GC-Exil

Bleibt GC jetzt Zürich doch noch treu?

GC hat geblufft und die Stadt Zürich scheint auf die Drohung, die Stadt verlassen zu wollen, hereingefallen zu sein. Nun verhandelt sie gemeinsam mit GC und dem FCZ über günstigere Mietzinskonditionen im Letzigrund.

GC drohte mit dem Umzug und die Verantwortlichen der Stadt Zürich wollten den Verein gehen lassen. Das scheint sich jetzt geändert zu haben. Nach einer Sitzung des Stadtrates heisst es in einem dürren Communiqué: «Der Stadtrat von Zürich zeigt sich gesprächsbereit und wird sich mit den Verantwortlichen der Fussballclubs FC Zürich und Grasshoppers Club Zürich zu Gesprächen treffen.»

Mit dieser Kehrtwende wird eine Mietzinsreduktion für die beiden Stadtklubs wieder möglich und dies würde den 27-fachen Rekordmeister GC letztlich dazu bewegen, auch in der kommenden Saison im Letzigrund-Stadion seine Heimspiele auszutragen. Als die «az» den Pressesprecher des Zürcher Schul- und Sportdepartements Marc Caprez mit dem politischen Entscheid konfrontiert, sagt dieser: «Aus der Stellungnahme des Stadtrates kann man interpretieren, dass es einen Verhandlungsspielraum gibt».

Begeisterung in Sportamt bescheiden

Ob die Ablehnung in Aarau und Emmenbrücke gegen den Grasshoppers Club ebenfalls zur Entscheidung des Stadtrates beigetragen hat, konnte die Redaktion weder aus dem Stadthaus noch beim Sportamt in Erfahrung bringen. Dem Vernehmen nach hält sich die Begeisterung über eine mögliche Mietzinsreduktion für den FCZ und GC aber in Grenzen. So drückt ein Insider sein Bedauern über das «Einknicken» der Stadt Zürich aus. Besonders ärgerlich für ihn: Nur weil nach GC auch der FCZ auf eine Mietzinsreduktion gepocht habe, sei die Trendumkehr im Stadtrat überhaupt zustande gekommen.

EX-GC-Präsident: «Keine Polemik mehr»

Caprez bestätigt indes, dass es gemeinsam mit den beiden Clubs in den nächsten Tagen eine erste Sitzung geben wird. Das bestätigt auch der ehemalige GC-Präsidenten Fritz Peter. «Wahrscheinlich findet bereits am Freitag ein erstes Gespräch statt». Allerdings appelliert Peter an alle Verhandlungspartner, ihre «persönlichen Animositäten an der Garderobe abzugeben». In Erinnerung an Äusserungen von GC-Präsident Urs Linsi könnte dieses Unterfangen jedoch schwierig werden. So sagte der aktuelle GC-Präsident im Interview mit der «az» unlängst: «Sehr schlecht kommt bei unseren Partnern an, wenn man hört, es sei gewissen Exponenten bei der Stadt vor allem darum gegangen, dem ehemals noblen GC einfach mal den Meister zu zeigen.» Damit nicht genug: «Mir wurde zugetragen, dass sich einige Leute bei der Stadt richtiggehend über diesen Entscheid freuen.» Diese Vorwürfe weisen die Verantwortlichen der Stadt Zürich bis heute von sich.

Derweil zeigen sich die GC-Verantwortlichen über den Entscheid des Stadtrates erfreut. «Wir begrüssen den Entscheid und freuen uns auf konstruktive Gespräche mit der Stadt», sagt GC-Pressesprecher Eugen Desiderato. Die Verantwortlichen des FC Zürich waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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