Militärsport
Die Holländer empfangen die Teilnehmer des Viertagemarschs mit Gladiolen

Über 160 Kilometer körperliche Höchstleistung und beste Kameradschaft machen den Viertagemarsch von Nijmegen zum Highlight. Für den ehemaligen Fourier Urs Vogel war es bereits die 23. Teilnahme: Insgesamt lief er über 3680 Kilometer rund um das Dorf

Christoph Merki
Merken
Drucken
Teilen
Bildergalerie 1
5 Bilder
Die Teilnehmer werden gebührend empfangen
Der Kommandant, Oberst Edgar (l.) Gwerder gratuliert Odermatt zu seiner Leistung
Michael Odermatt (l.) am morgen der letzten Etappe
Michael Odermatt (4. von links) in der Marschgruppe aus dem Vatikan

Bildergalerie 1

Merki

Stolz läuft Urs Vogel durch die «Via Gladiola» in Nijmegen. Am Strassenrand säumen applaudierende Menschen den Weg in die Stadt. Ein spezieller Augenblick, amtet Vogel doch als Fähnrich der Schweizer Armeedelegation.

Hinter ihm über 170 Schweizerinnen und Schweizer, welche allesamt über 160 Kilometer zu Fuss absolviert haben. Unbestritten ist die Parade der Höhepunkt des Viertagemarsches.

Kinder bieten Gurkenstücke und Süssigkeiten an, andere überreichen den Läufern Gladiolen, die gesamte Strecke gleicht einer Festmeile. Musikbands spielen auf und Stereoanlagen blasen einem die neusten holländischen Hits entgegen.

«So etwas kann man sich in der Schweiz nicht vorstellen», gibt sich Vogel beeindruckt, «es herrscht eine unglaubliche Atmosphäre.»

Wenn auch der letzte offizielle Zapfenstreich für den ehemaligen Fourier Vogel schon längst ertönte, am Viertagemarsch in Holland schlüpft er jeweils nochmals in die Uniform, lebt in Feldbetten im Camp mit den anderen militärischen Vertretern.

«Die militärische Kameradschaft untereinander ist grösser als bei den zivilen Teilnehmern», sagt Vogel. Augenscheinlich wird dies auf der Strecke. Während die Zivilisten in kleineren Gruppen oder einzeln unterwegs sind, laufen die Uniformierten meist in Marschgruppen und helfen sich gegenseitig über die Distanz.

«Hart ist es für jeden», weiss der Rheinfelder. Für ihn ist es die 23. Teilnahme, zusammengerechnet hat er also schon über 3680 Kilometer rund um das niederländische Dörfchen Nijmegen zurückgelegt.

«Wenn ich hier marschiere, ist es auch eine Ausdrucksweise für die Schweizer Unabhängigkeit», ist er sich sicher, «man ist stolz, die Schweiz vertreten zu dürfen.» Doch auch auf den kleinen Orden dürfen alle Schweizer Teilnehmer stolz sein, welcher sie als Finisher auszeichnet.

Als Teil der Schweizer Delegation hat auch die Schweizergarde traditionsgemäss eine Marschgruppe aus dem Vatikan entsandt. Darunter der aus Hunzenschwil stammende Michael Odermatt.

«Es ist eine Herausforderung, diesen Marsch durch zu bestehen», gesteht der 25-Jährige, «gemeinsam ein Ziel zu erreichen schweisst einen zusammen, ausserdem lernt man die Leute besser kennen.»

Nebst der Selbstbestätigung sei das Erlebnis unvergleichbar. Wie unter anderem die grosse Unterstützung der Bevölkerung um vier Uhr morgens auf der Marschstrecke, wie auch das wohlverdiente Bier nach dem Zieleinlauf mit den Kameraden. Insgesamt schlossen 14 Aargauer den Viertagemarsch in Militärmanier erfolgreich ab.