Platzwart, Landesmeister, Nationaltrainer – 1945

Armin Scheurer († 1945), der gelernte Schreiner aus einfachen Verhältnissen, begann 1945 in Magglingen als Platzwart. Seine sportliche Karriere erscheint aus heutiger Optik verrückt. Scheuer, mit dem Übernamen «Senn von Magglingen», wurde Sportlehrer in Magglingen. Als Leichtathlet gewann er 15 Schweizer-Meister- Titel, nahm im Zehnkampf und im Stabhochsprung zweimal an einer EM teil. Auch im Dreisprung hielt er den nationalen Rekord. 1947 und 1951 war er zudem Eidgenössischer Turnfestsieger. 1950 wurde er Schweizer Sportler des Jahres. Von 1962 bis 1972 war das Multitalent Nationaltrainer der Leichtathleten. Auch im Fussball machte Scheurer Karriere: Während der Kriegszeit als Torhüter des FC Grenchen (Vizemeister NLA), 1947 gewann er als Mittelstürmer den Titel mit dem FC Biel, 1958 stieg er als Spielertrainer mit dem FC Aarau in die NLB auf.

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Kulinarische Verbrüderung der Nati-Köche – 1954

Die beiden Unterkunftsgebäude «Brésil» und «Schweizerhaus» gehören unverzichtbar zum Erscheinungsbild von Magglingen. Die Namen der Häuser entstanden nicht zufällig. Vor der Fussball-WM 1954 in der Schweiz logierte hier die Nationalmannschaft von Brasilien und keine 20 Meter entfernt die Schweizer Nati. Berührungspunkte gab es nicht nur fussballerisch. Auch kulinarisch lernten sich die Chefköche der beiden Equipen damals näher kennen. Die brasilianischen Fussballer erwiesen sich im Übrigen als wahre Sportskanonen. Sie forderten das gleichzeitig in Magglingen trainierende Schweizer Volleyball-Nationalteam zu einem Volleyball-Mätchli heraus – und gewannen das Spiel.

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Der vermessene Athlet – 1965

Im Jahr 1959 bewilligte das Militärdepartement den Antrag der Sportschule Magglingen, eine «Sektion Forschung» aufzubauen. Die Leitung übernahm der Arzt Dr. med. Gottfried Schönholzer († 1979). Zuerst dienten der Sportwissenschaft zwei Zimmer im Grand Hotel als Labor und Untersuchungszimmer. Im Mai 1965 begann der Bau des Forschungsinstituts. Sportmediziner Schönholzer trat während seiner Karriere durchaus auch mit kontroversen Aussagen zu Doping in Erscheinung. Heute ist die Sportwissenschaft nicht mehr aus Magglingen wegzudenken.

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Jack Günthard – der Vorturner der Nation – 1965–1985

Sein Name ist unverrückbar an Magglingen gekoppelt: Jakob «Jack» Günthard († 2016) prägte wie kein anderer die Geschichte des Schweizer Turnsports. Er war Olympiasieger am Reck (1952), Europameister am Barren und am Reck (1957), hatte später im Schweizer Fernsehen eine eigene Sendung. Ab 1965 war Günthard in Magglingen Chefsportlehrer der Sportschule. In dieser Funktion war der Zürcher Wegbereiter des modernen Spitzensports in der Schweiz.

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Die Fussballkünste von Bundesrat Kurt Furgler – 1977

Die Affinität von Bundesrat Kurt Furgler († 2008) zum Fussball war bekannt. Er war begeisterter Anhänger des FC St. Gallen, obwohl er selber eine Karriere als Spieler und Trainer bei den Handballern des TSV St. Otmar St. Gallen hinter sich hatte. 1977 besuchte Furgler als Bundespräsident das nationale Sportzentrum Magglingen mit der CVP-Bundeshausfraktion. Zur Feier des Tages organisierte er spontan einen Fussballmatch und überzeugte dabei mit brasilianischer Ballkunst. Der Bundesrat spielte in der Geschichte des nationalen Sportzentrums Magglingen immer wieder eine wichtige Rolle. Erstmals im März 1944, als er sich für Magglingen als Standort seiner zukünftigen Sportförderung entschied.

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Adolf Ogi bringt IOC-Chef ins Schwitzen – 2000

Regelmässig besuchen wichtige Sportfunktionäre aus aller Welt die Anlagen in Magglingen. Juan Antonio Samaranch († 2010), der langjährige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, war dreimal auf dem Bieler Hausberg zu Gast – im Jahr 2000 in Begleitung von Bundesrat Adolf Ogi. Der Sportminister forderte seinen prominenten Begleiter bei einer Partie Tischtennis. Samaranch zeigte sich beeindruckt – von den Einrichtungen im Sportzentrum und von Ogis Pingpongkünsten. Die Liebe von Adolf Ogi zu Magglingen ging übrigens so weit, dass er als Sportminister ein eigenes Garderobenkästchen im Leistungszentrum besass.

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