FC Basel

Marco Streller zum Saisonstart: «Es stimmt sehr vieles»

Beim FC Basel tanzt derzeit keiner aus der Reihe – offen bleibt nur die Frage um Serey Die.

Beim FC Basel tanzt derzeit keiner aus der Reihe – offen bleibt nur die Frage um Serey Die.

Als letztes Team der Super League startete der FCB heute in die Vorbereitung der Rückrunde. Anders als noch vor einem Jahr wurden die Basler dabei nicht von unangenehmen Nebengeräuschen gestört.

Es könnte auch in Strömen regnen, die Stimmung würde darunter nicht leiden. Aber so setzen die Sonnenstrahlen der allgemeinen Wetterlage im FCB die Krone auf, als Marco Streller und seine Teamkollegen gestern Nachmittag zum ersten Mal in diesem Jahr den Trainingsplatz betreten. Kurzes Warmlaufen, ein paar Passübungen und zum Schluss ein Spiel ohne Tore – nach 45 Minuten ist der Aufgalopp vor den rund 150 Zaungästen bereits wieder vorbei und die Spieler verziehen sich nach dem Erfüllen der Autogrammwünsche in die Kabine.

Vielversprechendere Ausgangslage auf wie neben dem Platz

«Es stimmt sehr vieles», sagt Captain Streller zuvor im wohlig warmen Pressezentrum des St. Jakob-Parks, gefragt nach der Atmosphäre im und um die Mannschaft. Keine Differenzen zwischen Trainer und Spielern, wie es sie vor genau einem Jahr noch gab. Keine Trainerdiskussion, die den FCB damals bis zur Trennung von Murat Yakin begleiten sollte. Und auch die sportliche Ausgangslage ist um einiges vielversprechender als noch vor Jahresfrist: Acht Punkte Vorsprung auf den Verfolger FC Zürich, dazu das Duell in den Champions-League-Achtelfinals gegen den FC Porto.

Lauern also überhaupt Gefahren auf dem Weg zum sechsten Meistertitel in Folge, Marco Streller? «Wenn wir unser Niveau halten, werden wir am Ende oben stehen. Doch wir müssen vorsichtig bleiben. Der FCZ hat eine sehr gute Mannschaft und wird im Frühling nicht viele Punkte abgeben.» Und was liegt in der Königsklasse drin? «Ich schätze Porto stärker ein als Liverpool. Doch wenn wir zwei Top-top-Tage erwischen und sie nicht, haben wir eine Chance. Wir gehen jedenfalls in die Spiele mit dem Ziel, weiterzukommen.»

Der nächste Schritt im Prozess

Das der – zugegeben, nicht sehr überraschende – Ausblick auf die Rückrunde. Genaueres, etwa über eine allfällige Anpassung des Spielsystems oder Veränderungen im Kader, lässt sich erst zu einem späteren Zeitpunkt der Vorbereitung sagen.

Am Sonntag fliegt der FCB nach Spanien, wo er sich während zehn Tagen in wärmeren Gefilden als hierzulande den Feinschliff für die Rückrunde holt. Im Mittelpunkt werde dort, so Paulo Sousa, weniger die Fitness stehen. «Körperlich haben die Spieler während den Ferien nicht viel verloren.» Vielmehr gelte es, den nächsten Schritt im viel zitierten Prozess zu machen. «Noch schneller Entscheidungen treffen, noch besser aufeinander abgestimmt sein» wolle man in Zukunft. Erster Gradmesser sind die Grasshoppers, zu denen Rot-Blau zum Rückrundenauftakt am 8. Februar reist.

Kinder hüten statt Skifahren
Bleibt Raum für einen Rückblick auf die Festtage. Ein paar davon hat Streller mit seiner Frau in New York verbracht und «dort genauso viel eingekauft wie sie», entschärft er im gleichen Atemzug lachend die gängigen Vorurteile. Kinder hüten war in den Skiferien angesagt, wobei es für Streller tatsächlich beim Hüten blieb: «Ich verzichte aufs Skifahren, die Verletzungsgefahr ist zu gross.» In Grächen hat er zudem Kumpel Alex Frei getroffen.

Zur Erinnerung: Frei hat am 6. Dezember entnervt den Bettel als Sportdirektor des FC Luzern hingeworfen. «Alex ist es sicher schon besser gegangen. Aber er wirkte gelöst.»
Die Schönheit der Berge hat sich auch Paulo Sousa nicht entgehen lassen. Der Portugiese beliess es bei einem kurzen Abstecher in die Heimat und verbrachte Weihnachten und Neujahr mit der Familie in der Schweiz. Wie für seinen Captain galt für Sousa: Hände weg von den langen Brettern. «Bei uns fährt die Tochter Ski. Ich stehe lieber auf dem grünen Rasen.» Die Freude darüber, endlich wieder auf dem geliebten Terrain zu agieren, die war Sousa gestern deutlich anzusehen.

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