Kaum einmal ist eine Mannschaft und deren Trainer hierzulande mit so vielen Vorschusslorbeeren empfangen worden wie Manchester City. Noch nie in all den Jahren, seit dem Einstand des FCB in der Königsklasse, ist ein Team mit einem solch überzeugenden Formstand angereist, wie die Sky Blues.

Zwar sind Manchester United, Liverpool und Real Madrid hier auch schon als Tabellenführer ihrer Liga erschienen, aber niemals mit einem 16-Punkte-Vorsprung wie jetzt Manchester City.

Man war gespannt wie ein Flitzbogen: Was haben die Himmelblauen zu bieten? Werden sie zaubern und den Gastgebern den Ball gar nie geben? Ist zu erkennen, dass ihr Marktwert dem 14-fachen des Basler Kaders entspricht? Kicken sie in einer anderen Fussballwelt, wie FCB-Trainer Raphael Wicky erklärt hat?

Nach 23 Minuten ist die Antwort an der Anzeigetafel abzulesen: 0:3. Auch wenn Otamendi einen Ball mal mit dem Schienbein spielt und sich sogar der grosse Spielmacher De Bruyne einen Fehlpass leistet, ist es ein Genuss, dieser Mannschaft zuzuschauen.

Die superbe Technik von Gündogan und Bernardo Silva lässt einen die Kälte im St. Jakob-Park vergessen. Das Spiel der Engländer erinnert an den Tiki-Taka-Fussball in den besten Tagen Barcelonas unter Guardiola. Dieser hat all jene widerlegt, die gedacht haben, eine solche Spielkultur sei mit einem Premier-League-Team nicht zu erreichen.

Ob City, wie von vielen vermutet, tatsächlich das derzeit weltbeste Klubteam ist, kann nach dem gestrigen Abend natürlich nicht abschliessend beurteilt werden. Es hat sich in der zweiten Halbzeit mit dem 4:0 begnügt. Und es fehlen noch die Vergleiche mit Kalibern wie Barcelona, Real Madrid, Bayern München oder PSG.
Darauf dürfen wir uns freuen.