2. Liga AFV
Nach 35 Jahren und über 1000 Partien: Othmarsingens Trainer übergibt an ehemaligen Lenzburg-Coach

Beat Dünki zieht beim FC Othmarsingen die Reissleine und gibt das Traineramt per sofort ab! Neu soll die Mannschaft von Emilio Munera geführt werden. Dem ehemaligen Lenzburg-Trainer bleiben noch 16 Partien, um den Verein vor dem Abstieg zu bewahren.

Nik Dömer
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Beat Dünki will sich nun auf das Amt als Präsident konzentrieren.

Beat Dünki will sich nun auf das Amt als Präsident konzentrieren.

Alexander Wagner

Es ist ein historischer Moment für den FC Othmarsingen: Beat Dünki – der beim Verein als Präsident, Sportchef und Coach fungiert – gibt das Traineramt nach 35 Jahren und über 1000 Partien (!) ab. Gemäss Vereinslegende Dünki hat dies zwei Gründe: Einerseits glaubt er daran, dass er mit Emilio Munera den optimalen Nachfolger für den Verein gefunden hat und andererseits haben zuletzt die Resultate einfach nicht mehr gepasst.

Beat Dünki gibt das Traineramt beim FC Othmarsingen nach 35 Jahren ab.

Beat Dünki gibt das Traineramt beim FC Othmarsingen nach 35 Jahren ab.

Chris Iseli

Der FC Othmarsingen steht nämlich nach 12 Partien mit nur 9 Punkten auf dem zweitletzten Platz da. «Es braucht jetzt frischen Wind. Ich habe mich schon länger nach einem Nachfolger umgeschaut, da ich mich auf mein Amt als Präsident fokussieren möchte. Nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen.», erklärt Dünki. «Uns hat die Coronapause nicht wirklich gut getan, wir fanden danach nie den Rhythmus. Ausserdem sind uns 2-3 sehr wichtige Spieler für die Hinrunde ausgefallen», begründet der 62-jährige Präsident die Misere.

Othmarsingen hat Qualität

Nun soll es Emilio Munera richten. Der 49-jährige Trainer coachte in der vergangenen Saison den FC Lenzburg an die Spitze der Liga, verlängerte allerdings nach dem Abbruch der Saison seinen Vertrag überraschenderweise nicht.

Nun erhält er einen Vertrag bis Ende Saison mit Option auf eine weitere Spielzeit: «Ich kenne Emilio schon seit über 20 Jahren und habe vollstes Vertrauen in ihn. Zudem kennt er jeden Spieler bei uns, er war bereits 2015 als Offensiv-Trainer hier engagiert und wohnt auch in der Nähe. Ausserdem weiss ich, dass die Mannschaft Qualität hat, mit der er arbeiten kann», sagt Dünki.

Der FC Othmarsingen muss sich auf einen Abstiegskampf einstellen.

Der FC Othmarsingen muss sich auf einen Abstiegskampf einstellen.

Alexander Wagner

Die Installation von Munera ist nicht die einzige Veränderung beim FC Othmarsingen: Während die beiden Assistenztrainer Michael Hermann und Reto Setz erhalten bleiben, stösst als Konditionstrainer neu auch Patrik Strebel an der Seite von Munera zum Team. «Wir haben zwar als Dorfklub ein sehr limitiertes Budget, aber wir werden möglicherweise noch Mutationen im Kader vornehmen», betont Dünki.

Ligaerhalt ist das Ziel

Nach fast einem Jahr Pause darf Emilio Munera also endlich wieder ran an den Speck: «Ich freue mich in erster Linie, dass ich wieder an der Seitenlinie stehen kann. Ich hab mir in der Hinrunde viele Spiele angesehen und kenne die Mannschaft», erklärt der Coach.

Emilio Munera trainierte zu Beginn des Jahres noch den FC Lenzburg.

Emilio Munera trainierte zu Beginn des Jahres noch den FC Lenzburg.

Ruedi Burkart

Der Kontrast zwischen seinem alten und seinem neuen Arbeitgeber könnte jedoch nicht grösser sein: «Mir ist durchaus bewusst, dass ich hier ganz andere Bedingungen antreffe. Das Budget des Vereins ist dreimal kleiner. Ausserdem verdienen die Spieler gar nichts. Das klingt für mich nach einer interessanten Herausforderung.»

Munera hat nun mehr als drei Monate Zeit, um sein Team auf den Kampf um den Ligaerhalt einzustellen: «Ich bin froh, dass ich nun so viel Zeit habe. Noch sind 16 Spiele zu absolvieren, da gibt es noch jede Menge Fussball zu spielen. Ich bin entsprechend optimistisch, was die Zielsetzung angeht.»

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