Der Aargauer 10-m-Disziplinenchef Robert Wüest sprach vor Jahresfrist von «Luft nach oben». Stattdessen fielen diesmal die beiden Verbandsteams aus der vorderen Ranglistenhälfte. Im Feld «Gewehr 10 m Elite» überzeugte nur die Aargauer Kaderschützin Chiara Leone. Die 21-jährige Frickerin erzielte mit einem ausgeglichenen 60-Schuss-Programm 621,4 Punkte, was in der Einzelrangliste Platz 6 ergab.

Trotz einem Problem mit der Waffe vor Schiessbeginn kam auch die Wettingerin Darunee Frossard mit 612,2 Zählern auf ein ansprechendes Ergebnis. «Die restlichen fünf Resultate fielen mässig aus. Uns fehlt die Wettkampfhärte», kommentierte Wüest das leicht enttäuschende Gesamtergebnis. Knapp hinter Solothurn musste sich der Aargau bei einem Durchschnitt von 601,857 Punkten mit Rang 9 unter 16 Mannschaften begnügen.

Nachwuchs zu unausgeglichen

Im Feld der Junioren 10 m Gewehr reichten die starken Leistungen von Selina Koch und Marion Obrist ebenfalls nicht für eine Klassierung in der ersten Hälfte. Die 19-jährige Koch (Waltenschwil) schoss mit 619,8 Ringen das zweithöchste U21-Resultat.

Obrist, die 17-jährige Oberentfelderin, bestätigte ihre aufsteigende Klasse mit 610,0 Punkten und Rang 2 bei den U19-Schützen. «Dahinter hatten wir noch zwei weitere gute Resultate, aber insgesamt fehlte die Ausgeglichenheit», bedauerte Wüest das Abrutschen auf Rang 11 unter 15 Teams.

Der Aargau ist zwar ein Schützenkanton. Aber die Sparte mit Druckluftwaffen auf die 10-m-Distanz ist keine Domäne der Rüebliländer. «Wir sind da zu wenig erfolgsorientiert. Der fehlende Kantonaltrainer ist symptomatisch», sagt Robert Wüest, der sein Amt als interimistischer Disziplinenchef nun abgibt. Dennoch verströmt er Zuversicht: «Wir haben Talente beim Nachwuchs. Die Perspektiven bei der Elite sind gut.»