Fussball
Am Montag wird über Sepp Blatter gerichtet

Die Fifa-Ethikkommission wird im Fall der suspendierten Sepp Blatter und Michel Platini ihr Urteil am Montag bekannt geben.

Merken
Drucken
Teilen
Am Montag werden kaum Weihnachtsgeschenke verteilt: Sepp Blatter droht eine lebenslange Sperre.

Am Montag werden kaum Weihnachtsgeschenke verteilt: Sepp Blatter droht eine lebenslange Sperre.

Keystone

«Die rechtsprechende Kammer wird sich am Wochenende zurückziehen, in Ruhe reflektieren und am Montag ihr Urteil veröffentlichen», sagte Marc Tenbücken, Sprecher der Ethikkommission. Zwischen zehn und elf Uhr sei am Montag mit dem Entscheid des Gremiums unter dem Vorsitz des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert zu rechnen. Sowohl Blatter (79) als auch Platini (60) beteuerten einmal mehr ihre Unschuld und plädieren auf Freispruch. Ein solcher käme aber am Montag einem Weihnachtswunder gleich.

Lebenslange Sperre gefordert

Die ermittelnde Kammer der Ethikkommission hatte lebenslange Sperren gegen den Fifa-Präsidenten Blatter und den Uefa-Präsidenten Platini gefordert. Hintergrund ist eine Zahlung von zwei Millionen aus dem Jahr 2011. Die Ermittler vermuten Schmiergeld für Blatters Wiederwahl vor vier Jahren. Nach Darstellung der beiden Spitzenfunktionäre handelte es sich um eine verspätete Honorarzahlung für Dienste aus den Jahren 1998 bis 2002. «Ich habe nichts Falsches gemacht, das kann ich nur wiederholen. Es gab einen mündlichen Vertrag, den habe ich erfüllt», sagte Blatter letzte Woche im Interview mit der «Sportinformation».

«Präsident Blatter freut sich auf ein Urteil zu seinen Gunsten, weil dies die Beweislage erfordert», teilten Blatters Anwälte mit: «Die Beweise zeigen, dass sich Präsident Blatter angemessen verhalten und sicher nicht gegen den Ethikcode der Fifa verstossen hat.» Das «Verhör» des 79-Jährigen am Donnerstag dauerte gut acht Stunden.

Platini erschien gestern nicht persönlich in der Fifa-Zentrale in Zürich, sondern liess sich von seinem Anwalt vertreten. Aus Sicht des früheren Ausnahmefussballers habe eine Vorverurteilung stattgefunden. Er hofft auf Entlastung durch ein internes Uefa-Dokument vom 12. November 1998, in dem über seine Tätigkeiten bei der Fifa berichtet wird. Darin soll von einem Jahresgehalt von einer Million Schweizer Franken die Rede sein.

Bei einer Verurteilung wird Blatter Rekurs einlegen

Im Falle einer Verurteilung dürfte die Angelegenheit beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne landen. Sowohl Blatter als auch Platini hatten diesen Schritt bei einem Negativentscheid angekündigt. Die Zeit eilt: Am 26. Februar findet der ausserordentliche Fifa-Kongress statt. Den will Blatter als rehabilitierter Chef leiten, bevor sein Nachfolger gewählt wird.