Europa League
Pläne für die Europa League nehmen Form an: Geht's für den FCB zurück an den Glücksort?

Wie genau es mit der Europa League weitergeht, ist noch unklar. Es könnte den FCB aber an einen bereits bekannten Ort bringen.

Céline Feller
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Die Frankfurter Commerzbank Arena.

Die Frankfurter Commerzbank Arena.

freshfocus.ch

Es ist das bislang letzte Spiel, das der FC Basel absolviert hat. Es ist der 12. März, ein Donners­tagabend, ein verregneter. Der FC Basel gastiert im Hinspiel der Achtelfinals der Europa League bei Eintracht Frankfurt. Und beeindruckt. Den Gegner, aber auch mit der Art und Weise, wie mit der Geisterspielkulisse sowie dem ewigen Hin und Her bis kurz vor Anpfiff umgegangen wird. Denn gleich mit 3:0 fegt der FCB den Bundesligisten vom Platz. So souverän und deutlich, wie im Vorfeld kaum zu erwarten gewesen war. Weil Frankfurt erschreckend schwach ist. Nach dem Spiel reist der FCB direkt nach Hause. Einen Tag später trifft man sich ein letztes Mal, dann ruht der Betrieb. National ohnehin schon, ab dann aber auch international.

Während seit rund zehn Tagen klar ist, wie es mit den nationalen Wettbewerben weitergeht, ist die Zukunft der Europa League – aber auch der Champions League – noch immer nicht ganz geklärt. Beide Wettbewerbe sollen, so viel ist bekannt, im Turnierformat innert weniger Tage im August an einem Ort zu Ende gespielt werden. Für die Königsklasse scheint sich die Uefa für Lissabon entschieden zu haben. Der ursprüngliche Finalort Istanbul sei zu unsicher. Und jetzt ist offenbar auch klar, wo in der Europa League gespielt werden soll. Oder zumindest, in welchem Land: in Deutschland. Dies schreibt gestern die in Sportthemen oft sehr gut informierte «Bild»-Zeitung. «Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit» werde Deutschland den Zuschlag bekommen, meint die «Bild». Neben Frankfurt, das die Spiele zusammen mit den nahe gelegenen Spielorten Mainz, Sinsheim und Wiesbaden austragen würde, ist auch Nordrhein-Westfalen mit den Stadien in Köln, Düsseldorf, Duisburg und Gelsenkirchen im Rennen. Das bekannteste Stadion in Nordrhein-Westfalen - der Dortmunder Signal-Iduna-Park – sei keine Option, weil die Kameras zu viele leere Sitze filmen würden.

Aber auch ohne das berühmte Stadion mit der gelben Wand scheinen Köln, Düsseldorf und Co. aktuell die Nase vorn zu haben, so «Bild». Vor allem aus Sicht des DFB, aber auch aus Sicht der Uefa. Hauptgrund sei, dass der DFB bei einer Austragung in Nordrhein-Westfalen nur mit einer Landesregierung verhandeln müsste.

Beeindruckendes Hygiene­konzept als Argument

Dass der DFB als Austragungsort auf den Radar der Uefa kam und sich in der Folge bewarb, ist auf Uefa-Präsident Aleksander Čeferin zurückzuführen. Dieser fragte persönlich bei DFB-Boss Fritz Keller an, ob sich der Deutsche Fussball-Bund die Austragung des Finalturniers vorstellen könnte. Čeferin, so «Bild», sei beeindruckt vom Hygienekonzept von DFB und DFL, dank dem die Bundesliga als erste grosse Liga bereits Mitte Mai den Spielbetrieb wieder aufgenommen hatte. Seither fungiert die Bundesliga für alle Ligen, die den Restart planen oder bereits fixiert haben, als Vorbild.

Definitiv entschieden ist noch nichts. Erst am 17. Juni fällt das Uefa-Exeku­tivkomitee gemeinsam mit DFB-Vizepräsident Rainer Koch den Entscheid. Der FCB sowie alle anderen noch in der Europa League engagierten Teams können sich aber bereits auf Deutschland als Spielort einstellen. Und wer weiss, vielleicht macht Frankfurt doch noch das Rennen und kehrt der FCB an jenen Ort zurück, der ihm vor der Pause Glück und eine gute Ausgangslage gebracht hat.