Am Ende war es so wie meistens in der noch jungen Schwingsaison 2019, wenn Nick Alpiger bei einem Rangschwinget teilnimmt. 5:16 Minuten waren vor zehn Tagen im Schlussgang des Zurzibiet-Schwingets in Endingen absolviert, als Alpiger seinen Kontrahenten Christoph Bieri mit Kurz und Bodenarbeit auf den Rücken legte.

Alpiger feierte damit bereits seinen vierten Sieg an einem Rangschwinget in diesem Jahr. Nach dem Triumph beim Hallenschwinget in Brunegg setzte sich der 22-jährige Staufner auch beim Guggibad-Schwinget ob Buttwil und beim Schachenschwinget in Aarau durch, dazwischen resultierte ein fünfter Rang beim stark besetzten Surentaler Frühjahrsschwinget in Sursee. Kein Wunder, ist Nick Alpiger mehr als zufrieden mit seinem Einstieg in die Saison.

«Ich hatte einen guten Winter, in welchem ich mehr trainiert und viel Wert auf die Erholung gelegt habe», liefert er den Grund für seinen Höhenflug. Trotzdem sieht der Maurer bei seinen Auftritten in beinahe allen Bereichen noch Luft nach oben. «Mir ist wichtig, dass ich die im Winter vorgenommenen Punkte umsetzen kann. Ich will jeden Gang genau und sauber schwingen und meine Züge konzentriert ausführen», umschreibt Alpiger seine Ziele.

Der Titelverteidiger verspürt keinen Druck

Die jüngsten Erfolge haben das Mitglied des Schwingklubs Lenzburg in den engsten Favoritenkreis für das Aargauer Kantonalschwingfest vom Sonntag in Zofingen katapultiert. Neben den Entlebucher Gästen Joel Wicki und Erich Fankhauser sowie Lokalmatador Patrick Räbmatter aus Uerkheim zählt Nick Alpiger zu den heissesten Anwärtern auf den Gewinn des Siegermunis «Zofi».

Alpiger, der sich 2016 in Estavayer-le-Lac seinen ersten eidgenössischen Kranz sichern konnte, lässt die Ausgangslage kalt. «Es freut mich, dass viele Leute das so sehen», sagt er, «diese Unterstützung gibt einem die Bestätigung, dass man vieles richtig macht.» Er spüre deswegen keinen Druck, obschon er nach seinem Sieg vor einem Jahr in Rohr als Titelverteidiger in die Thutstadt reist. «Ich fühle mich gut und will in den hoffentlich sechs Gängen mein Bestes geben. Danach sehen wir, wie weit das reicht», sagt Alpiger.

Vorfreude auf das «Heimfest»

Bei aller Bescheidenheit: Der 185 cm grosse und 114 kg schwere Nordwestschweizer Leader macht keinen Hehl daraus, dass er sich auf den Anlass freut. «Für mich ist es eine riesige Ehre, als Aargauer an einem Kantonalfest teilnehmen zu dürfen. Deshalb sehe ich den Wettkampf immer als Heimfest – egal, wo er stattfindet», sagt Nick Alpiger.

Sorgen, dass ihn die spezielle Altstadt-Kulisse während des Wettkampfs ablenken wird, macht er sich keine. «Im Sägemehl kriege ich wenig mit, ich kann alles um mich herum abschalten», sagt Alpiger, der zum ersten Mal zwischen den Häusern schwingen wird. Erst, wenn der sportliche Teil des Tages vorbei ist, findet er aus dem «mentalen Tunnel» wieder raus.

Begeisterter Hobbyfischer

Eine bedeutend wichtigere Rolle spielt für ihn der Brunnen, an dem sich die Schwinger während des Wettkampfes erfrischen können. «Hier kann ich mich jeweils gut auf den nächsten Gang vorbereiten», erklärt Nick Alpiger.

Auch in seiner Freizeit nimmt das Wasser einen wichtigen Platz ein, denn der Seetaler ist begeisterter Hobbyfischer. Ihm gehe es aber nicht darum, möglichst dicke Fische zu fangen, sondern um abzuschalten. Auf diese Weise versucht Alpiger wenn immer möglich, sich vor jedem Schwingfest zu sammeln und beruhigen. Auch vor dem Event in Zofingen? «Wahrscheinlich schon», antwortet er schmunzelnd und ergänzt ernsthafter: «Beim Fischen bleibt die Zeit irgendwie stehen.»