Super League

Basel lässt in Vaduz Punkte liegen: Vor allem in der Offensive mangelte es dem FCB an Durschlagskraft

Nach dem packenden Cup-Fight gegen den FC Zürich wartete auf den FC Basel eine vermeintliche Pflichtaufgabe in der Meisterschaft. Die Mannschaft von Urs Fischer gastierte beim Tabellenletzten FC Vaduz. Die Basler kamen wegen mangelnder Konsequenz und Präzision nicht über ein 1:1-Unentschieden gegen das Schlusslicht hinaus.

Es passt ins Muster, dieses 1:1 des FC Basel gegen Schlusslicht Vaduz. In der Meisterschaft scheint der FCB entrückt, fast immer bringt er es irgendwie fertig, zu gewinnen. Irgendwie ist es selbstverständlich. Wie eine Maschine eilt Urs Fischers Truppe von Erfolg zu Erfolg. Aber es gibt Momente, in denen dem Serienmeister diese Selbstverständlichkeit abhandenkommt, Momente der Schwäche. Plötzlich ist da so viel Menschliches.

Nach mentalen Herausforderungen zum Beispiel, Partien also, deren Ausgang über eine ganze Saison richten können. Nach einem Spiel wie jenem Cup-Viertelfinal gegen den FCZ am letzten Donnerstag.

Das Joggeli war gefüllt wie lange nicht mehr in der Meisterschaft, die Stimmung auf den Rängen und auf dem Platz gereizt, die Anspannung greifbar. Basel siegte nach frühem Rückstand mit 3:1 und Verteidiger Michael Lang sollte danach sagen, dass es fast ein bisschen wie Champions League gewesen sei. Der Vergleich passt, denn wie nach einem Spiel in der Königsklasse bekundete der FCB auch gestern – im ersten Spiel nach dem grossen Auftritt – Mühe. Er kämpfte, er ackerte, aber er war verletzlich.

Rotieren für frischen Wind

Ein Blick auf das Pflichtprogramm nach grossen Spielen: Nach den glücklosen Tänzen auf internationalem Parkett gewann Basel im Cup erst nur mit Mühe gegen Erstligist Zug, spielte dann gegen Thun und Lugano unentschieden und erackerte sich gegen Lausanne (2:1), Sion (2:1) und St. Gallen (1:0) knappe Siege. Mit Ausnahme von Sion gegen Mannschaften, die auf dem Papier klar schwächer sind. Und jetzt also dieses bescheidene 1:1 gegen das Schlusslicht aus dem Fürstentum.

Trainer Urs Fischer weiss, wie schwierig es ist, als Spieler nach solchen kräftezehrenden Spielen im Rampenlicht wieder in den etwas graueren Liga-Alltag zurückzukehren. «Die grösste Schwierigkeit ist es, wieder die richtige Einstellung zu finden», sagte er schon im Vorfeld.

Also spricht er zur Mannschaft und setzt neue Reize, indem er das Team umstellt – gestern auf sechs Positionen. Eine Umstellung, die sich bemerkbar macht. Mechanismen griffen nicht mehr so selbstverständlich wie noch am Mittwoch, die Abstimmung in der Rückwärtsbewegung war mehr als einmal mangelhaft.

Die Neuen in der Defensive, Eder Balanta, Omar Gaber und Geoffroy Serey Die, trugen deutlich ihren Teil dazu bei, dass Vaduz in der ersten Halbzeit ebenbürtig war und das 1:0 durch Luca Zuffi postwendend durch Albion Avdijaj ausgleichen konnte. Eingeläutet von einem Fehler im Spielaufbau von Serey Die und nachdem erst Eder Balanta bei Assistgeber Janjatovic und dann Gaber bei Torschütze Avdijaj zu spät kommen.

Vieles wird besser in der zweiten Halbzeit, Basel kontrolliert das Spiel weitgehend, hat am Schluss aber Glück, dass Costanzo einen Fehler von Balanta nicht ausnützen kann und es 1:1 bleibt. Etwas anders machen würde Fischer rückblickend nicht: «Bei dem grossen Kader war es an der Zeit, gewissen Spielern Minuten zu geben.» Er denkt da vor allem auch an Gaber (siehe Artikel unten). Das Unentschieden kann der Meister verkraften, noch immer hat er ein Polster von 15 Punkten auf YB.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker von Julian Förnbacher:

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