Futsal
Keine Krönung, doch nach der Enttäuschung folgt die Zufriedenheit

Im Final um den Schweizer Meistertitel unterliegen die Manicas Minerva Futsal mit 2:7. Dem Aufsteiger blieb damit die Krönung einer guten Saison verwehrt. Trotz minutiöser Vorbereitung blieb man im Final gegen die favorisierten Berner chancenlos

Hannes Hurter
Drucken
Teilen
Vor dem Finalspiel konnten die Maniacs noch vor grosser Kulisse mit dem Siegerpokal liebäugeln. Hannes Hurter

Vor dem Finalspiel konnten die Maniacs noch vor grosser Kulisse mit dem Siegerpokal liebäugeln. Hannes Hurter

Hannes Hurter

Tränen statt Trophäe: Die AFM Maniacs bezahlen im ersten Final der Swiss Futsal Premier League Lehrgeld und unterliegen Minerva Futsal mit 2:7. Die favorisierten Berner wiederholten den Triumph vom Vorjahr und gewannen ein intensives Endspiel in der Wankdorfhalle verdient. Das Aargauer Spitzenteam um die Trainer Pedro Facchinetti und Emilio Gesteiro verpasste es, einer herausragenden Saison noch das Sahnehäubchen aufzusetzen. «Es war ein Futsal-Fest», meinte Facchinetti, «bloss schade, dass wir die Party nicht entscheidend mitgestalten konnten.»

Doch der Reihe nach: Los ging’s am Sonntagmorgen bei Familie Facchinetti in Killwangen: Videoanalyse, taktische Vorgaben und einen Teller Pasta zur Stärkung. 12.15 Uhr: Abfahrt nach Bern im von der Emil Frey AG gesponserten «Maniacs-Büssli». Beinahe wäre man ohne Defensivspieler Georges Bahnan losgefahren, der nur kurz Schokolade holen wollte... 13.30 Uhr, Ankunft in der Wankdorfhalle, der Heimstätte des Gegners. Die Maniacs überlassen nichts dem Zufall: Fürs Finale wurden zwei Physiotherapeuten aufgeboten, um die Körper der Spieler bestmöglichst vorzubereiten. Es wird fleissig getapt und geknetet. 14.20 Uhr, Einlaufen. Die Anspannung nimmt zu. 14.40 Uhr, zurück in der Garderobe. Es ist mucksmäuschenstill. «Seid ihr nervös oder konzentriert?» fragt Pedro Facchinetti in die Runde. «Beides!» kriegt er zur Antwort. Eine Viertelstunde später der Einmarsch in die gut gefüllte Arena. Nationalhymne und erstmals Gänsehautstimmung.

Das Finalspiel: Die Maniacs legen einen guten Start hin. Marco Facchinetti trifft zur frühen Aargauer Führung. Zwei Unkonzentriertheiten werden von Minerva gnadenlos ausgenützt und bringen den Bernern eine 2:1-Führung. 15.47 Uhr, Pause. Die Trainer sind unzufrieden: «Wir sind wie gelähmt, Jungs!» moniert Gesteiro und appelliert an den Team-Gedanken. 16.01 Uhr, Halbzeit zwei. Maniacs-Keeper und Vereinspräsident Fabian Sanginés hält die Mannschaft mit starken Paraden im Spiel. Sein Berner Pendant zeigt sich ebenfalls in Topform. Minervas Mezger trifft doppelt zum 4:1. Dann verletzt sich Alessandro Facchinetti nach seinem Anschlusstor zum 4:2 an der Schulter. Haben sich die Futsal-Götter gegen die Maniacs verschworen? Die Aargauer hadern mit den Unparteiischen, Nationalgoalie Felber lässt die Maniacs verzweifeln. Minerva erhöht durch drei verwertete Strafstösse auf 7:2 und lässt sich feiern.

16.55 Uhr: Enttäuschung pur. Nach der Medaillenübergabe schleichen die Maniacs wortlos in Richtung Kabine. Captain Alessandro Facchinetti findet die Worte: «Minerva gewann verdient, bei uns waren nicht alle bereit. Wir haben als Aufsteiger jedoch viel erreicht in dieser Saison.» Um 19.50 Uhr die Ankunft im Aargau. Sportchef und Trainer Pedro Facchinetti lobt sein Team: «Es war eine überragende Saison, der nur die Krönung fehlte.»

Aktuelle Nachrichten