FC Basel

Neue Optionen: Das sind die Erkenntnisse nach dem 1:0 Testspiel-Sieg gegen Bukarest

Am Tag der Abreise gewinnt der FC Basel den dritten Test im Trainingslager in Marbella mit 1:0 gegen den FCSB Bukarest. Trainer Marcel Koller experimentiert und zieht Bilanz.

Alle sind in Eile. Spieler, Staff, Schreibende. Das Spiel gegen den FCSB Bukarest ist eben zu Ende gegangen. Es ist kurz vor halb Eins am Donnerstagmittag. Die Eile, sie hängt mit dem nachfolgenden Programm zusammen. Packen. Fahrt an den Flughafen. Heimreise. Alles eng getacktet. Zeit für Spässchen bleibt eigentlich nicht. Eigentlich. Aber einer, der nimmt sie sich: Marcel Koller. Als er geblendet von der Sonne ein Interview geben soll, bittet er um einen Wechsel an einen anderen Ort. Und schiebt noch nach: «Ich bin ja trotzdem auf der Sonnenseite.» Ein Lächeln, ein aufblitzender Schalk. Die Stimmung ist gut beim Cheftrainer des FC Basel. Natürlich weil nach zehn Tagen die Heimat ruft. «Nach einer Woche hat der Lagerkoller etwas begonnen, jetzt bin ich froh, wenn ich zu Hause bin in der gewohnten Umgebung», sagt der Trainer.

Aber nicht nur deswegen kann Koller guten Mutes sein. Seine Mannschaft hat zwei von drei Testspielen im Trainingslager in Marbella gewonnen. 3:2 gegen Düsseldorf zum Auftakt und 1:0 gegen Bukarest zum Abschluss. Dass der Sieg gegen die Rumänen nicht aus einer starken, anschaulichen Leistung resultiert, ist nicht wegzudiskutieren. Eben so wenig wie die Tatsache, dass Edon Zherova einmal mehr ein traumhaftes Tor erzielt hat. Nach Pass von Orges Bunjaku legt er ein sehenswertes Solo hin und schliesst eben so schön ins lange Eck ab.

Die neuen Optionen auf der Sechs

Marcel Koller lobt dabei vor allem, «dass dieser Sieg mit diesem Bewusstsein noch heim gebracht wurde.» Der Test sei nicht einfach gewesen, der Gegner aufsässig und aggressiv. «Gefühlt war es ein Meisterschaftsspiel. Es ging richtig zur Sache. Wir mussten dagegenhalten, uns behaupten.» Aufgrund dieser kämpferischen Spielführung kommt kaum Spielfluss auf. Die Räume sind eng, die Lösung oft ein Pass nach hinten. Es ist kein schönes Spiel, aber auch keines, das in zwei Wochen noch interessiert.

Spannend sind dafür die erneuten Experimente. Dazu gehört, dass Koller Neuzugang Jasper van der Werff auf der Sechs statt in der Innenverteidigung aufstellt. Der 21-Jährige spielte diese Position in der Jugend und kann sie auch heute noch übernehmen. Es ist eine weitere Option, die sich dem FCB im Hinblick auf das Auftaktspiel bei YB bietet. Dann fehlt mit Taulant Xhaka schliesslich ein wortwörtlich zentrales Puzzleteilchen. Die andere Möglichkeit, diese Position zu besetzen, heisst Yannick Marchand. Ihn testete Koller in den zwei Spielen zuvor. Das Eigengewächs zeigte besonders gegen Düsseldorf eine gute Leistung. Beide Optionen wären denkbar. Van der Werff hat jedoch den Bonus der grösseren Erfahrung.

Erkenntlich war ausserdem, dass Koller wohl ein 4-1-4-1 statt einem, wie sonst grossmehrheitlich gespieltem, 4-2-3-1 für das Spitzenspiel gegen YB im Kopf hat. So könnten Frei und Zuffi vor der Sechs die Fäden ziehen. Oder auch Valentin Stocker. Sofern er den spielen kann. Das Urteil der Liga steht noch immer aus. Auf Anfrage dieser Zeitung kam keine Antwort.

Am Sonntag kommt der HSV ins Joggeli

Spätestens bis Sonntag hofft der FCB, dahingehend Klarheit zu haben. Eine Woche vor Rückrundenstart testet der FCB den Ernstkampf gegen den Hamburger SV. Die dort gewählte Aufstellung wird Aufschluss über die Pläne von Marcel Koller geben. Die für den Rückrundenauftakt gesperrten Spieler sollen gegen das Team aus der 2. Bundesliga nicht mit dabei sein. Xhaka, Cömert und gegebenenfalls auch Stocker kommen am Dienstag in einem weiteren Testspiel gegen GC zum Einsatz, gemeinsam mit einigen jungen Spielern, welche im Kader für den HSV-Test ebenfalls keinen Platz haben.

In Puncto YB-Vorbereitung setzt das HSV-Spiel aber den Schlusspunkt. In der Trainingswoche soll sich dann noch der Feinschliff geholt werden, wie Koller sagt. Mit der Hoffnung, dass er dann auch im Stade de Suisse auf der Sonnenseite stehen wird.

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