Auswärtsschwäche

Punkt- und ratlos: Der FCB verliert in Lugano dramatisch

Der FC Basel unterliegt in Lugano nach einem späten Tor mit 0:1 und kassiert die bereits vierte Saisonniederlage. Eine Erklärung haben die Spieler dafür noch nicht.

Sie stehen noch lange da. Valentin Stocker , Timm Klose und Fabian Frei. Mit ratlosem Blick, die Hände auf die Knie gestützt. Man habe besprochen, dass das gar nicht so schlecht gewesen sei. Nicht so, dass man am Ende mit leeren Händen nach Hause reisen müsste. Aber das muss der FC Basel. Nach einem Spiel, das er über weite Strecken im Griff hat, in dem er sich mehr Chancen als der FC Lugano erspielt, gar eine Handvoll hundertprozentiger. Das er schliesslich aber mit 0:1 verliert. In der 92. Minute, Sekunden vor Abpfiff, erzielen die Luganesi den goldenen Siegtreffer. Die Tessiner sind so seit 16 Spielen ungeschlagen – und der FCB kassiert seine bereits vierte Saisonniederlage. Auch, weil er am Ende vielleicht lieber nicht verlieren wollte, als alles daran zu setzen, zu gewinnen.

«Das ist so, wir haben das Risiko nicht genommen, um das 1:0 erzielen. Und dennoch kassieren wir dann noch ein Gegentor», bilanziert Frei, der für seine Verhältnisse ungewohnt lange nach den treffenden Worten suchen muss. Weil auch er sich nicht ganz erklären kann, wie man dieses Spiel verlieren konnte. Dabei ist er bei der entscheidenden Szene ganz nahe dran. Als Albian Hajdari, der erst 17-jährige Verteidiger, an der Seitenlinie das Kopfballduell verliert, zieht Bottani an allen Gegnern vorbei ins Zentrum, wird mit einem Querpass in Szene gesetzt und kann das Tor etwas gar ungehindert erzielen. Frei kommt nicht nach, Jasper van der Werff rückt zu spät ein. Und im Tor kann Heinz Lindner nichts machen. Es ist ein ganz bitterer Moment für die Basler, bei denen sich Stocker und Frei einig sind: «Ein Unentschieden wäre verdient gewesen.» Vielleicht gar etwas mehr.

Ein neues System und ein bekanntes Problem

Der FCB beginnt eigentlich gut, hat bereits nach zehn Minuten eine sehr gute Chance. Er profitiert davon, dass Lugano von der Aufstellung der Basler etwas überrascht wird. Statt im gewohnten 4-2-3-1- zu agieren, stellt Ciriaco Sforza aus  Mangel an personellen Alternativen auf eine Dreierkette um. Nach dem ersten Überraschungseffekt aber kriegen die Tessiner Zugriff. Der FCB baut ab, das Spiel wird zunehmend zu einer Partie, die zwischen den beiden Strafräumen stattfindet. Erst in der 60. Minute wird der erste Schuss auf das Tor abgegeben. Alle anderen landen neben den Toren.

Im Vergleich zu vergangenen Partien hat der FCB in der zweiten Halbzeit plötzlich mehr Luft, wird stärker. Vielleicht auch, weil Sforza in der Pause wechseln und auch das System umstellen muss. In der altbekannten Formation agiert der FCB mit mehr Automatismen, kreiert zwingendere Abschlüsse. Er sei froh über die vielen Chancen, sagt Sforza. Die mangelhafte Auswertung aber sei einer der Punkte, den er an diesem bitteren Abend beanstanden müsse. Und der andere ist, dass man so spät noch ein Tor bekommen hat. Wie schon gegen Lausanne verspielt der FCB in den letzten Sekunden die Null. Weil es scheinbar an Konzentration bis zum Abpfiff fehlt.

So steht der FCB nach acht Runden bereits acht Punkte hinter YB nur auf Rang 5. Das ist zu wenig. Nachdem der FCB am Mittwoch gefühlt den Bock umgestossen hatte, den Rank gefunden hatte, sieht er sich nun wieder mit seiner Inkonstanz konfrontiert. Seit dem Sommer hat er keine zwei Spiele am Stück mehr gewinnen können. Ein Fakt, der es schwierig macht, ganz vorne mitzuspielen. Auch das werden Klose, Frei und Stocker noch kurz konstatiert haben.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1