Fussball
Nach schlechtester Saisonleistung ins Straftraining

Das Team Aargau U21 gewinnt in der 2. Liga Inter gegen Wohlens U23 mit 2:1. Trotz drei Toren war das Derby von wenig Höhepunkten geprägt. Wohlen-Trainer Rechsteiner sprach sogar von «grottenschlechten» Leistungen beider Mannschaften.

Roman Michel
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Wohlen - Team Aargau
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Semir Bisevac schiesst das 1. Tor für das Team Aargau mit einem Distanzschuss.
Die Wohler Abwehr war ständig unter Druck, hier kann Yilmaz Agit vor Shkumbin Ajredini rechts klären.
Der Torschütze zum entscheidenden Siegestor Patrick Muff mitte, wird von seinen Mitspielern bejubelt.
Semir Bisevac rechts scheitert hier vorerst am glänzend haltenden Wohler Goalie Mario Fischer,

Wohlen - Team Aargau

GERRY FREI

«Sch... Unkonzentriertheiten.» In der zweiten Halbzeit platzte Wohlen-Trainer Philippe Rechsteiner der Kragen. Ein Beispiel gefällig? Da nimmt Wohlens Frrok Boqaj den Ball an der Strafraumgrenze völlig unbedrängt mit der Hand an. Den darauf folgenden Freistoss lässt Torhüter Mario Fischer in der Goalieecke passieren. Es sollte die Entscheidung im Derby sein. Klar hat Rechsteiner Recht, wenn er das 2:1 mit dem Prädikat «Sonntagsschuss» bezeichnete und doch war der Treffer sinnbildlich für das fehlerhafte Auftreten der Freiämter.

Kurioser Ausgleich

Team Aargau-Coach Charles Grütter sprach nach dem Spiel von einem «verdienten» Sieg: «Wir haben stabil gespielt, einzig die Reife fehlt dem jungen Team noch.» Etwa beim kuriosen Gegentor: Torhüter Mike Richard schoss seinen eigenen Mitspieler an, Wohlen-Stürmer Luigji Milicaj erbte dankend. Es war jedoch über die gesamten 90 Minuten die einzige nennenswerte Aktion der Gastgeber, die sich mit ihren Unkonzentriertheiten immer wieder selbst schwächten und teilweise völlig hilflos auftraten.

Team Aargau aktiver

Nach dem Schlusspfiff fand Rechsteiner deutliche Worte: «Das war die bisher schlechteste Saisonleistung.» Und so verordnete der Chef an der Linie kurzerhand noch einen fünf minütigen Linienlauf für seine Akteure an. Dabei hätten beide Teams «grottenschlecht» gespielt. Diese Behauptung war doch etwas hart. Die Gäste aus Aarau überrannten das gegnerische Mittelfeld immer wieder mit ihrem cleveren Doppelpassspiel und waren auch sonst die aktivere Mannschaft. Um aus ihrer Überlegenheit auch Zählbares ziehen zu können, war das Team Aargau aber auf die Geschenklaune der Freiämter angewiesen. Beim 0:1 profitierte Bisevac von einem haarsträubenden Abwehrverhalten des Heimteams.

Viele bekannte Gesichter

«Vielleicht nahmen sich einige Spieler zu viel vor und blockierten sich so», übt sich Rechsteiner in Erklärungen. Das Derby sei schon seit Tagen Gesprächsstoff gewesen. Viele Spieler kennen sich wegen der engen Zusammenarbeit im Rahmen des Team Aargaus aus den Juniorenabteilungen. Trotz der vielen Bekanntschaften sei die Partie aber «wie jede andere», sagte Grütter. Das Schlusswort gehört seinem Gegenüber: «Viele meiner Spieler wollen einmal in die 1. Mannschaft des FC Wohlens, da sind solche Leistungen einfach inakzeptabel.» Wenigstens im Linienlauf danach dürfte ihm der Einsatz seiner Spieler gefallen haben.