Ringen
Für die Ringerstaffel Freiamt geht eine erfolgreiche Ära zu Ende

Urs Neyer hatte die Ringerstaffel Freiamt 1991 auf den Medaillenweg gebracht. Am Sonntag droht die Serie nach 22 Jahren zu Ende zu gehen.

Wolfgang Rytz
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Trainer Urs Neyer führte die Ringerstaffel Freiamt 1991 zu ihrem ersten Medaillengewinn in der Nationalliga A nach dem Wiederaufstieg. WR/Archiv

Trainer Urs Neyer führte die Ringerstaffel Freiamt 1991 zu ihrem ersten Medaillengewinn in der Nationalliga A nach dem Wiederaufstieg. WR/Archiv

Wolfgang Rytz

Der damalige Erfolgstrainer ist immer noch nahe am Geschehen, sieht aber keinen Grund, über den zu befürchtenden 4. Platz zu jammern. «Die Mannschaft steht am richtigen Ort», redet der Aristauer Erfolgstrainer und spätere Vereinspräsident nicht um den Brei herum. Den vorwiegend jungen Ringern fehle es «an einigen Ecken und Enden». Nach der Saison sei es an der Zeit, Korrekturen vorzunehmen. Ist also der junge Trainer schuld? Urs Neyer nimmt Thomas Murer in Schutz. «Nein, an ihm liegts nicht. Der Ringerfachmann spricht die neuen Regeln an. Darauf müssten sich in Zukunft nicht nur die Ringer und der Betreuerstab besser einstellen, sogar das Freiämter Publikum könne sich dienlicher verhalten.

Kein Grund zur Panik

Auf die Frage was in der Aargauer Ringerhochburg falsch gelaufen sei, reagiert der Trainer der Jahre 1989 bis 1995 erstaunlich gelassen. «Freiamt ist immer noch ein Topverein.» Die Medaillenserie drohe zwar zu Ende zu gehen, aber deswegen bestehe kein Grund zur Panik. «Die Nachwuchsarbeit ist das Wichtigste, und diese ist weiterhin gut.» Laut Neyer sind nicht primär Fehler schuld an der aktuellen Situation, sondern der Generationenwechsel. «Das war frech, die Mannschaft so massiv zu verjüngen.» Da fehle eine grosse Portion Erfahrung, die für einen Medaillengewinn nötig sei.

Kein Einzelkritik

Neyer will keine Einzelkritik üben. Er hat aber ein Problem im Verlauf dieser Saison erkannt. «Mir fehlt ein Anker, ein sicherer Wert im Team.» Pascal Gurtner oder Pascal Strebel wären prädestiniert. Aber Gurtner war nach der Schwingersaison ausgelaugt, und Strebel wechselte als Greco-Spezialist die Stilart. Entsprechend kritisiert Urs Neyer die Vereinsführung für die Zurückhaltung an der Transferfront. «Hergiswil und Kriessern haben gezeigt, welcher Weg möglich wäre.»

Freiamt drohen ähnlich wie Willisau zwei Jahre ohne Medaille. Neyer warnt: «Die Bäume wachsen langsam. Wir brauchen Geduld, obwohl die jungen Talente heiss auf Bronze sind.» Der Alttrainer vergleicht die Ausgangslage mit seinem Amtsantritt 1989. Wie Präsident Bucher hält Freiamts erster Meistermacher eine neue Medaillenserie für möglich. «Wir haben drei Nationaltrainer im Verein. Wenn im Training die richtigen Massnahmen getroffen werden, bin ich zuversichtlich.»

Was den Bronze-Rückkampf gegen Willisau heute um 15 Uhr in der Bachmattenhatte Muri betrifft, verströmt Neyer weniger Hoffnung. «Da wäre ein kleines Wunder nötig, um sieben Punkte Rückstand wett zu machen.»

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