1.-Liga-Aufstiegsspiele

Emotionen pur im Stadion Esp: FC Baden setzt sich dramatisch gegen Martigny durch

Baden entscheidet das Duell gegen Martigny vom Punkt mit 5:4 für sich. Bis zum Aufstieg in die Promotions League wartet noch eine letzte Hürde.

Am Ende gab es kein Halten mehr: Spieler und Trainerstaff der Heimmannschaft sowie ein Grossteil der 1350 Zuschauer im Stadion jubelten emotional und lagen sich vor Freude in den Armen. Zuvor war über mehr als 120 Spielminuten Nervenflattern angesagt. Doch der Reihe nach.  

Wenn etwas im Stadion Esp an diesem sommerlichen Samstagnachmittag allgegenwärtig war, dann Anspannung. Man merkte den anwesenden Zuschauern an, dass das Ergebnis aus dem Hinspiel in Martigny ein heikles ist. «Wenn unsere Jungs nur kein Tor kassieren. Bei einem Gegentor ist das Ding so gut wie gelaufen», liess ein Fan seiner Gefühlslage freien Lauf.

Die Anspannung, die unter den Zuschauern herrschte, schien auch in den Köpfen der Spieler präsent zu sein. Im ersten Durchgang konnte sich keine der Mannschaften grössere Vorteile erarbeiten, abtasten war angesagt. Beide Abwehrreihen zeigten sich sehr gut vorbereitet auf dieses Rückspiel. 

Entscheidender Elfmeter des FC Baden gegen Martigny

Entscheidender Elfmeter des FC Baden gegen Martigny

Fans feiern trotz träger Partie

Ein Highlight der ersten Hälfte spielte sich bezeichnend für die ersten 45 Minuten des Duells auf den Zuschauerrängen ab. In der siebten Minute begannen die rund 50 Anhänger des FC Baden, die sich in der Fankurve hinter dem südlichen Tor versammelt hatten, aus voller Kehle «FC Baden» zu singen, worauf ihnen die Fans auf der Tribüne mit dem gleichen Gesang antworteten.

Was sich beide Mannschaften für das Spiel vorgenommen hatten, kein Gegentor zu erhalten, klappte bis zur Halbzeitpause. Umso furioser startete das Heimteam nach dem Seitenwechsel. Flügelspieler Kevin Spadanuda, der in der kommenden Saison zum FC Aarau zurückkehrt, sorgte in der 48. Minute für die lang ersehnte Führung für den FC Baden und somit die Egalisierung des Hinspielergebnisses.

Das Tor brachte Euphorie unter die Zuschauer, diese legte sich jedoch mit fortlaufender Spieldauer wieder und die Anspannung kehrte zurück. Beide Teams hatten jetzt Chancen, wobei Martigny ab der 85. Minute dann nur noch mit 10 Feldspielern auskommen musste. Antoine Tissières sah nach einem Foulspiel die gelbrote Karte.

In der Nachspielzeit warf Baden dann nochmals alles nach vorne und kam durch Christopher Teichmann in der 93. Minute fast zur Entscheidung. Die Nummer 7 scheiterte jedoch an einem verzweifelt hineingrätschenden Verteidiger, nachdem der Torwart schon überwunden war.

Heissen Szenen in Verlängerung

Die zusätzlichen 30 Minuten starteten ähnlich wie die zweite Halbzeit. Baden machte sofort Druck, worauf sich gleich zweimal strittige Szenen im Strafraum der Gäste abspielten. Einmal pfiff Schiedsrichter Fabian Hänggi einen vermeintlichen Handelfmeter nicht, kurze Zeit später forderten die Badener und auch die angereisten Anhänger des FCB lautstark einen Handelfmeter.

Auch bei dieser Situation blieb die Pfeife des Schiedsrichters stumm. Kurz vor dem Ende der Verlängerung erhielt Teichmann nochmals eine Chance zur Entscheidung, scheiterte aber erneut.

Entscheidung im Penaltykrimi

«Wir haben Penaltys nicht geübt», gab Baden-Trainer Ranko Jakovljevic nach dem Spielende sichtlich erschöpft an. Elfmeter im Training zu üben, das sei nicht vergleichbar mit den Ernstfall. Zu diesem kam es nach der Verlängerung, die torlos blieb. Baden entschied das Duell vom Punkt mit 5:4 für sich. Am Ende war dies Balsam für die Seele all jener, die dem FCB nahe stehen. «Die Spieler wollten, dass ich graue Haare bekomme», sagte Jakovljevic mit einem Zwinkern.

Nun wartet mit dem FC Black Stars noch ein harter Brocken auf die Badener. Die Basler setzten sich gegen Eschen-Mauren mit dem Gesamtergebnis von 7:1 durch. Das Hinspiel findet am Dienstag, das Rückspiel am Samstag in Baden statt.

Der Trainer ist sich der Aufgabe bewusst: «Das wird richtig schwierig gegen Black Stars. Aber wir bestreiten die Partien, weil wir gewinnen wollen.» Auch Heinz Gassmann, Präsident des FC Baden, gab sich nach dem Spiel euphorisch: «Die Glücksgefühle überwiegen, das war Dramatik pur.» Gegen Black Stars gebe es vermutlich einen ähnlichen Kampf wie gegen Martigny: «Das wird ein Fight auf Biegen und Brechen.»

Haben Sie das Spiel verpasst? Lesen Sie den Ticker hier noch nach:

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