Super League

2:2 – Doumbia rettet dem FC Basel in der Nachspielzeit gegen Vaduz einen Punkt

Der FC Basel klaut durch ein strittiges Tor dem Schlusslicht aus Vaduz in allerletzte Minute den sicheren Sieg.

Welch ein Wechselbad der Gefühle. Erst denkt der FC Basel, er hätte soeben in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 2:2 getroffen. Dann geht die Fahne des Schiedsrichterassistenten hoch und Vaduz ist sich sicher, im 18. Super-League-Aufeinandertreffen mit dem FCB zum ersten Mal als Sieger vom Platz zu gehen. Doch dann berät sich Schiedsrichter Adrien Jaccottet, der aus Basel kommt und bereits zum dritten Mal in dieser Saison die Partie FC Basel gegen Vaduz leitete, mit seinem Assistenten und entscheidet danach doch auf Tor.

Basel jubelt. Vaduz kann es nicht fassen und wittert eine Verschwörung. Es scheint, als wäre der Underdog betrogen worden, denn bei Davide Callas Flanke in den Strafraum steht Torschütze Seydou Doumbia im Abseits. Doch weil sich der Vaduzer Unglücksrabe Muntwyler bewusst entscheidet, denn Ball abzuwehren, entscheidet Jaccottet seinerseits auf Tor.

Bei einer aktiven Bewegung zum Ball handelt es sich nicht mehr um ein Abfälschen, sondern es entsteht eine neue Spielsituation. So steht es im Regelbuch. Und wenn der Ball vom Gegner kommt, ist Doumbias Abseitsposition aufgehoben. Die Entscheidung ist anders als vor zwei Wochen gegen Bern, als Vaduz ein klares Offsidegoal kassierte, richtig. So bitter sie für Muntwyler und Vaduz in der prekären Lage am Tabellenende auch sein mag.

Vorsprung sogar noch ausgebaut

Die Diskussionen um die Regelauslegung gehen in den Katakomben rege weiter. Durch den Trubel geht fast vergessen, wie pomadig der Auftritt des Leaders aus Basel vorher war. Vaduz geht durch Tore von Maurice Brunner und Stjepan Kukuruzovic zwei mal in Führung und bereits der Basler Ausgleichstreffer kurz vor der Pause durch Matias Delgado ist schmeichelhaft.

So muss der FCB am Ende über den gewonnen Punkt gegen das Schlusslicht froh sein. Verdient war er nicht. «Es ist schwer, Worte zu finden», sagt FCB-Trainer Urs Fischer. Dann fallen ihm doch noch fünf passende ein: «Zu wenig, nicht gut, schlecht.» Anschliessend verfällt der Coach in Sarkasmus: «Ich wäre nicht unglücklich gewesen, wenn wir das Spiel 1:2 verloren hätten. Das hätte mir in der Nachbereitung bessere Argumente gegeben. Jetzt haben wir sogar noch mehr Vorsprung als vor der Partie.» 21 Punkte liegt der FC Basel derzeit vor YB. Bei noch sieben ausstehenden Spielen reicht das noch nicht zur viel zitierten Sofa-Meisterschaft heute Sonntag. Damit der FC Basel am nächsten Wochenende Meister werden kann, ist er auf «Unterstützung» aus Bern angewiesen.

Der Spielverlauf zum Nachlesen im Liveticker von Jakob Weber:

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