Sportlich, athletisch und durchtrainiert - nicht gerade das, was man sich unter einem Steinstösser vorstellt. Simon Hunziker aus Herznach könnte gut und gerne ein Zehnkämpfer sein, doch der 31-Jährige stösst in seiner Freizeit regelmässig bis zu 80 Kilogramm schwere Steine so weit wie möglich. Nun will der Fricktaler am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest Grosses erreichen.

Locker sitzt «Hunzi» da, wie er genannt wird, und meint: «Das Ziel ist schon, bei allen drei Steinen zu gewinnen.» Gemeint sind dabei die Kategorien 20 kg, 40 kg und der Unspunnenstein, der mit satten 83,5 kg die Königsdisziplin ist. Der Polier geht also mit grossen Ambitionen ans Eidgenössische nach Burgdorf.

Gesamtpaket ist wichtig

Um beim Steinstossen überhaupt erfolgreich zu sein, reicht es nicht, nur kräftig zu sein. Das Gesamtpaket entscheidet. «Steinstossen ist eine komplette Angelegenheit. Heutzutage machen das viele Athleten. Ein paar davon sind sogar leichter als der Unspunnenstein», witzelt Hunziker. Wichtig sei die Schnellkraft, also die Explosivität.

So kommt es nicht von ungefähr, dass der Herznacher seine Karriere mit Leichtathletik gestartet hat. Der damals noch kleine 6-Jährige hat bis im Alter von 20 Jahren Mehrkampf trainiert, erst danach wechselte er zum Kugelstossen. Daneben hat er noch zehn Jahre Handball gespielt und war vier Jahre im Barren-Training. Polysportiver geht es kaum.

Die Freude am Steinstossen hat «Hunzi» dann mit 18 Jahren entdeckt. Ohne je zuvor einen Stein gestossen zu haben, nahm ihn seine Mutter - damalige kantonale Meisterin im Steinstossen - an die Aargauer Meisterschaften mit. Dort hat es den heute 31-Jährigen gepackt, obwohl er damals noch nicht so grosse Ambitionen hatte wie heute.

Die Faszination der Sportart

«Es ist urchig und es kann nicht jeder. Zudem gilt: Je schwerer der Stein, desto interessanter», erklärt Hunziker seine Faszination am Steinstossen. «Es ist einfach einzigartig und attraktiv, weil es die Leute nicht kennen. Deshalb haben die Zuschauer auch grosse Freude daran», fährt er fort.

Und man kann sehr erfolgreich sein, wie der Herznacher zeigt. Deshalb steht der Fricktaler am Eidgenössischen auch ein wenig unter Druck. «Es wäre ja nicht gut, wenn man nicht nervös wäre. Das gehört einfach dazu», so der Hüne. «Das wäre ja nicht gesund, es geht schliesslich um etwas. Man würde sonst nicht so lange darauf trainieren.»

Besser als beim letzten Mal

Nun geht es darum, im entscheidenden Moment bereit zu sein. Gut vorbereitet ist Hunziker allemal. «Vor drei Jahren war ich super drauf, der zweite Versuch war aber ungültig. Mit dem hätte ich schon gewonnen», erinnert sich der Herznacher. Jetzt hofft er, dass sich die Geschichte vom letzten Mal nicht wiederholt.