Badminton

Swiss Open in Basel: Ein Traumfinal kündigt sich an

Titelverteidiger Viktor Axelsen zieht ohne Satzverlust in die Halbfinals ein.

Titelverteidiger Viktor Axelsen zieht ohne Satzverlust in die Halbfinals ein.

Im Männer-Einzel der Swiss Open in Basel zeichnet sich ein Traumfinal ab. Doch nicht nur Titelverteidiger Viktor Axelsen spielt stark, auch die anderen aktuellen Olympia- oder WM-Medaillengewinner überzeugen.

Bereits am zweiten Turniertag hatten sich sämtliche Schweizer Teilnehmer von ihrem Heimturnier verabschiedet. Doch wie schlagen sich die Internationalen Stars an den Swiss Open in Basel? Acht amtierende Olympia- oder WM-Medaillengewinner hatten sich für das Turnier der zweithöchsten Kategorie angemeldet. Fünf von ihnen sind noch im Rennen, eine ist ausgeschieden, zwei waren gar nicht erst angetreten. Eine Übersicht vor den Halbfinals am Samstag.

Viktor Axelsen (Dänemark/2), WM-Bronze Männer-Einzel

Der Däne gewann vor einem Jahr in Basel sein erstes grosses Turnier überhaupt. Ein halbes Jahr später holte Europas Shooting-Star WM-Bronze im Einzel. Auch in diesem Jahr ist der 21-Jährige auf Kurs. Nach vier klaren Siegen ohne Satzverlust steht der Titelverteidiger heute in den Halbfinals. Dort trifft die Weltnummer 6 auf den Chinesen Xue Song. Die Turnierverantwortlichen von Basel haben ihren Traumfinal vor Augen. Denn neben Viktor Axelsen, der Turniernummer 2, ist auch die Nummer 1 noch im Rennen. Der Inder Kidambi Srikanth, die Nummer 4 der Welt, musste zwar einen Satz abgeben, steht aber ebenfalls in den Halbfinals. Sollte Axelsen den Titel erneut gewinnen, wäre ihm der Eintrag in die Geschichtsbücher der Swiss Open sicher. Erst einmal, 2004, ist es einem Spieler gelungen, seinen Titel erfolgreich zu verteidigen.

Wang Yihan (China/1), Olympia-Silber Frauen-Einzel

Die 27-jährige Titelverteidigerin Wang Yihan galt als die grosse Favoritin im Einzelfeld der Frauen. Die aktuelle Weltnummer 6 war in Basel an erster Stelle gesetzt. Die Olympia-Finalistin von 2012 und Weltmeisterin von 2011 war zu ihren besten Zeiten während 115 Wochen die «femme à battre», kämpft seit längerer Zeit jedoch mit Knieproblemen. Gestern wurde die «femme à battre» von einer 18-jährigen Thailänderin geschlagen. Busanan Ongbumrungpan zog mit einem klaren 21:13, 21:15-Sieg in die Halbfinals ein. Alle drei Thailänderinnen schafften es in Basel in die Viertelfinals, Ongbumrungpan als einzige in die Halbfinals. Seit dem WM-Titel 2013 von Ratchanok Iantanon (als 18-Jährige) wächst in Thailand ein junges, äusserst schlagkräftiges Team heran.

Reika Kakiiwa (Japan/1), Olympia-Silber und WM-Bronze Frauen-Doppel

Die 25-jährige Japanerin gewann mit zwei verschiedenen Partnerinnen 2012 Olympia-Silber und 2014 WM-Bronze. In Basel steht abermals eine neue Spielerin an ihrer Seite, doch Kakiiwa scheint das nicht zu stören. Die Turniernummer 1 setzte sich gestern gegen zwei Landsfrauen durch. Im heutigen Halbfinal warten erneut zwei Landsfrauen.

Liu Cheng und Bao Yixin (China/3), WM-Bronze Mixed

Das Mixed-Doppel aus China hat sich ohne Satzverlust für die heutigen Halbfinals qualifiziert. Dort trifft die Nummer 3 des Turniers auf das topgesetzte Paar aus Indonesien. Die 22-jährige Bao Yixin ist übrigens die einzige von den acht aktuellen Olympia- und WM-Medaillengewinnern, die in Basel auch in einer zweiten Kategorie antritt. Und das mit Erfolg. Auch im Frauen-Doppel hat sie die Halbfinals erreicht. Bao Yixin ist die einzige Athletin, die an sämtlichen Turniertagen zweimal im Einsatz stand.

