fassnacht (mitte) bejubelt mit seinen Teamkollegen den wichtigen Ausgleich zum 2:2.

Tibor Illyes / AP

Es ist das Tor, das schliesslich den Einzug in die Champions League bringt. Die 56. Minute läuft, Meschack Elia schlägt den Ball vom rechten Flügel in die Mitte, wo Christian Fassnacht steht – und sein Tor zum 2:2 erzielt. Nein, dieses Tor ist längst nicht der Schlusspunkt in diesem verrückten Duell zwischen Ferencváros Budapest und den Young Boys. Es folgt noch ein vergebener Elfmeter von Jordan Siebatcheu, eine rote Karte gegen Budapests Laidouni und schliesslich noch der erlösende Schlusspunkt von Felix Mambimbi in der Nachspielzeit. Doch dieses Tor von Christian Fassnacht zum 2:2 ist es, das in der entscheidenden Phase dieses Duells für YB die Tür in die Champions League öffnet. Endlich wieder.

In den letzten vier Saisons waren die Berner stets die klar Besten gewesen in der Schweiz. Und doch hatten sie seit 2018 immer zugeschaut, wenn diese Hymne gespielt wurde, die für die Beletage Fussballeuropas bestimmt ist. Doch in diesem Jahr dürfen die Young Boys zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte wieder in der Königsklasse spielen.

Der grosse Jubel über den Einzug

Felix Mambimbi (YB) jubelt nach seinem Tor zum 3:2 über die Qualifikation zur Champios League.

Felix Mambimbi (YB) jubelt nach seinem Tor zum 3:2 über die Qualifikation zur Champios League.

Claudio De Capitani / Freshfocus

Der Weg dahin war kein leichter. Insbesondere dieses letzte Duell gegen Ferencváros hatte es in sich. Zunächst das verrückte 3:2 zu Hause, wo die Berner 65 Minuten in Unterzahl agiert haben. Dann dieses Rückspiel, in dem es wieder eine rote Karte für das Heimteam gab, wieder ein vergebener Elfmeter für die Gäste – aber wieder konnte YB drei und das Team aus Budapest nur zwei Tore erzielen.

Schon früh war es gut losgegangen. Zunächst Ngamaleu mit einer Einzelaktion, der darauffolgende Eckball von Vincent Sierro bringt das Führungstor durch Cédric Zesiger. Doch Ferencváros kommt zurück und dreht durch die Tore von Wingo und Mmaee die Partie nach 28 Minuten.

Die Young Boys sind europäisch gewachsen

Die Arena in Budapest tobt. Es ist die Zeit, in der die Führungsspieler gefordert sind. Und Christian Fassnacht kommt dem nach. Vielleicht ist er, dieser 27-jährige Nationalspieler, sinnbildlich dafür, wie sich die Young Boys in den letzten Jahren entwickeln konnten. Er ist immer mehr zu einem Leistungsträger, zu einem Leader aufgestiegen. Der Zürcher ist in Bern längst eine Identifikationsfigur. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Captain Fabian Lustenberger und Torjäger Jean-Pierre Nsame für die ganze Vorrunde ausfallen und auch Torhüter David von Ballmoos immer wieder in wichtigen Partien zu fehlen scheint. Fassnacht dagegen ist immer da, wenn er gebraucht wird. Im Hinspiel hilft er nach der roten Karte gegen Silvan Hefti als Rechtsverteidiger aus – und macht seine Sache formidabel.

Christian Fassnacht (links) ist ein Leader bei YB.

Christian Fassnacht (links) ist ein Leader bei YB.

Claudio De Capitani / Freshfocus

Fassnacht war schon dabei 2018, als YB erstmals in der Champions League spielte. Damals war er noch unerfahren und auch im Team alles noch neu. Die Berner erstmals wieder Meister, in Europa noch eine kleine Nummer. Und doch reichte es zu einem Sieg in der Gruppenphase gegen Juventus. Damals, nach dem ersten Meistertitel in diesem Jahrtausend, schaffte der neue Trainer Gerardo Seoane auf Anhieb die Qualifikation. Dies sollte ihm in den Folgejahren nicht mehr gelingen – nun aber seinem Nachfolger David Wagner.

David Wagner (mitte) führte die Young Boys in die Champions League.

David Wagner (mitte) führte die Young Boys in die Champions League.

Thomas Hodel / KEYSTONE

Nicht nur Christian Fassnacht scheint reifer geworden zu sein, auch die Young Boys. Obwohl der Klub seither nicht mehr die Qualifikation für die Königsklasse geschafft hat, haben die Berner international von sich reden machen. Insbesondere in der letzten Kampagne in der Europa League agierten sie stark. In Erinnerung bleibt das Weiterkommen im Sechzehntelfinal gegen Bayer Leverkusen. Solche Erinnerungen machen Lust auf mehr.

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