Eishockey
EHC Zunzgen-Sissach befindet sich weiterhin im Sturmtief

Nach der Auflösung der 1.-Liga-Equipe droht nun ein Referendum, Zunzgen-Sissach endgültig den Garaus zu machen. Am 10. Mai soll entschieden werden, wie es mit dem EHC weitergeht. 1.-Liga-Eishockey wird es aber definitiv nicht mehr geben.

Michael Schenk
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Bald kein 1.-Liga-Eishockey mehr auf der Kunsteisbahn: Der Club hat sich aufgelöst.

Bald kein 1.-Liga-Eishockey mehr auf der Kunsteisbahn: Der Club hat sich aufgelöst.

Juri Junkov

Die Sissacher Gemeindeversammlung hat am 9. April einem Kredit von 700'000 Franken zur Sanierung der Kunsteisbahn zugestimmt. Der Kunschti, die bekanntlich seit Anfang November 2012 auf Eis gelegt ist, weil das Dach unter Last einzustürzen droht.

Mit dem Kredit soll ein Teilrückbau des Dachs erfolgen, sodass nächste Saison wieder Eis zur Verfügung steht. Geplant ist, ein quadratisches Loch ins Dach zu «schneiden», um dieses zu entlasten. Das Eisfeld wäre danach offen, die Zuschauerränge und Curlingbahn blieben gedeckt.

Inzwischen hat jedoch ein Ortsansässiger das Referendum ergriffen. Sollten bis zum 10. Mai 450 gültige Unterschriften eingereicht werden, müsste das Projekt überarbeitet und gegebenenfalls erneut vom Souverän verabschiedet werden.

«Wenn dieses Referendum zustande kommt», sagt Ruedi Müller, TK-Chef des EHC Zunzgen-Sissach, «wäre dies das Ende unseres Vereins. Und wohl auch das Ende des Curlingklubs.» Denn: «Dann würde es zeitlich nie mehr reichen, dass die Kunschti im Oktober benutzbar wäre.»

Er, Ruedi Müller, wüsste in dem Fall nicht, wo er mit den 110 Nachwuchsspielern sprich den neun,aktuellen ZS-Mannschaften hin sollte. Und zu sagen, wir unterbrechen die Vereinsaktivitäten ein, zwei Jahre, bis wieder Eis in Sissach zur Verfügung steht, erachtet Müller als utopisch. «Das käme faktisch auch dem Vereinsende gleich.» Allein die Formulierung wäre eine andere.

Insofern ist der 10. Mai der Schicksalstag, der über die Zukunft, sprich den Fortbestand des EHC Zunzgen-Sissach, entscheidet. «Das kann man durchaus so sagen», sagt Müller.

Demzufolge haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Verlauf der nächsten Tage nun zu entscheiden, was für sie mit ihrer Unterschrift oder nicht Unterschrift im Vordergrund steht: Geld und rechtliche Aspekte oder den jungen und schon etwas älteren Eissportlerinnen und -sportlern in Sissach innert nützlicher Frist eine Heimat zu erhalten.

Der rechtliche Aspekt gestaltet sich in dem Fall derlei, als dass an der Halle nichts verändert werden darf, solange die Schuldfrage nicht eindeutig geklärt ist. Die Antwort also gefunden ist, wer für das Dach-Debakel verantwortlich ist.

Müller sagt, dass dieses Beweisermittlungsverfahren aber wohl – ohne Referendum – innert nützlicher Frist abgeschlossen werden könnte. Schnell genug jedenfalls, damit der Teilrückbau bis Saisonbeginn erfolgt wäre.

Was es gewiss nicht mehr geben wird, ist 1.-Liga-Eishockey auf der Kunschti in Sissach. Die 1.-Liga-Equipe hat sich aus finanziellen Gründen, die definitiv auch mit der Hallenproblematik zusammenhängen, aufgelöst.

«Wir haben es den Spielern völlig freigelassen, wo sie in Zukunft spielen wollen», sagt Müller. Ein beträchtlicher Teil der Mannschaft wechselt indes, wie zu erwarten, zum regionalen Erstligisten EHC Basel/Kleinhüningen.

Andere wiederum wären bereit, nächste Saison für die Zweitliga-Equipe des EHC Zunzgen-Sissach zu spielen – sofern die unendliche Eishallen-Geschichte zu einem für den Sport guten Ende kommen sollte.

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