Cai Yun (China/3), Olympia-Gold Männer-Doppel

Mit seinen 35 Jahren zählt Cai Yun zu den Oldies in Basel. Zusammen mit Fu Haifeng ist er amtierender Olympiasieger und vierfacher Weltmeister im Doppel. In Basel spielt Cai Yun nun mit dem um zwölf Jahre jüngeren Lu Kai. Sie sind als Nummer 3 gesetzt, in der Weltrangliste liegen sie auf Position 17. In der zweiten Runde musste das Duo einen Satz abgeben, ansonsten bekundeten die beiden Chinesen keine Probleme auf dem Weg in die heutigen Halbfinals.

Tommy Sugiarto (Indonesien/3), WM-Bronze Männer-Einzel

Die aktuelle Weltnummer 10 wäre in Basel an Nummer 3 gesetzt gewesen. Doch der 26-jährige Indonesier trat gar nicht erst an. Über die Gründe kann nur spekuliert werden, denn Badminton-Spieler müssen ihre Abwesenheit an Turnieren nicht begründen. Klar ist: Sugiarto spielte zuletzt schlecht, befindet sich in einem Formtief, trat bei den All England Open Anfang März grippegeschwächt an und hat sich offenbar auch noch mit dem nationalen Verband überworfen. Sugiarto trat aus dem nationalen Programm Indonesiens aus, da ihm die «richtige Balance» mit den Trainern fehlte.

P. V. Sindhu (Indien/2), WM-Bronze Frauen-Einzel

Auch die Weltnummer 9 trat in Basel nicht an. Die indische Teenager-Sensation und Basel-Halbfinalistin des Vorjahres verpasste bereits die All England Open aufgrund einer Verletzung.

Die Resultate der Viertelfinals
Basel. Swiss Open Grand-Prix-Gold-Turnier (120'000 Dollar)

Viertelfinals. Männer. Einzel: K. Srikanth (Ind/1) s. Takuma Ueda (Jap/8) 21:11, 21:12. Viktor Axelsen (Dä/2) s. Ka Long Angus (Hongkong/10) 21:15, 21:10. Ajay Jayaram (Ind) s. Kazumasa Sakai (Jap) 17:21, 23:21, 21:15. Xue Song (China) s. Christie Jonatan (Indo) 21:17, 21:10.

Doppel: Cai Yun/Lu Kai (China/3) s. Andrew Ellis/Peter Mills (Eng) 21:10, 21:14. Markus Fernaldi/Kevin Sanjaya (Indo/7) s. Kim Astrup/Anders Skaarup Rasmussen (Dä/4) 22:20, 19:21, 21:17. Goh V Shem/Tan Wee Kiong (Malaysia/6) s. Takuto Inoue/Yuki Kaneko (Jap) 23:21, 21:18.

Frauen. Einzel: Busanan Ongbumrungpan (Thai/8) s. Wang Yihan (China/1) 21:13, 21:15. Sayaka Takahashi (Jap/3) s. Nichaon Jindapon (Thai/7) 21:19, 21:10. Akane Yamaguchi (Jap/5) s. Michelle Li (Ka/4) 21:8, 15:21, 21:12. Sun Yu (China/6) s. Porntip Buranaprasertsuk (Thai) 21:11, 21:5.

Doppel: Reika Kakiiwa/Miyuki Maeda (Jap/1) s. Naoko Fukuman/Kurumi Yanoa (Jap) 21:18, 21:19. Bao Yixin/Tang Yuanting (China/5) s. Jongkonphan Kittiharakul/Rawinda Prajongjai (Thai) 15:21, 21:15, 21:12. Ayane Kurihara/Naru Shinoya (Jap) s. Gabriela Stoeva/Stefani Stoeva (Bul/6) 21:17, 23:21. Eefje Muskens/Selena Piek (Ho) s. Amelia Alicia Anscelly/Fie Cho Soong (Malaysia) 21:15, 21:23, 21:6.

Mixed: Tontowi Ahmad/Liliyana Natsir (Indo/1) s. Jacco Arends/Selena Piek (Ho) 21:11, 21:19. Liu Cheng/Bao (China) s. Praveen Jordan/Debby Susanto (Indo/6) 21:19, 21:7. Riky Widianto/Puspita Richidili (Indo/4) s. Gaëtan Mittelheisser/Audrey Fontaine (Fr) 18:21, 21:17, 21:11.

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