Militärsport
160 Kilometer in vier Tagen mit nicht gerade leichtem Schuhwerk

Insgesamt 174 Uniformierte vertraten die Schweizer Armee am Viertagemarsch in Nijmegen, darunter auch ein Basler und sieben Baselbieter. Die Schweizer Gruppen waren im internationalen Vergleich eher schnell unterwegs.

Christoph Merki
Merken
Drucken
Teilen
Die Marschgruppe mit Manuel Egger (2.v.r.) überquert die eigens erbaute Pontonbrücke. Foto: Merki

Die Marschgruppe mit Manuel Egger (2.v.r.) überquert die eigens erbaute Pontonbrücke. Foto: Merki

Die sommerliche Hitze in Nijmegen wäre prädestiniert für einen Sprung ins kühle Nass oder zumindest für ein eisgekühltes Getränk. Beides steht für die Gebrüder Egger aus Aesch jedoch nicht zur Verfügung.

In vier Tagen wollen sie über 160 Kilometer zurücklegen, Manuel Egger sogar zu Fuss. Als Mitglieder der Marschgruppe OG Biel liess er sich vor vier Jahren zu einer Teilnahme am Viertagemarsch im holländischen Nijmegen überreden, mit Folgen. Schmunzelnd meint er: «Da hat es mir den Ärmel reingenommen.»

Jeder hat zu kämpfen

Spurlos geht eine solche Distanz aber auch an Manuel Egger nicht vorbei. Zu kämpfen hat jeder, jedoch alle ein wenig anders, weiss er. «Wenn der Anmeldetalon im Januar kommt, erinnert man sich nur noch an die guten Momente des Marsches», so die Erklärung für die wiederholte Teilnahme, es werde gelacht und auch gesungen unterwegs.

Frühmorgens, die erste Gruppe schon um halb vier, starten die zivilen und militärischen Läufer, doch schon zu dieser Zeit säumen Schaulustige die Strassen und feuern die Sportler an.

Zwei Pausen auf 40 Kilometern

Seine Premiere in Nijmegen begeht Alexander Egger auf dem Fahrrad – als Betreuer der Gruppe. Wenn immer nötig steht er auf der Strecke mit kleinen Snacks bereit und versorgt die Läufer mit frischen Getränken.

Auch mal mit Speck und Käse verwöhnt er die Marschgruppe, welche die Leckereien im Laufen verschlingt. Aber auch abends sei er jeweils für das Wohlergehen seiner Kameraden zuständig.

«Ich verarzte Blasen und bereite den nächsten Tag vor», zum Schlafen kommt er wenig. «Es ist schon sehr cool, die Stimmung ist unglaublich», schwärmt Alexander. Nur wenn er sich bei der Suche nach seiner Gruppe mal verfahre, komme er ein wenig in Stress, lacht er.

Die Schweizer Gruppen sind im internationalen Vergleich eher schnell unterwegs, machen auch nur zwei Rastpausen auf den jeweils täglichen 40 Kilometern.

Am Stück besser?

In der gleichen Gruppe läuft ebenso Sven Mattle aus Basel. «Ich suche immer wieder körperliche Herausforderungen», gesteht er, «beim 100 Kilometermarsch in der OS hat man nur einmal Schmerzen, hier muss man am nächsten Tag wieder loslaufen.»

Das Singen helfe, die Schmerzen zu vergessen. «Spätestens, wenn man die Via Gladiola mit den vielen Leuten hinunterläuft, weiss man, warum man gelaufen ist.»

Auch bei seiner dritten Teilnahme erwarten abertausend Leute die militärischen Delegationen, laut den Organisatoren hätten an diesem letzten Tag über 1,5 Millionen Menschen am Strassenrand für Stimmung gesorgt.

Das vom Delegationsleiter, Oberst Edgar Gwerder gesetzte Ziel können die Schweizer erreichen, alle uniformierten Läufer kommen ins Ziel, darunter noch weitere fünf Baselbieter.