Leichtathletik
Gregori Ott: «Es reicht nicht, nur ein Fleischberg zu sein»

Am letzten Samstag hat Gregori Ott von den Old Boys Basel mit 18,64 Metern einen neuen Schweizer U23-Rekord in der Halle aufgestellt. Ott verbesserte die Bestmarke des ehemaligen Olympia-Medaillengewinner Werner Günthör um 63 cm.

Timon Richner
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Der frischgebackene U23-Rekordkugelstosser Gregori Ott freut sich zusammen mit Trainer Rolf Oesterreich und Trainerin Ursi Jehle.

Der frischgebackene U23-Rekordkugelstosser Gregori Ott freut sich zusammen mit Trainer Rolf Oesterreich und Trainerin Ursi Jehle.

Zur Verfügung gestellt

Gregori Ott, hast du dich mit dem Wurf auf 18,64 Meter am Wochenende selbst überrascht?

Gregori Ott: Ich hätte nie gedacht, dass es gleich für diese tolle Weite reicht. An einem Vorwettkampf am Donnerstag habe ich allerdings mit 17,81 bereits eine Persönliche Bestleistung gestossen. Ich wusste daher, dass meine Form gut ist. Ich rechnete aber nicht mit einer Weite von über 18 Meter.

Du hast den U23-Rekord von Werner Günthör geschlagen. Hat er dir schon gratuliert?

Nein, noch nicht. Wir haben unsere Kontaktdaten noch nie ausgetauscht. Vielleicht hat er sich aber bei meiner Trainerin Ursi Jehle gemeldet. Konkret habe ich da aber noch nichts gehört. Für mich ist es eine grosse Ehre, dass ich auf dem gleichen Niveau bin, wie Günthör es in meinem Alter war.

Günthör wurde später in seiner Karriere dreimal Welt- und einmal Europameister. Was sind deine Ziele?

Ich bin jetzt 20-jährig. Ein Kugelstösser bringt seine Top-Leistungen normalerweise mit 26 Jahren. Ich habe noch genügend Zeit meine jetzige Bestleistung von 18,64 auf die WM-Limite von 20,45 zu bringen. Ich will es schon in die Europäische Spitze schaffen.

Bis zur WM-Limite sind es aber doch noch beinahe zwei Meter.

Das tönt nach viel das stimmt. Aber im letzten Jahr kam ich auch von 16,77 Metern auf 18,64. Es kann sehr schnell gehen. Ich muss mir aber auch keinen Stress machen. Ich kann mich Schritt für Schritt steigern – Zeitdruck habe ich in meinem jungen Alter noch nicht.

Wie schaffst du es dich zu steigern? Geht das vor allem über Kraft- oder Techniktraining?

Zwischen diesen beiden Komponenten muss ich zusammen mit meinem Trainerteam die Balance finden. Einfach nur ein Fleischberg zu sein, reicht heute nicht mehr aus. Im Moment merke ich, dass ich mit Training im Technischen Bereich mehr herausholen kann als mit purem Krafttraining. Glücklicherweise habe ich mit dem ehemaligen Weltrekordhalter Rolf Oesterreich einen Experten für den Drehstoss an meiner Seite.

In der Leichtathletik wird streng zwischen Resultaten draussen oder in der Halle unterschieden. Macht es wirklich einen Unterschied, ob man die Kugel nun in der Halle oder draussen stösst?

In der Disziplin Kugelstossen ist der Unterschied wirklich klein, da die Wettkampfanlage draussen wie drinnen praktisch identisch ist. Gerade für Junge Athleten ist die Hallensaison jedoch extrem wichtig. Vor allem in den Lauf-Disziplinen lassen viele Top-Athleten die Hallenwettkämpfe aus, so werden Startplätze für den Nachwuchs frei. Solche Wettkampferfahrungen aus der Halle sind wichtig.

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