Skisprung-WM
Simon Ammann und Gregor Deschwanden sind weiter auf der Suche

Die Schweizer Skispringer sind beim überraschenden WM-Titel des Österreichers Stefan Kraft nur Statisten.

Rainer Sommerhalder
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Simon Ammann fliegt bei Schneetreiben und schlechter Sicht über die Grossschanze von Oberstdorf.

Simon Ammann fliegt bei Schneetreiben und schlechter Sicht über die Grossschanze von Oberstdorf.

Matthias Schrader / AP

Die Hauptrolle spielten andere. Gregor Deschwanden (20.) und Simon Ammann (26.) verpassten ihr erklärtes WM-Ziel, den Sprung in die Top 10, auf der Grossschanze von Oberstdorf deutlich. Der 39-jährige Ammann haderte damit, dass er als einziger Athlet im Finaldurchgang Rückenwindverhältnisse hatte.

So musste er kurz und knapp bilanzieren: «Vierschanzentournee Top, WM Flop». Der vierfache Olympiasieger spielte darauf an, dass er im Rahmen der Tournee in Oberstdorf bereits zweimal gewonnen und zwei weitere Male auf dem Podest stand. Andererseits bereits bei der letzten WM im Allgäu 2005 der Konkurrenz hinterher sprang. Damals landete Ammann auf der Grossschanze noch einen Rang weiter hinten als gestern.

Auch Gregor Deschwanden sprach von einem Fehler in seinem Flug, der ihn nicht erst seit der WM begleitet. Der Luzerner gewinnt zwar nach dem Schanzentisch enorm an Höhe, verliert dabei aber an Speed. Nur wenn er diese Puzzleteile zusammenbringt, ist Deschwanden im Stande, an der erweiterten Weltspitze mitzuhalten.

Der beste der Welt war diesmal Stefan Kraft. Die bisherigen Erfolge des 27-jährigen Österreichers - Doppelweltmeister 2017 und Gesamtweltcupsieger letzten Winter - machen dies weniger zu einer Überraschung als die Ereignisse der aktuellen Saison. Zuerst fiel Kraft wegen einer Covid-Ansteckung aus, dann bremsten ihn starke Rückenschmerzen arg. Rechtzeitig zur WM fand Kraft zurück zu alter Stärke.