1. Liga

Dreister Fahnenklau: «Dämliche Aktion der Lausbuben ist beschämend und ein klassisches Eigentor»

FC Baden-Präsident Heinz Gassmann verurteilt die Aktion der Fahnendiebe: «Die dämliche Aktion der zwei Lausbuben ist beschämend.»

FC Baden-Präsident Heinz Gassmann verurteilt die Aktion der Fahnendiebe: «Die dämliche Aktion der zwei Lausbuben ist beschämend.»

Nach dem Aargauer Derby zwischen Wohlen und Baden gibt nicht die Partie, sondern der Fahnenklau von zwei vermummten Baden-Fans zu reden. Nun möchte Baden-Präsident Gassmann selber den Vorfall aufklären und alles unternehmen, um die Übeltäter zu identifizieren und die Fahne aufzutreiben.

Sportlich wurde das 1.-Liga-­Derby zwischen dem FC ­Wohlen und Baden (2:2) den hohen Erwartungen nicht ganz gerecht. Sonst ging allerdings die Post ab. Unrühmlicher Höhepunkt: Zu Beginn der zweiten Halbzeit schlichen sich zwei Baden-Fans in den Sektor der 20 Wohlen-Anhänger. Eine gute Viertelstunde vor Schluss des Spiels ­erschienen die Zwei mit einer roten und einer schwarzen Mütze über ihren Gesichtern auf der Bild­fläche, klauten eine Fahne des FC Wohlen, rannten über das Spielfeld zurück in den Sektor mit den gut 50 Baden-Fans und brachten die Fahne in Sicherheit.

Der dreiste Fahnenklau ist in diesen Tagen sowohl beim FC Wohlen als auch beim FC Baden Gesprächsthema Nummer eins. Baden-Präsident Heinz Gassmann will nach dem Vorfall nicht zur Tagesordnung über­gehen und hat die Aufklärung zur Chefsache erklärt.

«Die dämliche Aktion der zwei ­Lausbuben ist einerseits ­beschämend, anderseits ein klassisches Eigentor», sagt er. «Ich verurteile die Aktion und werde in den nächsten Tagen ­alles unternehmen, um die ­Namen der zwei Übeltäter herauszufinden und die Fahne aufzutreiben.»

Der Verlust der Fahne als schmerzliche Erfahrung

Gassmann beschäftigt sich also höchst persönlich mit der Suche nach den Namen der zwei Täter und der Fahne. Er hatte in den vergangenen Tagen telefonische Kontakte mit drei Personen aus der Badener Fanszene.

Konkrete Ergebnisse gibt es bis zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht. Gassmann gibt aber nicht auf und spricht Klartext: «Ich höre mit der Suche nach der Fahne erst dann auf, wenn ich sie gefunden habe. Ich habe unseren Fans ein Ultimatum bis am Mittwochabend gestellt. Dann will ich wissen, wo die Fahne ist.»

Gassmann ist sichtlich verärgert über das Verschwinden der Fahne. «Die dumme Aktion während des Derbys im Stadion Niedermatten ist ein unrühm­licher Abschluss der Vorrunde dieser Saison», sagt er. «Ich bedaure den Vorfall und habe mich bei Wohlen-Verwaltungsratspräsident André Richner entschuldigt. Die Sache ist insofern bitter, als dass sich unsere Anhänger in der jüngsten Ver­gangenheit friedlich verhalten haben und nichts zuschulden kommen liessen.»

Und der FC Wohlen? Für die Freiämter ist die Aktion des Kantonsrivalen ein Schlag ins Gesicht. Umso mehr, als dass die Fahne während des Diebstahls Schaden genommen hat, sprich zerrissen worden ist. Von Rachegefühlen oder Rache­akten wollen die Fans aber nichts wissen.

Ob sie die Sache gänzlich auf sich beruhen lassen oder nicht, wird im Verlauf ­dieser Woche entschieden. Klar ist, dass der Verlust der Fahne für viele Fans des Freiämter 1.-Ligisten eine schmerzliche Erfahrung ist. Wie man hört soll Barbara Richner, die Frau von Wohlens Verwaltungsrats­präsident André Richner, sogar die eine oder andere Träne vergossen haben.

Bei allem Schmerz ist es gut zu wissen, dass die leidige Geschichte aller Voraussicht nach ein versöhnliches Ende nehmen wird. Die Fangruppe des FC ­Baden hat Anfang dieser Woche entschieden, dem FC Wohlen die Fahne zu ersetzen.

Und ­sollten die Freiämter von der 1. Liga gebüsst werden, weil sie die Sicherheit in ihrem Stadion Niedermatten nicht gewähr­leisten konnten, wird Baden-­Präsident Gassmann nach ­eigener Aussage mit sich reden lassen. Das heisst wohl nichts anderes, als dass der FC Baden diese Busse bezahlen würde. Nicht wahr, Heinz Gassmann?

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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