Europa League

Triumph und Tumulte: Der FCB freut sich nach dem 2:0 gegen Trabzonspor, Fans benehmen sich daneben

Der FC Basel gewinnt auch das dritte Heimspiel in der Europa League: mit 2:0 gegen Trabzonspor. Als Gruppensieger geht Rotblau damit in den Sechzehntelfinals den grossen Brocken aus dem Weg. Unschöne Szenen auf der Tribüne überschatten den Sieg.

Der FC Basel ist seit gestern Abend um gut eine Million Euro reicher. Für den 2:0-Heimsieg gegen Trabzonspor schüttet die Uefa 570’000 Euro an Prämie aus, für den dadurch gesicherten Gruppensieg fliesst noch eine weitere halbe Million in die Basler Kassen. Ein schönes Weihnachtsgeld für Präsident Bernhard Burgener und seinen FCB.

In den ersten zwanzig Minuten gibt es allerdings wenig Anzeichen, dass Basel nach den Heimsiegen gegen Krasnodar (5:0) und Getafe (2:1) auch den dritten -Europa-League-Gast im Joggeli besiegt. Die im Vergleich zum letzten Ligaspiel auf zehn Positionen veränderte B-Elf von Trabzonspor versemmelt gleich vier Hochkaräter. Einmal rettet Jonas Omlin, einmal die Latte, einmal Raoul Petretta auf der Linie und einmal das Unvermögen von Parmak. Das 1:0 von Silvan Widmer fällt in der 21. Minute dann völlig entgegen dem Spielverlauf. Nach einer Zuffi-Ecke und einem parierten Cabral-Kopfball staubt der Verteidiger am zweiten Pfosten ab. Es ist erst der zweite Treffer von Widmer auf internationaler Bühne. Den ersten erzielte er im Hinspiel in Trabzon.

Protestbanner sorgt für ein Handgemenge auf der Tribüne

Nach dem Führungstreffer ist die Angriffslust der Türken gebrochen. Der FCB hat keine Mühe, das Spiel zu kontrollieren, spielt aber auch nicht mit letzter Konsequenz auf das 2:0. Brisant wird es kurz vor der Pause neben dem Platz. Ein Banner mit der Aufschrift «Love Football, Hate Fascism» sorgt im Unterrang von Sektor B für Tumulte. Trabzonspor gilt als ein Club, der dem türkischen Präsidenten Recip Erdogan durchaus positiv gesinnt ist. Gegen dessen nationalistische Politik wendet sich das Banner. Rund vierzig türkische «Fans» fühlen sich durch diese friedliche Protestaktion so sehr provoziert, dass sie dem «Demonstranten» an den Kragen wollen. Ein Böller fliegt aus dem Gästeblock auf den Rasen. In der anderen Ecke haben die Sicherheitskräfte ihre Müh und Not, den Bannerträger vor den wütenden Türken zu beschützen. Erst als die Polizei einschreitet, löst sich der Mob auf. «Türkiye, Türkiye», hallt es aus dem Gästesektor, zahlreiche türkische Flaggen werden geschwenkt.

Tumulte Basel - Trabzonspor

Die Tumulte im Video

  

Erst durch die Halbzeitpause beruhigen sich die Gemüter. Auf dem Rasen lässt der FCB jetzt Ball und Gegner laufen. Erst trifft Afimico Pululu die Latte, nach 72. Minuten bringt Valentin Stocker den Ball dann im Netz unter. 2079 Tage hatte der FCB-Captain auf einen internationalen Treffer warten müssen. Gegen Valencia traf er im Viertelfinal 2014 zum 3:0-Endstand für den FCB. Auch diesmal fallen nach Stockers Treffer keine weiteren Tore.

Der FC Basel egalisiert damit den eigenen Punkterekord aus dem Jahr 2015 und beendet die Vorrunde als Gruppensieger. «Das fühlt sich sehr gut an und ist aufgrund der Qualität der Gegner hoch einzuschätzen», sagt Marcel Koller. Den dicksten Brocken wie Inter, Ajax, Arsenal oder Sevilla geht der FCB im Sechzehntelfinal so aus dem Weg. Die Paarungen werden am Montag um 13 Uhr in Nyon ausgelost.

Das sagt Silvan Widmer:

Silvan Widmer nach dem Spiel FC Basel - Trabzonspor

    

Das sagt Taulant Xhaka:

Taulant Xhaka nach dem Spiel FC Basel - Trabzonspor

     

Die Noten zum Spiel:

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