Unihockey
Es geht um zu viele aufmüpfige Alphatiere

Der zurückgetretene Unihockey-Mittelland-Trainer Daniel Moser beklagt sich über fehlende Rückendeckung der Vereinsleitung. Anstatt sich zu verbiegen, haben er und Olle Thorsell beschlossen, den Verein sich selbst zu überlassen.

Pascal Kamber
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Konsequenzen gezogen: Daniel Moser (links) und Olle Thorsell sind als Trainer von Unihockey Mittelland zurückgetreten.

Konsequenzen gezogen: Daniel Moser (links) und Olle Thorsell sind als Trainer von Unihockey Mittelland zurückgetreten.

Philipp Indermühle

Bei Unihockey Mittelland hat man sich die besinnliche Weihnachtszeit wohl anders vorgestellt. Am Tag vor dem Heiligen Abend erklärte der Verein per Medienmitteilung, dass Olle Thorsell und Daniel Moser ihren Rücktritt als Trainer eingereicht haben. Angesichts des sportlichen Erfolges der Mannschaft – die Mittelländer liegen auf dem zweiten NLB-Platz – kommt dieser Entscheid überraschend. Gleichwohl brachten die vier Niederlagen aus den letzten fünf Meisterschaftspartien den NLA-Absteiger aus dem Tritt.

Oft selber geschlagen

«Mittelland verfügt über ein breites und qualitativ starkes Kader, mit dem man meiner Ansicht nach jedes Spiel gewinnen und in der Tabelle klar vorne dabei sein muss», erklärt Daniel Moser, fügt aber hinzu, «dass wir uns oftmals selber geschlagen haben.» Trotzdem führten die unerwarteten Niederlagen zu Diskussionen. «Im Kader von UM sind für NLB-Verhältnisse fast zu viele Alphatiere vorhanden. Dass von diesen nicht alle immer zufrieden sind, ist mir auch klar», sagt der Oltner.

Das Fass zum Überlaufen brachte jedoch die fehlende Rückendeckung durch die Vereinsführung. «Wenn sich Spieler beim Präsidenten über unser System beklagen, müsste das eigentlich Sanktionen zur Folge haben», sagt Daniel Moser. Stattdessen habe man von ihm und Olle Thorsell verlangt, dass sie einen Kompromiss eingehen würden. «Wir sollten die Alphatiere zu mehr Einsatzzeit kommen lassen und gleichzeitig junge Spieler weiterhin fördern», erklärt Moser. Dazu seien sie aber nicht bereit gewesen. «Wir wollten unser Konzept weiterziehen und nicht als Marionetten hinter der Bande stehen, schliesslich hätten wir dadurch an Autorität eingebüsst», begründet Daniel Moser den Rücktritt, den er als logische Konsequenz bezeichnet.

Summermatter wehrt sich

Rudolf Summermatter bedauert diesen Schritt. «Beide Trainer waren sportlich top, wir hätten die Saison gerne mit ihnen zu Ende gespielt», sagt Summermatter, der gemeinsam mit Jürg Thomann im Co-Präsidium die Geschicke bei Unihockey Mittelland leitet. Von mangelnder Unterstützung will er hingegen nichts wissen. «Nachdem sich beide Trainer vor vier oder fünf Wochen bei uns über die Unzufriedenheit einiger Spieler geäussert haben, sind wir mit ihnen und dem Spielerrat zusammengesessen», erklärt Summermatter.

Beiden Parteien habe man dabei klar gemacht, dass alles unter einen Hut gebracht werden soll. «Wir einigten uns auf die Zielsetzung, sowohl in der NLB vorne mitzuspielen als auch den Nachwuchs in der ersten Mannschaft zu integrieren», sagt Summermatter. Obwohl man sich dazu entschloss, bis zur Weihnachtspause abzuwarten, seien er und Thomann bereits in der WM-Pause vom Trainerduo über deren Rücktrittsgedanken informiert worden.

Ein emotionaler Abschied

Während sich die UM-Vereinsleitung nun auf die Suche nach einem oder zwei geeigneten Nachfolgern macht, will Daniel Moser in den kommenden Tagen das Geschehene setzen lassen. «Ich nehme es sportlich, schliesslich war es unser Entscheid», sagt Moser, «dennoch sind gewisse Emotionen vorhanden, weil ich mit dem Verein viel erlebt habe.» Er betont deshalb, nicht im Streit auseinandergehen zu wollen. «Ich wünsche niemandem etwas Böses und hoffe, dass das Team im neuen Jahr die Wende schafft.»