Handball
Drei neue Vorstandsmitglieder beim RTV Basel sollen die finanziellen Sorgen lindern

Der RTV Basel erweitert seine Chefetage, um so in Zukunft breiter aufgestellt zu sein. Gerüchten zu einer Opposition erteilt der Verein eine Absage. Bis auf einen Abgang gibt es zudem keine Neuigkeiten, was die Kaderplanung angeht.

Daniel Schettler und Jakob Weber
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Ob ausländische Profis wie Aleksander Spende (l.) und Jonas Dell auch in Zukunft für Schwarzweiss spielen, ist ungewiss. Bild: Edgar Hänggi (8. März 2019)

Ob ausländische Profis wie Aleksander Spende (l.) und Jonas Dell auch in Zukunft für Schwarzweiss spielen, ist ungewiss. Bild: Edgar Hänggi (8. März 2019)

Edgar Hänggi

Seit dem Meisterschaftsabbruch am 13. März ruht der Handball in Schweizer Sporthallen. Aufgrund der Entwicklungen des Coronavirus war somit auch für den RTV Basel eine turbulente Jubiläumssaison vorzeitig beendet. Gegenwärtig sehen sich die professionellen Sportvereine mit der Situation konfrontiert, dass sie aufgrund des Virus ihrer Geschäftsgrundlage entzogen wurden. Diese Realität führte auch im Handball zu Kurzarbeit.

Nicht nur europäische Topvereine wie die RheinNeckar Löwen aus der Deutschen Bundesliga um den besten Schweizer Handballer Andy Schmid nutzten die Möglichkeit der finanziellen Entlastung. Auch der «kleine» RTV beantragte staatliche Unterstützung. RTV-Sprecher Meinrad Stöcklin erklärte gegenüber der bz, dass die Situation aufgrund der zahlreichen unbekannten Aspekte auch beim RTV schwierig und angespannt sei. So befänden sich mehrere der ausländischen Spieler im Status der Kurzarbeit. Einigen von ihnen wurde bereits vor Corona vorsorglich gekündigt, da sowohl die finanzielle als auch die sportliche Situation ungewiss war.

Um diese Lage in Zukunft bestmöglichst zu meistern, hat der RTV jetzt neue Leute ins Boot geholt und stellt sich so breiter auf. Die ehemaligen RTV-Handballer Sven Lüdin, Stefan Truffer und Olivier Herrmann gehören ab sofort zur Chefetage und sollen als Vorstandsmitglied vor allem im Sponsoringbereich unterstützend eingreifen. Aktuell laufen diverse Abklärungen und Gespräche mit Sponsoren. Ein neuer Geldgeber konnte in der Kürze der Zeit allerdings noch nicht präsentiert werden.

Über die Gerüchte kann der RTV nur lachen

Im Zuge der Vorstanderweiterung kamen Gerüchte über eine vereinsinterne Opposition auf, die nur Geld geben wolle, wenn RTV-Präsident Alex Ebi seinen Hut nimmt. Davon ist dem RTV gemäss Stöcklin jedoch nichts bekannt. Er sagt: «Alle Involvierten begrüssen die Vorstandserweiterung ausserordentlich.»

Nicht nur für den Verein stellt die aktuelle Situation eine Herausforderung dar, sondern auch für die Spieler. Trainer Darijo Bagaric gab den Spielern zwar Vorgaben für selbständige Ausdauer- und Krafttrainings. Doch für Teamsportler sind Einzeltrainings im Normalfall eher die Ausnahme. «Die Spieler brennen darauf, wieder einmal in der Halle zu stehen und Handball zu spielen» sagt Stöcklin zur Gefühlswelt der RTV-Akteure.

Gemäss den Vorgaben des Bundes sind ab dem 11. Mai wieder Trainings unter Einhaltung von Schutz- und Hygienemassnahmen möglich, für die Spitzensportler der Realturner sogar mit Körperkontakt. Ein Start am kommenden Montag ist für den RTV jedoch noch nicht gesichert. Der Besitzer der Rankhofhalle, das Sportamt Basel-Stadt, muss das eingereichte Schutzkonzept zuerst noch bewilligen.

Wipf verlässt den Verein in Richtung Winterthur

Zu neuen Spielern und Kaderveränderungen will sich der RTV heute noch nicht konkret äussern: «Das ist Gegenstand von diversen laufenden Abklärungen und Gesprächen», sagt Stöcklin. An der Strategie, vorwiegend auf regionale, Basler-Spieler zu setzen werde jedoch weiterhin festgehalten. Der einzig bekannte Abgang ist der von Torhüter Dennis Wipf. Er verlässt den RTV und wechselt zum Top-Klub Pfadi Winterthur. Beim Thema Verstärkungen ist der RTV aktuell eben von vielen unbekannten Parametern abhängig. «Trotz allem ist der RTV guten Mutes, dass die neue NLA-Saison 2020/21 wie geplant beginnen kann und der RTV dann über eine kompetitive Mannschaft verfügen wird.», führte Stöcklin aus. Eine ähnliche Misere wie in dieser 140. Jubiläumssaison, die ohne den coronabedingten Saisonabbruch in den Abstiegsplayouts geendet hätte, soll es nicht noch einmal geben.