Abstiegskampf
Der FC Sion und der FC Vaduz leisten sich Heimniederlagen

Während an der Tabellenspitze der Super League alles klar ist, kann es im Abstiegskampf richtig spannend werden. Zwar beträgt die Differenz zwischen dem achtklassierten Lausanne-Sport und dem Barrageplatz sechs Punkte, doch in den kommenden elf Runden ist noch vieles möglich.

Markus Brütsch
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Ernüchtert: Der als Trainer auftretende Präsident Christian Constantin sieht seinen FC Sion gegen Servette auf verlorenem Posten.

Ernüchtert: Der als Trainer auftretende Präsident Christian Constantin sieht seinen FC Sion gegen Servette auf verlorenem Posten.

Keystone

Es ist schon verrückt: Da spielen die Young Boys in der Super League beim 2:2 in St. Gallen zum vierten Mal hintereinander Unentschieden, aber weh tun ihnen die acht verlorenen Punkte trotzdem nicht. Zwar ist ihr Vorsprung auf den Tabellenzweiten nach den vier Siegen von Servette um zwei Punkte geringer geworden, mit 17 Zählern aber weiterhin äusserst komfortabel.

Im Abstiegskampf dagegen ist noch vieles möglich. Die Saison dauert noch elf Runden und der Abstand zwischen dem Achten Lausanne-Sport und dem auf dem Barrageplatz liegenden FC Sion beträgt nur sechs Punkte. Auch der zwei Punkte hinter den Wallisern die Rote Laterne belegende FC Vaduz ist im Kampf um den Ligaerhalt noch längst nicht abzuschreiben.

Frühes Gegentor spielt Lugano in die Karten

Gestern allerdings liessen die Liechtensteiner bei ihrer 0:3-Niederlage gegen den FC Lugano einiges vermissen, was sie in diesem Kalenderjahr schon ausgezeichnet hatte. «Das frühe Gegentor hat unsere Pläne über den Haufen geworfen», sagte Verteidiger Denis Simani. Tatsächlich hatte Joaquin Ardaiz schon nach drei Minuten das 1:0 für die Tessiner erzielt und 20 Minuten später nachgelegt. Es waren im sechzehnten Einsatz des aus Chiasso gekommenen 22-jährigen Uruguayers dessen erste Tore in der Super League. Als dann Verteidiger Mijat Maric mit dem Kopf zwanzig Minuten vor Schluss zum 3:0 und zum vierten Mal in dieser Saison traf, war die Niederlage des Aufsteigers besiegelt.

Nicht ganz so gravierend war diese jedoch, weil auch der FC Sion sein Heimspiel gegen das formstarke Servette 1:2 verlor. Für die Gastgeber war es im Tourbillon die dritte Niederlage in Folge. «Wir spielen derzeit einfach richtig gut», sagte Alain Geiger, der Trainer der Genfer.

Beim FC Sion dagegen scheint die Magie von Christian Constantin bereits verflogen. Nach dem 3:1 in Lausanne vor einer Woche vermochte der Trainerpräsident sein Team diesmal nicht zum Erfolg zu coachen. Die beiden Gegentore von Alex Schalk und Théo Valls vor der Pause wogen zu schwer. Zwar gelang auch dem Japaner Yamato Wakatsuki sein erstes Ligator, doch zu einem Punkt reichte es nicht mehr. «Wir waren in der zweiten Halbzeit etwas präsenter, das Anschlusstor fiel jedoch zu spät», sagte Constantin, «der Sieg von Servette ist verdient.»

Auch am nächsten Sonntag in Luzern wird er die Mannschaft noch einmal betreuen. Er hofft, dass bis dann Ugo Raczynski aus der Quarantäne kommt. Dieser ist von CC eigentlich - offiziell - zum Interimstrainer bestimmt worden, musste aber in Quarantäne, weil die Ehefrau positiv auf Corona getestet worden war. «In der Länderspielpause werden wir dann sehen, mit welchem Trainer es bei uns weitergeht», sagte Constantin.