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Burim Kukeli hat die Mentalität aus elf Profi-Jahren

Spielt jetzt in den Krienser Farben: Burim Kukeli. Bild: Manuela Jans-Koch (Kriens, 11. Juli 2019)

Spielt jetzt in den Krienser Farben: Burim Kukeli. Bild: Manuela Jans-Koch (Kriens, 11. Juli 2019)

Der SC Kriens startet am Sonntag (16.00) gegen Vaduz in die Saison. Burim Kukeli soll das SCK-Spiel dirigieren.

Das Geheimnis wurde gut gehütet. Bis zur Saisoneröffnungsmedienkonferenz des SC Kriens. Da legte Kriens-Sportchef Bruno Galliker den anwesenden Journalisten ein Papier hin. Auf dem Papier stand dieser Name geschrieben: Burim Kukeli. Ein überraschender Transfer des 
SC Kriens! Der Kosovo-Albaner war zuletzt Profi beim FC Sion, davor beim FC Zürich. Ausserdem 17-facher albanischer Nationalspieler. Aber: Dieser Ku­keli ist unterdessen 35 Jahre alt geworden.

Deshalb machten sich Galliker und Kriens-Trainer Bruno Berner vor den versammelten Medien schnell daran, zu erklären, dass Kukelis Alter überhaupt kein Problem sei, überhaupt keine Rolle spiele. Schliesslich hatten die Krienser eben erst Stürmer Igor Tadic, auch schon 33-jährig, ins Kleinfeld zurückgeholt. Weshalb aber diese Krienser Rechtfertigungen für das hohe Fussballeralter von Kukeli? Vermutlich deshalb, weil der SCK in den vergangenen Jahren immer wieder und vor allem betonte, dass er da sei, um jüngeren Spielern ein Sprungbrett zu sein.

Die zähe Verletzung ist 
endlich auskuriert

Dieses Sprungbrett, das braucht Kukeli nun wirklich nicht mehr. Aber er beantwortet die Frage, ob denn sein Alter ein Problem im Team des SCK sei, gleich selber, und zwar so, wie es im Fussballgeschäft gang und gäbe und auch richtig ist: «Auf dem Platz ist die Leistung entscheidend und nicht der Jahrgang. Bis jetzt hat mich in Kriens noch niemand auf mein Alter angesprochen.»

Und was ist mit der hart­näckigen Verletzung, die er im Wallis beim FC Sion herumschleppen musste? «Ich fühle mich gesund», sagt Kukeli, «ich sass ja in der Rückrunde unter Trainer Murat Yakin bereits wieder auf der Ersatzbank, hatte ­einige wenige Einsätze.» Zur Erinnerung: Kukeli erlitt in der ­vergangenen Vorrunde einen Kapselschaden im Knie, pausierte drei Monate mit dem Ziel, dass die Verletzung von alleine heile. Verlorene Zeit? Nun, Kukelis Knie musste danach trotzdem operiert werden, und während der Wiederaufnahme des Trainings kam auch noch ein Muskelfaserriss dazu.

Wie also kann Kukeli Kriens in der zweiten Challenge-­League-Saison nach dem Aufstieg helfen? Er sagt: «Ich bringe die Mentalität aus elf Jahren Profifussball mit. Damit will ich dem SCK-Team helfen, die Ziele zu erreichen.» Seine Aufgabe sei es, so Kukeli weiter, ein Führungsspieler zu sein, «einer, der Verantwortung übernimmt und im zentralen Mittelfeld Dynamik entwickelt». Wobei Kukeli betont wissen möchte, dass er auf jener Position spielen werde, welche der Trainer schliesslich für ihn vorgesehen habe. Kriens-Trainer Bruno Berner und Kukeli kennen sich noch aus FCZ-Zeiten, als Berner dort die U15-Talente trainierte.

Erinnerungen an die 
Drohne von Belgrad

Nach dem Palästina-Walliser Saleh Chihadeh, der in die Super League zum FC Thun wechselte, hat der SC Kriens also wieder einen Nationalspieler in seinen Reihen. Oder wenigstens einen ehemaligen. Kukeli spielte vor drei Jahren noch mit Albanien an der Europameisterschaft in Frankreich. Seine schönste fussballerische Erinnerung: «Der 1:0-Sieg 2014 in der EM-Qualifikation mit Albanien in Portugal.» Ronaldo war da verletzt.

Sein traurigstes Andenken stammt allerdings auch aus dem Jahr 2014: Als Albanien das EM-Qualispiel in Belgrad gegen Serbien bestritt, flog kurz vor der Halbzeit eine Drohne ins Stadion, welche einige Meter über dem Rasen eine Flagge sichtbar machte. Diese Flagge zeigte Umrisse Grossalbaniens, einen von albanischen Nationalisten angestrebten Staat, welcher Teile Griechenlands, Montenegros, Mazedoniens, Serbiens und den Kosovo umfasst. Die Partie wurde abgebrochen. Die Uefa wollte zuerst keinem der beiden Teams Punkte verteilen, der Internationale Sportgerichtshof sprach die drei Punkte 2015 aber Albanien zu.

Die drei Frauen im 
Leben von Kukeli

Zurück ins beschauliche, friedliche Kriens. Burim Kukeli möchte nicht bestätigen, dass er seine Karriere als Fussballer in Kriens beenden wird. «Es ist mir noch zu früh, um an den Rücktritt zu denken. Ich nehme Jahr für Jahr und absolviere nebenher meine Trainerausbildung.»

Nach den Trainings warten daheim jeweils die zweieinhalbjährigen Zwillinge Amelia und Luiza auf ihren Papi sowie Alfredina auf ihren Ehemann. Mit Alfredina ist Kukeli seit 2012 verheiratet. Die drei Frauen in Kukelis Leben werden in Zukunft auch ab und zu im Krienser Kleinfeld anzutreffen sein. Vielleicht schon am Sonntag im ersten Heimspiel gegen Vaduz? Kukeli (dessen Name übrigens mit Betonung auf dem e ausgesprochen wird) sagt vor der Partie gegen die Liechtensteiner: «Wie üblich ist das erste Saisonspiel eine Standortbestimmung, es gibt noch keinen Blick auf die Tabelle. Aber eines unserer Ziele ist es, die Heimspiele zu gewinnen.»

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