«Aargauer Sportler des Jahres»
Reto Bucher war der allererste «Aargauer Sportler des Jahres»: «Mir wurde plötzlich das Mikrofon hingestreckt»

Bei der allerersten Ausgabe der Wahl «Aargauer Sportler/in des Jahres» 2004 hat Ringer Reto Bucher den Titel geholt. In jenem Jahr sicherte er sich den 9. Platz an der EM und erreichte an den Olympischen Spielen in Athen den starken vierten Rang. Er erinnert sich gerne daran zurück.

Fabio Baranzini
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Reto Bucher, hier 2009 kurz vor seinem Rücktritt.

Reto Bucher, hier 2009 kurz vor seinem Rücktritt.

Andrea Marthaler / FRE

Reto Bucher, 2004 erreichten Sie Platz 9 an der EM und wurden an den Olympischen Spielen Vierter. Was hat Ihnen der Titel «Aargauer Sportler des Jahres» bedeutet?

Reto Bucher: Sehr viel. Normalerweise gewinnst du als Sportler Titel, weil du eine gute Leistung gezeigt hast. Du bist also selber verantwortlich für Sieg oder Niederlage. Bei der Wahl zum Aargauer Sportler des Jahres waren mir aber die Hände gebunden. Ich konnte nichts zum Sieg beitragen. Das war schon etwas Besonderes und eine schöne Anerkennung für meine Leistungen.

Was ist Ihnen heute noch präsent von der Wahl?

Ich kann mich noch sehr gut an diesen Abend erinnern. Da es ja die Premiere dieser Wahl war, wusste niemand so genau, wie es ablaufen wird. Als Sieger wurde ich dann auf die Bühne gerufen. Mir wurde plötzlich das Mikrofon hingestreckt und ich musste spontan eine Siegerrede halten. Ich hatte eigentlich gehofft, dass man mir ein paar Fragen stellt – das wäre einfacher gewesen (lacht).

Sie haben 2009 Ihre internationale Karriere beendet. Welchen Stellenwert hat der Ringsport heute noch in Ihrem Leben?

Ich bin nach wie vor begeisterter Ringer und gehe immer noch sehr gerne ins Training der Aktiven der Ringerstaffel Freiamt. Wettkämpfe bestreite ich aber schon lange keine mehr. Nach meiner Aktivkarriere war ich sieben Jahre im Vorstand des Vereins. Heute bin ich noch als Speaker bei den Heimkämpfen aktiv und leite hin und wieder Schülertrainings.

Und was macht Reto Bucher, wenn er nicht für den Ringsport im Einsatz steht?

Ich arbeite im Aussendienst einer Baumaschinen-Firma und verkaufe Bagger. Zu diesem Job bin ich auch durchs Ringen gekommen. Die Firma hat ihren Hauptsitz in Altstätten SG und mein Chef ist ebenfalls ehemaliger Ringer. Vor fünf Jahren hat er mich angerufen und meinte: «Reto, du bist der einzige Aargauer, den ich kenne, und ich brauche einen Aussendienstmitarbeiter für diese Region.» Und so bin ich zu meinem Job gekommen.

Wer wird «Aargauer Sportler des Jahres» 2020?

So stimmen Sie ab:

- Nummer 1: FC Aarau (Fussball)
- Nummer 2: Scott Bärlocher (Rudern)
- Nummer 3: Daniel Eich (Judo)
- Nummer 4: Team Schwaller (Curling)
Hier können Sie mittels Online-Voting Ihre Stimme abgeben. Oder wählen Sie Ihren Favoriten per SMS. Schicken Sie dafür AGSPORT und die entsprechende Nummer Ihres Favoriten sowie Ihre Adresse an die Zielnummer 2222. Eine SMS kostet CHF 1.–. (chm)