Volleyball

Vom Libero aus Aarau zum Profi-Passeur in Polen – Reto Giger mischt in einer der besten Volleyball-Ligen mit

Der Passeur Reto Giger spielt momentan beim polnischen Plus-Ligist Cerrad Czarni Radom.

Reto Giger hat erreicht, von was viele Volleyballer träumen. Seit dieser Saison verteilt der 27-Jährige die Bälle beim polnischen Plus-Ligist Cerrad Czarni Radom, wo er momentan mit seinem Team um einen Platz in den Playoffs der höchsten Volleyball-Liga Polens kämpft.

Reto Giger gehört zu den Top-Passeuren der Schweizer und mischt nun auch in einer der weltweit besten Volleyball-Ligen mit. Bei der Frage, weshalb er sich gerade für das Angebot in Polen entschieden hat, kommt der Aargauer sogleich ins Schwärmen: «Die polnische Liga ist eine der besten der Welt, lockt mit lukrativen Verträgen und besticht durch die grossen Hallen, den volleyballverrückten Fans und dem professionellen Umfeld. Für mich als Sportler ist das der perfekte Ort».

Obwohl der Volleyballsport in der Schweiz bezüglich Professionalität am Aufholen sei, seien die Dimensionen in Polen anders. «Die Hallen sind grösser, die Zuschauerzahlen um einiges höher und jeder Club hat einen Fanclub, welcher für grossartige Stimmung sorgt. Aus sportlicher Sicht ist man als Sportler rundum betreut, so dass man sich zu 100% auf den Sport konzentrieren kann», erklärt Giger die Unterschiede.

Reto Giger ist einer der Top-Passeure in der Schweiz.

Reto Giger ist einer der Top-Passeure in der Schweiz.

Zudem komme in Polen das Challenge-System mit Zeitlupenvideo zum Einsatz, was für die Schiedsrichter eine Entlastung bei schwierigen Entscheidungen darstellt. Als einziger Minuspunkt von diesem Schritt ins Ausland sieht der Zuspieler die Distanz zu Freunden, Familie und Freundin.

50 absolvierte Spiele mit der Nationalmannschaft

Anfang Januar war Giger in der Schweiz, denn er ist seit sechs Jahren Mitglied der Schweizer Nationalmannschaft. «Es ist jedes Mal eine Ehre, für die Schweiz zu spielen. Ganz besonders, weil wir endlich wieder vor Schweizer Publikum auftreten durften», so Giger. Jedoch musste sich die Herren-Nationalmannschaft mit 2:3 gegen die Ukraine geschlagen geben, was gleichzeitig auch keine Teilnahme an den Europameisterschaften bedeutete.

Trotz dieser Enttäuschung sieht der Aargauer aber auch die positive Entwicklung der Mannschaft: «Ich bin stolz, wie sich das sehr junge Team entwickelt hat und freue mich auf weitere Jahre mit dem Team.» Etwas Positives hatte das Spiel mit dem bitteren Ende gegen die Ukraine jedoch für Giger, denn er wurde zum wertvollsten Spieler gewählt, was er dankbar anerkennt: «Diese Auszeichnung war sehr wertvoll für mich und bestätigt, dass ich mit meinen Auslandabenteuer auf dem richtigen Weg bin.»

Beim BTV Aarau als Libero gestartet

Den richtigen Weg hat ihm während seiner Juniorenzeit beim BTV Aarau unter anderem sein Trainer Rolf Heiniger gezeigt, denn der heute 194 cm grosse Giger wurde ursprünglich für die Libero-Position ausgebildet. Heiniger hat jedoch sein Potential im Zuspiel erkannt und den heutigen Profi zum Passeur umgeschult.

Nebst der grossen Verantwortung, die ein Zuspieler übernimmt, gefällt Giger an seiner Aufgabe als Spielmacher eines besonders: «Mir gefällt das Finden der besten Lösung bei jedem Ballwechsel. Als Spieler halte ich mich ungern an fixe Regeln und versuche immer den Gegner zu überraschen.» Mit dem Überraschungseffekt habe er schon den einen oder anderen Gegner oder auch den eigenen Coach geärgert, erzählt der Aargauer lachend.

Giger hält sich im Spiel ungern an fixe Regeln.

Giger hält sich im Spiel ungern an fixe Regeln.

Was denn eigentlich sein Traum sei im Volleyballsport? Einen eigentlichen Traum hat der sympathische Volleyballprofi nicht. Er setzt sich jedes Jahr neue Ziele und arbeitet regelmässig daran, seine bestehenden Fähigkeiten zu verbessern. Was aber für Giger klar ist, ist die Liebe zu diesem Sport: «Der Reiz des Volleyballsports liegt ganz klar in der Vielfalt: jeder Ballwechsel ist anders. Es ist ein physischer und gleichzeitig sehr technischer Sport, wobei ich die Kraft und die Geschwindigkeit faszinierend finde. Zudem ist es ein Teamsport, den einem jeden Tag vor neue Herausforderungen stellt – alles in allem mein Traumsport.»

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