Apropos
Aleksandrov trifft den Papst

Petar Aleksandrov, 19-facher Torschütze des FC Aarau in der Meistersaison 1992/1993 hätte mit Mladost Aarau den Aargauer Senioren Cupfinal erreicht. Aleksandrov trifft sich am grossen Tag aber lieber mit Sepp Blatter.

Ruedi Kuhn
Ruedi Kuhn
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Der FC Aarau feiert 1993 seinen Titel als Schweizermeister. Der damalige Trainer Rolf Fringer (mit Pokal) und Petar Aleksandrov jubeln nach dem letzten Spiel im eigenen Stadion.

Der FC Aarau feiert 1993 seinen Titel als Schweizermeister. Der damalige Trainer Rolf Fringer (mit Pokal) und Petar Aleksandrov jubeln nach dem letzten Spiel im eigenen Stadion.

KEYSTONE

«Bittet mich Sepp Blatter zu einer Audienz, lasse ich alles andere stehen und liegen», sagt Petar Aleksandrov, seines Zeichens 19-facher Torschütze des FC Aarau in der Meistersaison 1992/93. «Der Präsident des Weltfussballverbands Fifa ist nicht nur eine grosse Persönlichkeit, sondern auch eine Respektsperson. Er ist der ranghöchste Funktionär der wichtigsten Sportart der Welt.» Aleksandrov gerät ins Schwärmen, ja er ist nicht mehr zu bremsen. «Für mich ist Blatter der Fussballpapst», fügt der 52-jährige Bulgare hinzu. «Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich seit Jahren Jurymitglied des Blue Stars/Fifa Youth Cup bin. Das ist eine grosse Ehre für mich.»

Aleksandrov ist also seit Jahren Ehrengast und Supervisor am zweitägigen Juniorenturnier mit nationalen und internationalen Teams, welches in diesem Jahr schon zum 77. Mal ausgetragen wird. In der Jury mit ehemaligen Fussballergrössen wie Jörg Stiel, Martin Brunner und Christian Karembeu hilft er mit, den besten Spieler, den besten Torhüter und die fairste Mannschaft zu küren. Die ganze Sache hat aber einen Wermutstropfen. Weil der Grossanlass in Zürich und der Cupfinaltag des Aargauischen Fussballverbandes (AFV) traditionsgemäss am Tag der Auffahrt durchgeführt werden, verpasst der frühere Klasse-Mittelstürmer bereits zum fünften Mal ein Finalspiel mit einem Seniorenteam.

In diesem Jahr führte Aleksandrov Mladost Aarau im Halbfinal mit drei Toren zum 5:1-Sieg gegen Juventina Wettingen. Nun trifft Mladost im Endspiel der Senioren 40+ auf den FC Fislisbach, muss aber auf den Goalgetter und WM-Teilnehmer von 1994 in den USA verzichten. Ohne ihren Superstar dürfte es für die Aarauer schwierig werden, das starke Fislisbach zu schlagen. Eigentlich schade, dass Aleksandrov zu Ehren des 100-jährigen Bestehens des AFV nicht doch mal eine Ausnahme macht und die kleine der grossen Fussballbühne vorzieht.