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Freiämter Ringer sind dank starkem Endspurt Schweizer Meister

Die Freiämter Ringer haben im zweiten NLA-Finalkampf Kriessern 19:14 niedergekämpft. Das Team bäumte sich nach einem 8:12-Rückstand vehement auf. Matchwinner war Olympionike Pascal Strebel mit einem Schultersieg.

Wolfgang Rytz
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Grenzenloser Jubel: Olympia-Ringer Pascal Strebel (Mitte, in Grau) und Trainer Thomas Maurer (rechts von Strebel) halten den Meisterpokal in Händen.

Grenzenloser Jubel: Olympia-Ringer Pascal Strebel (Mitte, in Grau) und Trainer Thomas Maurer (rechts von Strebel) halten den Meisterpokal in Händen.

Wolfgang Rytz
Christian Huwiler (Freiamt) am Boden, David Hungerbühler (Kriessern) fordert die Punkte ein, aber die Richter entschieden, dass die Zeit abgelaufen war.
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Roman Zurfluh (Freiamt) liess sich durch Philipp Hutter (Kriessern) aus dem Gleichgewicht bringen.
Randy Vock (Freiamt) freut sich über seinen Sieg.
Michael Bucher (Freiamt) freut sich über den Erfolg gegen Marc Dietsche (Kriessern).
Christian Huwiler (Freiamt) verlor gegen David Hungerbühler (Kriessern).
Entsetzen bei Christian Huwiler (Freiamt) nach seiner Niederlage.
Michel Bucher (Freiamt) gewinnt gegen Marc Dietsche Kriessern.
Die Halle tobt, aber Andrey Maltsev (Freiamt) ist zu erschöpft als dass er nach seinem Sieg gegen den enttäuschten Damian Dietsche (Kriessern) jubeln könnte.
Der Freiämter Pascal Gurtner ist zerstört am Boden, Sandro Moser vom RS Kriessern hat gewonnen.
Christian Huwiler (Freiamt) begann gegen David Hungerbühler (Kriessern) gut, aber er verlor am Ende klar.

Christian Huwiler (Freiamt) am Boden, David Hungerbühler (Kriessern) fordert die Punkte ein, aber die Richter entschieden, dass die Zeit abgelaufen war.

Hans Peter Schläfli

Nach fünf knappen Niederlagen in den ersten sechs Einzelkämpfen deutete nichts auf ein Freiämter Happy End. Doch dann liess Pascal Strebel den Lärmpegel in der Bachmattenhalle Muri in den roten Bereich schnellen. Er legte Mirco Hutter nach zwei Minuten auf die Schultern. Damit sicherte er seinem Verein den siebten Schweizer Mannschaftsmeistertitel.

«Die Leistungsträger haben den Karren aus dem Dreck gezogen», analysierte Trainer Thomas Murer nach ersten turbulenten Minuten der Meisterfeier Champagner-getränkt. Der zweite Finalkampf widerspiegelt den Saisonverlauf. Das junge Aargauer Team startete harzig in die Meisterschaft und drohte für Aussenstehende gar vom Halbfinalkurs abzukommen.

Im Finalfight in Muri schien die direkte Meisterentscheidung zu entgleiten. Das Team bog sich, aber brach nicht. Die letzten vier Ringer verwandelten den 8:12-Rückstand in einen gloriosen 19:14-Mannschaftssieg, der die Halle in ein Tollhaus verwandelte.

In arger Rücklage

Zuerst lief fast alles gegen die Aargauer Gastgeber. Leichtgewichter Mathias Schwegler gab in den letzten eineinhalb Minuten zu viele Wertungspunkte ab. Dann fällte das Kampfrichtertrio einen zweifelhaften Entscheid, der Schwinger-Ass Pascal Gurtner zum unglücklichen Verlierer stempelte. Damit nicht genug: Auch Fredy Huwiler verlor sein Duell bis 65 kg Greco mit viel Pech. Einzig der vom Gewichtsverlust ausgemergelte Michael Bucher erfüllte die Erwartungen und hielt Freiamt halbwegs im Rennen.

Aber selbst Freistil-Nationaltrainer Ludwig Küng, ein Freiämter Urgestein, befand zur Halbzeit, dass es «sehr eng» werde mit dem Mannschaftserfolg. Doch wie viele andere Zuschauer täuschte er sich.

Randy Vock leitet die Wende ein

Freistiler Randy Vock und Greco-Nationaltrainer Andrej Malzew besiegten mit dem Messer am Hals die favorisierten Kriessener Internationalen Steven Graf und Damian Dietsche. Vocks 5:1-Punktesieg läutete die Wende ein. Nun kippte das Momentum wieder auf Freiämter Seite. Die Ringer von Thomas Murer legten wie nach der durchzogenen Qualifikation den Schalter um und fegten den Gegner von der Matte.

Pascale Bruderer war begeistert

Ständerätin Pascale Bruderer, eine Sportenthusiastin, zeigte sich beeindruckt von den Freiämtern. Sie habe zur Pause auch gezweifelt. «Aber diese Mannschaft hat eine unglaubliche mentale Stärke, gepaart mit einem beispielhaften Zusammenhalt.»

Murer sprach von unglücklichen Niederlagen in der ersten Hälfte, befeuert von zweifelhaften Kampfrichterentscheidungen. Malzew, eine wichtige Figur im Team, appellierte an seine Mitringer, noch nicht aufzugeben. Ausgerechnet der Ukrainer, unter dem auch Murer trainierte, leistete dem Cheftrainer Motivationsunterstützung und ging mit gutem Beispiel voran.

Freiamt mit fünf Junioren

«Unsere Rechnung ist nur zu 80 Prozent aufgegangen», schüttelte Kriesserns Trainer Hugo Dietsche den Kopf. Sein Team habe in der ersten Hälfte zu wenig heraus geholt. «Die routinierten Ringer gaben den Ausschlag für Freiamt.» Bleibt der Hinweis, dass die fünf eingesetzten Freiämter Junioren im Final die Zukunft gehört. Das verspricht weitere Finalkrimis in Muri.

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