Wie erwartet heisst der Gegner des FC Basel in der dritten Runde der Champions-League-Qualifikation Lech Posen. Am kommenden Dienstag reist der rot-blaue Tross nach Polen, wo am Tag danach das Hinspiel stattfindet. Die Entscheidung fällt eine Woche später (5. August) im St. Jakob-Park.

Orientiert man sich an der Klubrangliste der Uefa, geht der FCB als klarer Favorit in das Duell gegen den polnischen Meister: Die Schweizer sind auf Platz 17 gelistet und somit vor so hochkarätigen Namen wie Manchester United, AC Milan, Galatasaray oder Tottenham Hotspur – Lech Posen hingegen belegt nur Platz 197, hinter No-Name-Truppen wie Aktobe (Kasachstan) oder Mlada Boleslav (Tschechien).

Eine klare Sache also? Mitnichten. Auf dem Weg in die Playoffs muss das Team von Urs Fischer einige polnische Stolpersteine überwinden.

Die Standards: FCB-Goalie Tomas Vaclik und seine Vordermänner sind gewarnt: Zwei von drei Toren in den Duellen der zweiten Qualirunde gegen Sarajevo erzielte Posen nach ruhenden Bällen. Das schönste fiel im Rückspiel: Barry Douglas zirkelte nach sechs Minuten mit links einen Freistoss perfekt an der Mauer vorbei ins Lattenkreuz und beerdigte so früh die letzten Hoffnungen der Bosnier (Hinspiel 2:0 für Posen).

Die Fans: Das Video macht Eindruck: Auf Youtube ist zu sehen, wie rund 800 muskelbepackte Lech-Ultras ihre Mannschaft in Sarajevo anfeuern – und den einheimischen Fans trotz zahlenmässiger Unterlegenheit ebenbürtig sind. Das Publikum in Posen gilt als besonders heissblütig – was leider auch zu negativen Schlagzeilen wegen Ausschreitungen führt. Mit rund 20 000 Fans hat Posen den höchsten Schnitt in Polen, insgesamt passen 43 000 in die schmucke Inea-Arena. Diese dürfte sich am Mittwoch gegen den FCB in einen Hexenkessel verwandeln – hoffentlich erschrecken die Basler nicht zu sehr.

Konstanz: In der Sommerpause sind vier neue Spieler zu Posen gestossen. Von denen im Rückspiel gegen Sarajevo nur zwei spielten: Das Team von Trainer Maciej Skorza, der in seinem ersten Amtsjahr gleich den ersten Meistertitel seit 2010 nach Posen holte, ist eingespielt. Ganz im Gegensatz zum FCB, der gerade eine Frischzellenkur durchmacht.

Der Star: Den FCB-Fans ist wohl nur Darko Jevtic ein Begriff: Der Schweiz-Serbe war Junior bei Rot-Blau, schaffte den Durchbruch bei den Profis aber nicht (mehr dazu in der nächsten «Schweiz am Sonntag»). Jevtic ist bei Posen zu einem wichtigen Mittelfeldspieler gereift, der grosse Star ist jedoch ein Einheimischer: Dariusz Dudka war früher das grösste Talent in Polen, spielte in Frankreich, Spanien und England und hat 65 Länderspiele auf dem Buckel. Seit dieser Saison zieht der 31-Jährige im defensiven Mittelfeld die Fäden bei Lech Posen und hat nur eines im Kopf: mit seiner Mannschaft den grossen Favoriten aus Basel zu ärgern.