Argovia Stars
Mangelnde Kaltblütigkeit – Stars kommen mit blauem Auge davon

Hoch überlegene Argovia Stars gewinnen gegen Unterseen erst in der Verlängerung. «Es ist richtig dumm von uns, dass wir das Spiel nicht nach 60 Minuten gewonnen haben», ärgerte Michel Simmen sich, «wir waren eigentlich das bessere Team».

Michael Meier
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Marco Forrer (l.) erzielt den Siegestreffer in der Verlängerung.

Marco Forrer (l.) erzielt den Siegestreffer in der Verlängerung.

GERRY FREI

Man war sich nicht ganz sicher bei den Argovia Stars, ob man sich jetzt ärgern oder freuen sollte. Gerade hatte Marco Forrer die Aarauer in der Verlängerung zum 4:3-Heimsieg geschossen, aber bei Mitspieler Michel Simmen wollte nicht so wirklich Freude aufkommen. «Wir haben leider das Tempo des Gegners angenommen», analysierte Michel Simmen, so sei die Partie zu einem «Lari-Fari-Spiel» mutiert.

Denn die Aarauer starteten furios in die Partie gegen den Tabellennachbarn SC Unterseen-Interlaken. Sie erspielten sich Chance um Chance. Das 1:0 durch Thomas Wälti in der 9. Minute war die logische Konsequenz. Im Powerplay konnte er einen Querpass verwerten.

Physische Dominanz

Argovia war in allen belangen überlegen, vor allem läuferisch. Und ihre Dominanz bei den Bullys war eklatant. Sie gewannen gefühlte 90% aller Bullys und kamen so immer wieder zu guten Abschlussversuchen. Nur die Chancenverwertung war Mangelware. Dies beklagte auch Trainer Daniel Meier nach dem Spiel. «Die Kaltblütigkeit hat heute etwas gefehlt.»

So mussten die Argovia Stars praktisch das ganze Spiel einem Rückstand hinterherlaufen. Durch defensive Unzulänglichkeiten servierten sie dem Gegner die Tore, wie beim 1:1, als man das Bully in der eigenen Zone zwar gewann, aber nicht genügend schnell reagierte. So konnte der gegnerische Stürmer dazwischenbrausen und Goalie Gregory Keller überwinden.

Abwechslungsreiches Spiel

Die 197 Zuschauer in der Keba wurden Zeugen eines Hin und Hers: 1:2, 2:2, 2:3, 3:3. Immer wieder kamen die Aarauer zurück, angetrieben vom starken Pascal Wittwer, der an allen 3 Toren beteiligt war. Doch der verdiente Siegtreffer wollte erst in der Verlängerung fallen. Forrer verwertete im Powerplay einen akkurat getimten Diagonalpass.

Dank des Overtime-Erfolges holten die Aarauer den Zusatzpunkt. Mit nunmehr acht Punkten bleibt man in Tuchfühlung zur Tabellenspitze. Wahrscheinlich auch deshalb liess der Ärger über die verpassten Chancen schnell nach. Aus der Kabine drang nach dem Spiel jedenfalls dezenter Jubel.