Generalversammlung

Post für den FC Basel: Mitglied will mit Fanhilfe gegen den Imageverlust ankämpfen

An der letzten GV forderte Bernhard Burgener die Mitglieder auf, Ideen für modernere Statuten mitzuteilen.

An der letzten GV forderte Bernhard Burgener die Mitglieder auf, Ideen für modernere Statuten mitzuteilen.

Ein FCB-Mitglied hat einen Antrag für neue Statuten eingereicht. Der Verein zeigt sich überrascht - auch, weil er nichts davon wusste.

Es war die Art und Weise der Schliessung der Kindersportschule Bebbi, die FCB-Mitglied Patrick Fassbind zum Handeln zwang. «Die Entscheidung mag fachlich richtig sein, aber kommunikativ war das wiedermal eine Katastrophe», sagt er zur Erklärung, warum er gerade jetzt einen Antrag zur Änderung der Statuten des FC Basel eingereicht hat. Diesen hat er am Montag per Einschreiben an die Geschäftsstelle des FCB gesendet.

«Wir freuen uns immer über jedes aktive Mitglied, welches uns mit konstruktiven Beiträgen in jeglicher Hinsicht unterstützt», sagt FCB-CEO Roland Heri zu Fassbinds Antrag, der gestern allerdings noch nicht auf der FCB-Geschäftsstelle eingetroffen ist. «Deshalb nehme ich diesen Antrag speziell zur Kenntnis, da ich von diesem Schreiben aus den Medien erfahren habe», so Heri. Entsprechend könne er den Inhalt nicht kommentieren.

Der Antragsteller Fassbind ist seit klein auf FCB-Fan. Mittlerweile sitzt der Saisonkarteninhaber mit seiner Frau und den zwei Kindern im Family Corner. Nach schlechten Spielen kann er oft nicht gut schlafen. Noch mehr Sorgen als die Resultate bereitet ihm aber aktuell das Image seines Herzensklubs. «Die Stimmung ist nicht gut. Die Fans sind unzufrieden. Vor allem mit der Kommunikation», sagt Fassbind. Um das zu ändern, prescht er jetzt voran: «Der Verein gehört nicht Bernhard Burgener. Er gehört jedem Mitglied. Wenn sich diese Basis einbringt, kann das dem FCB nur gut tun.»

Breiter, diverser und vor allem mit mehr Fannähe

Laut Fassbinds Antrag sollen in Zukunft zwei der maximal sieben Klubvorstände Fanvertreter sein, die unabhängig von FCB AG und Holding sind. Einer der beiden Fanvertreter aus dem Klubvorstand soll gemäss Fassbinds Vorschlag auch als Delegierter des Vereins im Verwaltungsrat der AG sitzen und damit in dieser Funktion Bernhard Burgener ablösen. «Aktuell schart Burgener vor allem Freunde um sich. In so einem Wohlfühlgremium fehlen die kritischen Gegenstimmen», sagt Fassbind. Vom FCB ist diesbezüglich nur zu vernehmen, dass er keinesfalls auf dem Status quo der Klubleitung im Verein beharre. Heri verweist dabei auch auf die Generalversammlung vom Juni 2019, an welcher Präsident Burgener dies explizit betont hatte.

Welche Möglichkeiten eine Integration von Fanvertretern hätte, erläutert Fassbind anhand des Falls mit der Kindersportschule. Dort hätten die Fanvertreter im Gremium zum Beispiel erklären können, wie fest verankert die Schule in der Region ist. Und dass man diese nicht einfach so schliessen könne, ohne nach den betroffenen Eltern auch die Medien direkt und proaktiv per Pressekonferenz zu informieren. Das war nicht der Fall. Die Infos sickerten schnell durch und der FCB musste sich dann anschliessend erklären. Obwohl er in der Sache – Kinder sollten nicht zu früh den Druck eines FCB-Juniors ausgesetzt sein - eigentlich Recht hat, bröckelte das Image des Klubs weiter.

Der Imageverlust soll schleunigst gestoppt werden. Durch diese Statutenänderung sei der FCB gemäss Fassbind in der Zukunft breiter und diverser aufgestellt. Ausserdem würde der FCB Fannähe und Bodenständigkeit leben und wäre in der Region besser verankert. Fassbind sagt: «Die Fans können zum Wohl des Klubs beitragen. Es gibt eine Menge geeigneter Leute, deren Mitwirken ein Vorteil sein würde.» Von einer Übernahme des Klubs durch die Fans will er nichts wissen. «Zwei Fanvertreter im Vereinsvorstand und ein Delegierter in der AG sind ja keine Mehrheit, sie sind lediglich ein Mehrwert. Die Fans sollen nicht bestimmen sondern mitreden. Das tut jedem Verein gut.»

Der FCB hält seine Statuten 2020 noch unter Verschluss

Fassbind wird in den Monaten bis zur GV Werbung für seine Statutenänderung machen. Er rechnet sich Chancen aus, dass die Nötige Dreiviertel-Mehrheit zur Annahme zustande kommen könnte. Doch sein Antrag ist nicht der einzige, der an diesem Tag den Mitgliedern vorgelegt wird.

Doch sein Antrag ist nicht der einzige, der an diesem Tag den Mitgliedern vorgelegt wird. Auch der FCB selber will die Ergebnisse aus dem Projekt Statuten 2020 an dieser GV zur Abstimmung vorlegen. Der Verein weiss, dass die aktuellen Statuten verhaltet sind und hat den eigenen neuen Vorschlag Anfang Jahr verschiedenen Mitgliedern aus sämtlichen Fan-Kreisen- und Sektoren vorgestellt. Die restlichen Mitglieder werden es im Oktober an der GV einsehen können. Es ist das Vorrecht der an der GV teilnehmenden Mitglieder, Einsicht zu bekommen. Für die Öffentlichkeit wird es ebenfalls erst dann publik. Einen Punkt zur Grundhaltung des Klubs aber betont der FCB-CEO: «Ich persönlich würde es sehr begrüssen, wenn wir noch mehr jüngere Menschen und auch die eine oder andere Dame begeistern könnten, sich aktiv am Vereinswesen zu beteiligen.» Für Diskussionsstoff ist auf jeden Fall gesorgt.

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