Volleyball
Ungekrönte Aufholjagd: Sm'Aesch scheitert im Schweizer Cup an sich selbst

Sm’Aesch Pfeffingen scheidet in einer dramatischen Viertelfinal-Partie gegen Volley Düdingen aus dem Schweizer Cup aus und muss die Hoffnung auf einen von noch zwei möglichen Titeln unerwartet früh begraben.

Paul Ulli
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Ernüchterung bei den Baselbieterinnen: Sm’Aesch wird den Cup 2022 nicht gewinnen und hat damit eine Titelchance bereits verpasst.

Ernüchterung bei den Baselbieterinnen: Sm’Aesch wird den Cup 2022 nicht gewinnen und hat damit eine Titelchance bereits verpasst.

Keystone

Corona scheint beim Aufeinandertreffen der beiden Teams aus Düdingen und Aesch allgegenwärtig. War es in der letzten Saison nach zwei gespielten Playoff-Halbfinal-Partien (Stand 1:1) das Virus, welches keine weiteren Spiele mehr zuliess und Volley Düdingen dank einer fragwürdigen Regelauslegung den Einzug in den Final wegen zwei Spielpunkten mehr einbrachte, musste heuer das Spiel wegen der Coronaquarantäne bei Sm’Aesch Pfeffingen vom letzten Sonntag auf den Mittwoch verlegt werden. Ob bei den Akteurinnen, die aus der letzten Saison bei den Baselbieterinnen noch mit dabei sind, irgendwelche Revanchegedanken vorhanden waren, ist nicht übermittelt. Sicher ist aber, dass die Mannschaft um Capitaine Madlaina Matter auch wegen des Ausscheidens von damals immer noch auf den ersten Cupsieg oder Meistertitel warten muss.

Doch im Startsatz war von Revanchegelüsten oder einem Einziehen in den Halbfinal nichts zu sehen. Bereits der erste Service von Passeuse Méline Pierret blieb im Netz hängen und wenig später führte das Heimteam mit 10:4, sodass Sm’Aesch-Headcoach Andy Vollmer sein erstes Time-out nehmen musste. Auch in der Folge schienen die Sm’Aesch-Spielerinnen weiter im Covid-Quarantäne-Modus zu sein, denn Topskorerin Madison Duello brachte keinen Angriff im gegnerischen Feld unter. Folgerichtig wurde die US-Amerikanerin, die seit Wochen ihrer Form hinterherläuft, ausgewechselt und durch Tabea Eichler ersetzt. Als dann aber auch der sonst zuverlässigen Libera An Saita Annahmefehler unterliefen, war der Satzgewinn für Düdingen, trotz einer leichten Leistungssteigerung der Gäste, nicht mehr abzuwenden.

Auch im zweiten Satz musste Sm’Aesch einen Katastrophenstart verdauen. Ein 5:0 für Düdingen leuchtete von der Anzeigetafel und ein weiteres Time-out sollte beim Gastteam für Besserung sorgen. Doch dieses tat sich weiterhin schwer. Die Pässe von Pierret waren oft zu ungenau und auch gedanklich reagierten die Sm’Aesch-Spielerinnen meist viel zu spät. Und wenn man punktemässig endlich bis auf zwei Punkte herankommen konnte, folgte prompt ein erneutes Nachlassen. Als dann beim Spielstand von 18:15 die eingewechselte Jaydin Blanchfield ihren dritten (!) Servicefehler verbuchte, war auch der zweite Satz schon bald eine Beute des Heimteams. Weitere Angriffsfehler von Duello und Barfield brachten den Gastgeberinnen gleich fünf Satzbälle. Den zweiten verwertete Elena Steinemann zur 2:0-Satzführung und öffnete damit die Tür für den Einzug in den Cup-Halbfinal ihrer Mannschaft ziemlich weit.

Zwei Satzgewinne bringen neuen Mut

Mit einem weiteren Wechsel auf der Zuspielerinnen-Position – die Schwedin Vilma Andersson ersetzte Pierret – wollte Trainer Vollmer seinem Team nochmals neue Impulse geben. Und dies gelang. Sm’Aesch Pfeffingen konnte erstmals in diesem Spiel in Führung gehen (7:6/10:7). Endlich funktionierte der Block und auch die Verteidigungsarbeit des Favoriten wurde deutlich besser.

Zwar ging die Heimmannschaft kurz vor Ende des Satzes selber mit 22:21 in Führung und hatte die Halbfinal-Qualifikation vor Augen, als Matter und ihre jetzt in der Ehre angekratzten Teamkolleginnen den Schlussspurt knapp mit 25:23 für sich entschieden und damit immer noch auf ein Weiterkommen hoffen durften.

Hochspannung im Tiebreak

Nach ausgeglichenem Beginn konnten die nun äusserst aggressiv spielenden Baselbieterinnen mit 14:6 in Führung gehen und damit die Hoffnung auf ein entscheidendes Tiebreak offenhalten. Endlich fanden die Angriffsbälle von Blanchfield und Duello den Weg ins gegnerische Feld und der Satzausgleich wurde kurz darauf Tatsache. Das Momentum schien gekippt.

Das Tiebreak verlief dann sehr ausgeglichen, ehe bei den Gästen respektive ausgerechnet bei Nationalspielerin Sarah van Rooij die Nerven nicht mitspielten und sie mit zwei Eigenfehlern den Gegner aufbaute (4:2). Zwar führte Sm’Aesch Pfeffingen nach einem Andersson-Ass danach wieder mit 11:10, doch zu viele weitere Fehler bedeuteten wenig später das bittere Cup-Aus.

Das Telegramm

Volley Düdingen – Sm’Aesch Pfeffingen 3:2

Sätze: 25:20, 25:20, 23:25, 19:25, 15:11

Leinacker. – 300 Zuschauer. – SR Wolf/ Sieber

Düdingen: Dascalu, Cunningham, Eiholzer, Mohler, Uiato, Portmann (Libera), Steinemann; Caluori, Wieland, Deprati (Libera), Zurlinden, Sprumont, Rohrer.

Sm’Aesch: Matter, Barfield, Duello, Van Rooij, Bélanger, Saita (Libera), Pierret; Andersson, Eichler, Koch, Blanchfield.

Bemerkungen: Sm’Aesch ohne Wylie und Saladin (verletzt).